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Zu Gast in der FAZ: Gegen eingefahrene Vorstellungen und Privilegien.

Autos aus dem Verkehr ziehen

Gegen eingefahrene Vorstellungen und Privilegien: Katja Diehl denkt über neue Formen von Mobilität nach.

Die Provokation von Katja Diehls Buch besteht darin, sich eine Welt vorzustellen, in der das Auto eine seiner Funktionalität angemessene Rolle spielt. Sie besteht darin, sich Eltern vorzustellen, die ihre Kinder ohne Sorge allein mit dem Fahrrad zu einer Nachmittagsaktivität schicken können, oder Menschen, die sich auch mit Beeinträchtigungen oder im ländlichen Raum individuell und sicher ohne fossiles Fahrzeug fortbewegen können. Kurz: Diehls Ausführungen sind ein Schlag ins Gesicht der Bewahrer des verkehrspolitischen Status quo.

Die Autorin, nach eineinhalb Jahrzehnten in der Mobilitäts- und Logistikbranche inzwischen Politikberaterin und Gastgeberin des Podcasts „SheDrivesMobility“, glaubt nicht, dass neue Techniken die Herausforderungen in der Mobilität lindern. „Diese werden nicht in der Lage sein, Lösungen zu schaffen, wenn das Verhalten dasselbe bleibt“, schreibt sie. Mobilitätsprodukte müssten als System, Stadtraum als Wert an sich gedacht werden. Dann könne es gelingen, Städte kindgerechter, lebenswerter und nachhaltiger zu gestalten. Das Auto hingegen sei dafür zu dominant, nehme zu viel Platz ein und gefährde Menschen. Das sage sie nicht aus Hass: „Durch das Hinterfragen von Automobilität gehe ich aber an Privilegien heran, die als Recht missdeutet werden.“ Das sitzt.

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