KRAFTFAHRZEUG – EINE DEUTSCHE LIEBE
Dokumentarfilm | 90 Minuten | ARD | Hoferichter & Jacobs | Buch & Regie: Jan Tenhaven
„Kraftfahrzeug – eine deutsche Liebe“ wird parallel zur Internationalen Automobilausstellung IAA ausgestrahlt.
In der SWR-Doku in weiteren „tragenden Rollen: Folke Köbberling, die sich seit Jahrzehnten als Künstlerin kritisch mit dem Autokult auseinandersetzt. Außerdem ist mein guter Freund Jan Kamensky dabei. Er zeigt uns mit seinen visuellen Utopien, wie groß der Gewinn für alle ist, wenn wir weniger Wagen wagen. Dazu kommen Autoinfluencerinnen, Leute aus der Industrie, Wissenschaftler*innen und Historiker*innen. Filmemacher und Regisseur Jan Tenhaven hat mir erzählt, dass er die Idee schon lange in der Schublade hatte – jetzt kommt sie endlich als Kaleidoskop der Autofacetten auf die heimische Leinwand.
Eine interessante Reise durch unser Land, das nicht nur Autos baut, sondern sich auch sehr stark über sie definiert und die Bedürfnisse von Menschen, die nicht Auto fahren können oder wollen, seit Jahrzehnten ignoriert.
Meine Rolle ist dabei genauso klar wie die von Herrn Poschardt. Wir wissen somit alle, was uns erwartet. Aber vielleicht entdecken wir ja doch noch ein paar Gemeinsamkeiten im Dissens?!
Meine Fragen waren:
Was wäre, wenn es nicht nur um Technik ginge – sondern um Gerechtigkeit?
Denn:
Wer kein Auto hat, ist oft abgehängt.
Wer ein Auto braucht, ist oft ohne Wahlfreiheit und somit von diesem abhängig.
Aus dem Lust- wird dann das Frustprinzip.
Und ja:
Wer wie ich Auto fährt, aber eben auch hinterfragt, das tun zu müssen, wird zuverlässig massiv angefeindet.
Ich erlebe das ständig – auch in den sozialen Medien. Da werde ich diffamiert, nur weil ich eine Mobilität fordere, die Menschen nicht vom Auto abhängig macht.
Warum eigentlich?
Die Doku zeigt eindrücklich, warum Kritik am Auto in Deutschland oft als Angriff auf die eigene Lebensrealität empfunden wird.
Was mir wichtig ist:
Ich will niemandem das Auto wegnehmen. Ich will aber nicht, dass so viele Menschen eines brauchen, weil es keine Alternativen gibt.
Ich will Klimaschutz, Inklusion, ländliche Teilhabe – all das ist mit besserer Mobilität möglich.
Die Frage ist nicht: Auto oder kein Auto.
Die Frage ist: Für wen funktioniert unser Verkehr – und für wen nicht?
Danke an das Team für diese differenzierte Auseinandersetzung. Und danke an alle, die den Mut haben, hier offen über das Thema zu sprechen.
Schaut es euch unbedingt an und diskutiert gerne mit mir darüber.
Zum Schluss: Wer mag einen Tipp abgeben, was Ulf Poschardt und mich eint!?
Jan Tenhaven schreibt im Dezember 2024:
Nach einer jahrelangen Entwicklungs- und Finanzierungsphase freue ich mich sehr über den Drehstart zu KRAFTFAHRZEUG – EINE DEUTSCHE LIEBE. In diesem 90-minütigen ARD-Dokumentarfilm gehe ich der Frage nach, warum die Leidenschaft der Deutschen für das Auto ungebrochen ist.
Dafür blicken wir zurück in die Geschichte, in die Werbung und Popkultur, sprechen mit Autoenthusiasten und Kritikern, zeigen die Arbeit von Designern, Ingenieuren und Influencern.
In großen Bildern und mit vielen spannenden Interviewpartnern zeichnen wir ein schillerndes und faszinierendes Bild des Autolandes Deutschland.
Der Film entsteht in Ko-Produktion von Hoferichter & Jacobs Filmproduktion mit NDR, SWR und MDR für die ARD, mit Unterstützung von Nordmedia und MFG Filmförderung.
Und jetzt ist der Film „im Kasten“!
In dem Film geht es auf essayistische Weise um die Frage, warum das Auto immer noch so erfolgreich ist. Trotz Klimakrise, voller Städte und Inflation: Noch nie gab es so viele private PKW in Deutschland wie heute. Verkehrswende? Höchstens in ein paar Großstädten verliert das Auto minimal an Bedeutung. Insgesamt werden die Autos immer mehr, immer größer, schwerer und stärker. Eigentlich total verrückt.
Für den 90-minütigen Film habe ich mit Autoliebhabern und Autohassern gesprochen, bin mit Ulf Poschardt Ferrari gefahren und war mit einem Notfallsanitäter unterwegs. Wir haben im Innersten von VW, BMW, Mercedes und Audi gedreht, lassen Kritikerinnen wie Katja Diehl oder die Künstlerin Folke Köbberling zu Wort kommen. Ein Verkehrswissenschaftler erklärt uns die psychologischen Mechanismen des Autos, und eine Car-Influencerin, wie sie mit ihren Videos das Geld für sechs BMW und einen Porsche verdient. Der digitale Utopist Jan Kamensky entwirft Bilder, wie unsere Städte mit weniger Autos aussehen könnten. Sehr inspirierend.


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