Katja Diehl im Gespräch mit François Bausch

François Bausch gilt als einer der zentralen politischen Treiber der Verkehrswende in Luxemburg, der Mobilität konsequent als Systemfrage statt als Einzelmaßnahme versteht. Sein Ansatz zielt darauf ab, Menschen statt Fahrzeuge zu bewegen und dafür langfristig in ein vernetztes, leistungsfähiges und multimodales Verkehrssystem zu investieren.

»Das Hauptschlagwort war immer, wir müssen Menschen bewegen und nicht Fahrzeuge.«

Zusammenfassung

François Bausch beschreibt seine politische Arbeit in der Verkehrspolitik als langfristigen Aufbau eines integrierten Mobilitätssystems, das sich konsequent an den Bedürfnissen der Menschen orientiert und nicht an einzelnen Verkehrsmitteln. Zentral sei für ihn der Paradigmenwechsel weg vom autozentrierten Denken hin zu einer Planung, bei der Investitionen in Bahn, Tram und Radverkehr Vorrang vor Einzelmaßnahmen haben und der öffentliche Verkehr als Gesamtsystem funktioniert. Kostenloser Nahverkehr sei dabei eher eine ergänzende Maßnahme und kein Ersatz für Qualität, denn entscheidend sei die Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit des Angebots. Besonders betont er, dass echte Verkehrswende nur mit langfristiger Strategie, klaren Prioritäten und ausreichender Finanzierung gelingt und nicht durch kurzfristige Symbolpolitik. In Luxemburg sei dies durch einen nationalen Mobilitätsplan und konsequente Investitionen gelungen, während er Deutschland vor allem ein fehlendes Gesamtkonzept und mangelnde Systemplanung attestiert. Ein weiterer Schlüssel sei für ihn die frühe und intensive Einbindung der Bevölkerung durch Kommunikation, Visualisierungen und Beteiligungsformate, wodurch anfängliche Widerstände in breite Zustimmung umschlagen konnten. Abschließend unterstreicht er, dass erfolgreiche Verkehrspolitik Geduld, Ausdauer und persönliches Engagement erfordert und nur funktioniert, wenn sie Mobilität als gesellschaftliche Gesamtaufgabe versteht.

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