#Plakativ

Warum ich E-Scooter als mögliche Lösung sehe

„Roller verschandeln Städte.“ „Irrsinn auf zwei Rädern.“ „Erste Unfallopfer zeigen die Gefahr.“ „Verbot nach Trunkenheitsfahrten gefordert.“ „Krieg auf der Straße.“ Um nur einige der Schlagzeilen zu nennen. Als sich im letzten Sommer eine neue Mobilitätsform, nämlich die der E-Scooter, auf der Straße gab, fand das fast schon geübte Gegeneinander der Interessensgruppen statt. Radfahrende und Fußgänger pflegten bis hin zu Demos ihre Lobby gegen die neuen Gefährte – anstatt als Interessensgemeinschaft mehr Platz vom Auto zu fordern. Denn – geben wir es zu – die neuen Roller machen Jenen, die sie nutzen, enorm viel Spaß. Das sieht Jede:r, der:die Nutzenden auf ihren Scooter beobachtet. Nun ist ein Jahr herum und die Etablierung der Scooter hat sich sowohl in Sachen Leihsysteme etwas konsolidiert, in Sachen Eigenkauf gibt es vermehrt Interessenten, da man sich im Straßenbild an sie gewöhnt und vielleicht sogar Vorteile entdeckt hat.

Wir brauchen Mobilität für alle, nicht Autos für alle.

Katja Diehls Wunschstadt wäre ein Ort, an dem sich alle Menschen wohlfühlen und begegnen können, weil der Raum zwischen den Häusern zum Aufenthalt und Verweilen einlädt. Die Wirklichkeit sieht anders: Hier gehört der Raum zwischen den Häusern größtenteils dem Auto.

Rund 15 Prozent von Berlin (in Zahlen 133 Quadratkilometer) sind Verkehrsfläche: Parkplätze, Straßen, Kreisverkehre, Bahntrassen, Rad- und Gehwege. Und der größte Teil davon dient nicht der Fortbewegung, sondern dem Parken. Die knapp 1,5 Millionen gemeldeten Fahrzeuge (davon 1,18 Millionen PKW) beanspruchen rund 17,5 Quadratkilometer Platz für sich. Im Vergleich dazu: Die Summe aller Spielplätze beträgt gerade mal 3,3 Quadratkilometer – das ist weniger als ein Drittel dessen, was die Berliner Friedhöfe an Fläche einnehmen. (Quelle: Parts of Berlin)

Offener Brief eines Automechantronikers

Bei Twitter hat es für viele immer den Anschein, dass ich das “Auto hasse”, die Autoindustrie als “Feind:in” sehe und destruktiv agiere. Umso mehr freue ich mich, dass “hinter den Kulissen” mit mir viel vertraulicher Austausch gesucht wird. Von jenen, die in dieser Branche tätig und selbst fassungslos sind, in welche Richtung deren oberste Leitung nun aufgrund der Corona-Krise steuert. Der Absender dieser “Briefes” ist mir bekannt, ich halte ihn natürlich anonym, denn seine Worte werden nicht alle begeistern. Aber sie sind wertvoll für einen echten Rundumblick auf den Autogipfel morgen, der exklusiv ist und viele ausschließt. Vor allem auch die Klimazukunft und viele Teile der Gesellschaft. Danke dir, lieber Automechatroniker F., dass du mir vertraust. Ich gebe deine Gedanken hiermit gerne weiter.

Nie wieder Abwrackprämien!

Sie stehen also wieder im Raum:
Kaufprämien für fossil betriebene PKW und Plug-In-Hybride. Wie jede andere Branche durchläuft die Automobilindustrie 2020 eine fundamentale Krise. Nach einem fulminanten Jahr 2019 mit Abverkaufszahlen in Rekordhöhe und Unternehmensergebnissen, die gerade hohe Dividenden ausschüttbar machen.
Sollte darauf ideenlos und klimafeindlich mit Abverkaufsprämien reagiert werden – oder bedarf es am Dienstag, zum Autogipfel im Kanzler:innenamt, nicht etwas mehr Kreativität, um eine weniger exklusive Prämie für wenige auszuloben?
Ich habe in meinem Artikel versucht, einen Überblick über die aktuelle Diskussion zu geben.

Die lebenswerte Stadt der Zukunft

2020 gibt’s was zu feiern: 40 Jahre aktiv Radfahren. Das Jubiläum soll aber keine Rück- sondern eine Vorschau sein. Und Antworten geben: Wie sieht die Mobilität der Zukunft aus? Welche Innovationen erwarten uns? Wie wird das Fahrrad von morgen sein? Viele Städte sind ungesund für den Menschen, weil sie den motorisierten Verkehr bevorzugen und damit für schlechte Luft und gefährliche Situationen sorgen. Wir haben uns mit der Mobilitätsexpertin Katja Diehl darüber unterhalten, wie man Stadt anders denken kann.

Aussetzen der Mehrwertsteuer auf Autos ist nicht zukunftsgestaltend

Ferdinand Dudenhöffer hat im ZEIT-Bereich “Weltwirtschaft” heute einen Gastbeitrag veröffentlicht: “Setzt die Mehrwertsteuer auf Autos aus!” Schon zuvor war er mit dieser Idee präsent gewesen, ich hatte ihn mehrfach auf Twitter darauf angesprochen, dass ich diesen Ansatz für falsch halte – er verwies darauf, dass er nicht nur Autos meine, sondern zum Beispiel auch die Anschaffung von Möbeln. Ich persönlich habe noch nie 10.000 Euro oder mehr dafür ausgegeben, bin aber vielleicht auch nicht Zielgruppe seines Vorschlages. Zum Hintergrund: Dudenhöffer arbeitet seit dem 1. März 2020 am Institut für Customer Insight (ICI-HSG) an der Universität St. Gallen und ist Gründer und Direktor des CAR – Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen. Sein Ansatz:

Wirksam trotz Krise – mit einem Publikum im Homeoffice

Gerne möchte ich mit diesem Artikel meine Erfahrungen teilen, wie ich mit dieser Situation der “gesellschaftlichen Vollbremsung” umgehe. Denn auch mich hat Corona sowohl aus meiner empfundenen Wirksamkeit, als auch aus meiner Selbstständigkeit als Unternehmerin geworfen. Ich habe zunächst alles getan, um die Ernsthaftigkeit der Situation mittels meiner Reichweite zu verbreiten. Aber dann kam ich irgendwann an den Punkt, wo ich nicht mehr viel tun konnte, als zuhause zu bleiben. Und das war der Zeitpunkt, als innerhalb weniger Tage die Absagen kamen. Aktuell sind bis Mai alle Buchungen von Keynotes, Moderationen oder Workshops zur Schulung von Corporate Influencern abgesagt worden. Das war nach dem Schock, dass Corona sich tatsächlich auf alle Leben auswirkt, der zweite sehr einschneidende Moment.