Katja Diehl im Gespräch mit Thomas Laschyk

Thomas Laschyk, Gründer von „Volksverpetzer“, verbindet Faktencheck, Humor und kluge Kommunikationsstrategien, um populistische Erzählungen zu entlarven und Debatten auf belegbare Lösungen zu lenken. Besonders zur Verkehrswende setzt er auf alltagsnahe Frames – „billiger, schneller, einfacher“ – und wirbt für weniger Autopflicht, besseren ÖPNV und elektromobile Alternativen jenseits des privaten Pkw.

»Und umgekehrt für die Mobilitätswende wäre es dann halt zu sagen, hey, wir möchten, dass du billiger mobil sein kannst. Wir möchten, dass du flexibler bist, dass du schneller bist. Wir möchten es dir einfacher machen oder billiger oder was.«

Zusammenfassung

Thomas Laschyk schildert, wie er aus der Auseinandersetzung mit rechtspopulistischer Desinformation seit 2015 den Blog Volksverpetzer zu einer faktenbasierten, reichweitenstarken Gegenstimme aufgebaut hat. Er betont, dass Fake News über einfache, emotional gerahmte Narrative viral gehen – und dass erfolgreiche Gegenkommunikation daher klare Storylines und eigenständig gesetzte Themen statt bloßer Reaktionen braucht. Inhaltlich rückten neben Asylthemen bald Klima- und Mobilitätsdebatten in den Fokus; dabei habe ihn überrascht, wie stark öffentliche Diskurse von irreführenden, scheinbar plausiblen Schlagworten (Technologieoffenheit, Wasserstoff u. Ä.) geprägt sind und wie eindeutig Fakten dem oft entgegenstehen. Strategisch rät er, die Mobilitätswende mit konkreten, alltagsnahen Vorteilen zu framen („billiger, schneller, einfacher“), statt abstrakt zu bleiben, und klare, erreichbare Ziele zu benennen („etwas, das man direkt umsetzen kann“). Persönlich vermeidet er, wenn möglich, ein eigenes Auto bzw. Verbrenner, befürwortet mehr Elektromobilität jenseits des Autos, bessere ÖPNV-Taktungen und niedrigschwellige, günstige Angebote. Humor, pointiertes Framing und der Wechsel von reaktiven Faktenchecks zu proaktiven Gegennarrativen seien entscheidend, um Reichweite und Wirkung zu erzielen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

INTERVIEWS ZUR VERKEHRSWENDE

  • Katja Diehl im Gespräch mit Mikael Colville-Andersen

    Katja Diehl im Gespräch mit Mikael Colville-Andersen

    Mikael Colville-Andersen ist ein kanadisch-dänischer Urbanist, Autor und internationaler Experte für urbane Mobilität, der seit mehr als zwei Jahrzehnten daran arbeitet, Städte menschenfreundlicher und lebenswerter zu machen, indem Fahrrad- und Fußverkehr ins Zentrum des städtischen Raums gerückt werden.

  • Katja Diehl im Gespräch mit Chris und Melissa Bruntlett

    Katja Diehl im Gespräch mit Chris und Melissa Bruntlett

    Chris und Melissa Bruntlett sind Autor:innen und Stadtforscher:innen, die sich leidenschaftlich für eine gerechte, lebenswerte und autoarme Verkehrswende einsetzen und in ihren Büchern und Vorträgen zeigen, wie Städte durch radikale Priorisierung von Menschen über Autos neu gedacht werden können. Sie verbinden praktische Beispiele aus der ganzen Welt mit einer klaren Vision: Mobilität muss zu mehr Lebensqualität, weniger Abhängigkeit…

  • Katja Diehl im Gespräch mit Mary Dellenbaugh-Losse

    Katja Diehl im Gespräch mit Mary Dellenbaugh-Losse

    Mary Dellenbaugh-Losse ist Stadtforscherin und Beraterin für gerechte, inklusive und nachhaltige Stadtentwicklung, die Mobilität konsequent aus der Perspektive realer Alltagsbedürfnisse denkt – von Care-Arbeit über Sicherheit bis hin zu Klimagerechtigkeit. Ihre Arbeit treibt die Verkehrswende voran, indem sie die Verteilung knapper urbaner Flächen politisch hinterfragt und für Städte wirbt, die nicht länger vom Auto, sondern…

  • Katja Diehl im Gespräch mit Theo Jansen

    Katja Diehl im Gespräch mit Theo Jansen

    Theo Jansen ist ein beharrlicher Vordenker der kommunalen Verkehrswende, der Mobilität konsequent als gesellschaftlichen Transformationsprozess und nicht als reines Infrastrukturthema versteht. Mit dem Aufbau und der langjährigen Prägung des Zukunftsnetz Mobilität NRW hat er Verwaltung, Politik und Praxis zusammengebracht, um nachhaltige Mobilität strukturell zu verankern und mehrheitsfähig zu machen.

  • Katja Diehl im Gespräch mit Annika Brockschmidt

    Katja Diehl im Gespräch mit Annika Brockschmidt

    Annika Brockschmidt verbindet ihre Analyse von Macht, Privilegien und rechten Gegenbewegungen konsequent mit der Verkehrswende und macht sichtbar, dass Mobilität keine technische, sondern eine zutiefst politische und gesellschaftliche Frage ist. Mit dem Konzept einer intersektionalen Verkehrswende legt sie offen, wie Klimaschutz, Teilhabe und Demokratie zusammenhängen und warum Widerstand gegen Veränderungen im Verkehr oft Ausdruck verteidigter Privilegien ist.

  • Katja Diehl im Gespräch mit Mark Hoelling

    Katja Diehl im Gespräch mit Mark Hoelling

    Mark Hoelling ist einer der engagiertesten Stimmen für eine moderne, kleinteilige E-Mobilität und zeigt, wie Pedelecs, Microcars und andere kleine Elektrofahrzeuge als echter Autoersatz die Verkehrswende beschleunigen können. Mit seinem Fokus auf praktische Vorteile, Spaßfaktor und konsequente urbane Transformation treibt er einen Mobilitätswandel voran, der über reine Technologie hinaus einen neuen Lebensstil in Städten ermöglicht.