Zweiter myclimate «Cloud Talk» – Unsere Mobilität: Weiblicher, sozialer, klimafreundlicher?

Katja Diehl zeigte im Gespräch mit myclimate auf, wie ein Wandel im Mobilitätssektor aussehen könnte. Dabei ging sie nicht nur auf ökologische, sondern auch auf gesellschaftliche, soziale und genderspezifische Aspekte ein. Um eine Wende im Mobilitätsektor zu erreichen, müssten wir neue Narrative entwickeln und nicht nur marginale Änderungen implementieren, so Diehl. Denn Lösungen und Entwürfe einer neuen Mobilität seien vorhanden, würden oft jedoch nicht in der vollen Bandbreite ausgenutzt und zu Ende gedacht. Deshalb sei es wichtig, betonte Katja Diehl, dass wir neue Visionen entwickeln. Visionen einer «New Mobility», in welcher der Mensch vermehrt im Mittelpunkt stehe und weniger das Auto und der Individualverkehr. Einer «New Mobility», in welcher Kinder und Benachteiligte berücksichtigt und nicht benachteiligt würden. Einer neuen Flächengerechtigkeit, die dem Auto weniger Platz zugestünde als bisher. Und einer «New Mobility», die weniger männlich dominiert sei und von innovativen Frauen mitgestaltet werden könne. Um eine solche neue Mobilität zu gestalten, sollten wir uns vom Silodenken abwenden und gesamtheitlicher denken – nach dem Credo: Weniger Verkehr, ohne dass die Möglichkeiten der Mobilität darunter leiden.

Antriebswende ist nicht Verkehrswende

Auch die Entwicklungen in den «e-​mobility» und «mobility as a service» Bereichen lässt Diehl nicht aussen vor. Laut Diehl ist der Wechsel zu elektrobetriebenen und ökologischeren Autos alleine nicht genug. Wichtig sei ein Wandel hin zu einem integrativeren Verkehr in Stadt und Land mit weniger Autos pro Kopf und einem verstärkten «sharing economy»-​Charakter. Nicht nur eine Wende in der Technologie ist also gefragt, sondern auch eine Wende im Mobilitätsverhalten. Doch wie kann man Gewohnheiten und Verhalten verändern? Hierfür schlägt die Expertin nebst diversen individuellen Verhaltensänderungen auch wirkungsvolle Regulatorien, Preismechanismen (beispielsweise Teuerungen und Verknappungen von Parkraum bis hin zu Bonus-​/Malus-​Systemen) und wirkungsvolle Verbote vor. Durch eine solch umfassende Umgestaltung des öffentlichen Raums würde dieser klar autoärmer.

Auch die Stiftung myclimate arbeitet eng mit spannenden Partnern im Mobilitätsektor zusammen und treibt so neue spannenden Entwicklungen in der Mobilität voran. Beispielsweise mit der Genossenschaft Mobility Car Sharing, welche bis 2050 klimaneutral werden will und eine klimafreundlichere Flotte aufbaut sowie carvelo2go, einem jungen Vorzeigeunternehmen welches Mobilität und Transportlogistik im urbanen Raum mithilfe von mietbaren Lastenvelos auf nachhaltige und emissionsfreie Weise fördert.

Hier geht es zur Aufzeichnung.

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