Zweiter VDV-Livetalk mit Ulf Middelberg

Keine Stadt in Deutschland ist groß genug für Skalierungsmodelle bei IT-Lösungen. Daher gibt es den Ansatz der verbandsweiten Plattform #Mobility Inside. Diese wird jedoch immer regional ausgestaltet werden. Denn #ÖPNV ist #föderalistisch organisiert. Es braucht auch hier Standards mit Möglichkeit spezifischer Anforderungen.

Die Kund:innenperspektive treibt dabei die Ausgestaltung voran: Weg von App-Hopping, unterschiedlichen Hintergrundsystemen und kleinen Lösungen. Kund:innen interessiert nicht, welcher Verbund, welches Unternehmen im Hintergrund zuständig ist. Darum geht es bei Mobility Inside.

Vor der Pandemie waren ambitionierte Wachstumsziele gesteckt worden. Standardisierung und Technisierung wurden vorangetrieben. Wer eine Verkehrswende will, muss investieren, gerade auch in der Krise mit ausbleibenden Fahrgästen. Einig sind sich alle, dass die bewusst herbeigeführte Imagezerstörung aufgearbeitet werden muss. ÖPNV ist für Lebensqualität in Städten zentral.

Mobile Ticketing bedeutet auch Resilienz, genauso wie flexible Angebote neben den Hauptachsen mit Fahrplan und Ausbau der Infrastruktur. Teilhabe jedoch bedeutet weit mehr als das. Diese Chancen, auch mit dem Smartphone, müssen wir nutzen.

Digitalisierungskompetenz brauchen wir überall im Unternehmen, um möglichst alle Chancen zu nutzen. Woher kommt meine Kompetenz? Habe ich diese intern oder hole ich sie mir lieber von extern, um Geschwindigkeit aufzunehmen? Hier war es zum Teil bewusste Entscheidung, selbst Entwickler:innen aufzubauen, um diese neue Welt zu verstehen.

Der öffentliche Verkehr hat mehr Power und Lösungsorientierung als Autos es je haben können. Menschen, die zuvor gefahren sind, aber noch ein Auto haben, nutzen Corona jetzt als Ausrede, um wieder klimafeindlich zu handeln.

Kapazitäten auszubauen und fähige Netze zu gestalten, hat sofort Einfluss auf die Nachfrage. Corona hat mit den hier bestehenden Problemen nicht zu tun. Corona hat jedoch Auswirkung auf die Nachfrage, obwohl keine Ansteckung im ÖPNV erfolgte. Auch Mindestabstand ist demnach kein Thema. Dennoch ist die Perspektive weiterhin größer und vor allem für die Klimakrise notwendig: Neukund:innen möchten wir durch Vertrauen wieder zurückgewinnen – auch gegen Ausreden, das Auto wieder verstärkt zu nutzen.

Arbeitgeber:innen untersagen aktuell, dass Mitarbeitende mit der Bahn zur Arbeit fahren. Zu Beginn der Pandemie war Vorsicht geboten. Weil niemand wusste, was den Virus ausmacht. Das ist jetzt jedoch klarer. Die Maske hilft, so dass sich hier kein Gefahrenpotential bietet. Jede:r kann hier seinen:ihren Beitrag dazu beitragen, dass Bahn sicher bleibt.

Die Lösung zur Maske liegt auch in der sozialen Verantwortung liegt auch bei den Fahrgästen, das Personal ist hier auch gefährdet, da Menschen ohne Masken dies sehr bewusst und radikal tun – oder aber mittlerweile Atteste dabeihaben. Die rechtliche Lage ist hier noch nicht geklärt. „Wir schicken hier unser Personal nicht in diesen Konflikt, der sie gefährdet.“ Auch der:die Busfahrer:in kann nichts tun, da der Fahrplan einzuhalten ist. Was geschieht, wenn ein ICE große Verspätung einfährt wegen solcher Vorkommnisse?

Hier setzt auch die Imagekampagne an: Sachaufklärung durch Fakten. Zeigen, dass ÖPNV keine Ansteckungsrisiken aufweist. Es braucht in der Realität mit Corona mehr Solidarität zwischen den Fahrgästen, Mitarbeiter:innen von Verkehrsunternehmen und Fahrer:innen. Hysterie hilft niemandem. Es ist nicht der Paragraph, nicht die Beförderungsbedingung, sondern der menschliche Akt. Auf diesem baut die Kund:innenrückgewinnung auf. Busse und Bahnen sind die attraktivere Wahl. Das ist Fakt.

Entgegen aller Wirtschaftlichkeit sind Verkehrsunternehmen weitergefahren. Waren „da“. Vor allem auch für Jene, die ohne Alternative sind. „Deutschland mobil 2030“ setzt ganz klar auf die Pariser Klimaziele mit attraktiver digitaler und echter Infrastruktur für öffentliche Verkehre. An diesem Ziel wird nicht gerüttelt.

Hier geht es zur Aufzeichnung.

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