Rückblick auf ein Halbjahr 2019 – „freie Radikale“

Ein halbes Jahr – ein ganzes Leben. Klingt pathetisch, aber ich klopfe immer noch jeden Tag „auf Holz“, um mich zu vergewissern, dass das alles hier auch real ist. Ich brauche immer noch, um in der neuen Lebenssituation als „freies Radikal für Mobilitätswandel“ anzukommen. Denn es ist schon ein großer Schritt, aus 15 Jahren Konzernarbeit auszusteigen und sich komplett selbst zu organisieren. Das darf aber auch so sein. Ich möchte dennoch zeigen, wieviel Demut und Dankbarkeit ich empfinde, in meiner „zweiten Lebenshälfte“ diese Entwicklung noch erleben und aktiv gestalten zu dürfen. Mein Dank gilt dabei vor allem meine Wurzeln (meinen Eltern) auf deren Basis ich baue, und meinem Himmel (meinen Freunden und mir wichtigen Flügelmenschen) die mein Wachstum immer weiter streben lassen. Da war SO viel in diesem halben Jahr. Unglaublich!

Mein Zwischenfazit für dieses Halbjahr?

Ich bin unterwegs in Sachen Mobilitätswandel, setze große Stücke auf Diversität und neue Arbeitsformen. Und damit fängt eine gewisse Problematik an. Ich trete nämlich beizeiten bei aller Euphorie der Branche(n) auf die Bremse. Denn – und ja, das ist unsexy – ich glaube nicht daran, dass einzelne, nicht verbundene Produkte helfen, Städte den Menschen zurückzugeben und dem ländlichen Raum Mobilität jenseits des privaten PKW zu ermöglichen.

Es bedarf der Analyse des individuellen Status Quo einer Stadt oder Region, bevor die Änderung beginnt. Die Zeit nehmen wir uns oft nicht. Plus: E-Stehroller, zeigen, dass Emotion jenseits von Auto möglich ist – aber: Sind sie eine Lösung?

Wir brauchen Konzepte, um Alternativen zum PKW zu schaffen. Großstädte beginnen, auf intelligente, digitalisierte Hardware wie Ampeln zu setzen. Und vermeiden dadurch z. B. emissionsintensiven Stop-and-Go-Verkehr. Das ist zwingend notwendig. Um im JETZT was zu ändern.

Mein Appell: Gern das Neue wagen und testen, aber auch das Bestehende (z. B. ÖPNV, Fuß- und Radverkehr, PKW) mit mind. der gleichen Kraft pushen. Kollaboration wagen. Kernkompetenzen verbinden. Daten als Chance zur Gestaltung begreifen.

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