Katja Diehl im Gespräch mit Mikael Colville-Andersen

Mikael Colville-Andersen ist ein kanadisch-dänischer Urbanist, Autor und internationaler Experte für urbane Mobilität, der seit mehr als zwei Jahrzehnten daran arbeitet, Städte menschenfreundlicher und lebenswerter zu machen, indem Fahrrad- und Fußverkehr ins Zentrum des städtischen Raums gerückt werden.

»Wir brauchen keine anderen Autos, wir brauchen weniger Autos.«

Zusammenfassung

Mikael Colville-Andersen beschreibt die Verkehrswende als eine zutiefst kulturelle und demokratische Frage. Er kritisiert, dass Städte seit Jahrzehnten primär für Autos und nicht für Menschen gestaltet werden – ein Erbe der Nachkriegszeit und der Verkehrsingenieurslogik. Autos seien kein Freiheitsversprechen, sondern eine ineffiziente, gefährliche und gesellschaftlich hoch subventionierte Technologie. Statt wirtschaftlichen Erfolg an der Autoindustrie zu messen, fordert er neue Indikatoren wie Radwegenetze, öffentlichen Verkehr und Lebensqualität im öffentlichen Raum. Colville-Andersen betont, dass die eigentliche Veränderung auf kommunaler Ebene stattfindet: durch Bürger:innen, Nachbarschaften und mutige Städte, nicht durch nationale Politik. Städte seien der zentrale Schauplatz von Klimaschutz, sozialer Gerechtigkeit und Demokratie – und die Rückeroberung der Straßen für Menschen sei dafür entscheidend.  

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