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Meike Niedbal – wie macht die Deutsche Bahn Städte smart – und was hat Mobilität damit zu tun?

Ich traf Meike am Berliner Hauptbahnhof, genauer im 10. Stock im DB-Co-Working-Space. Corona hat gezeigt, wie eng Arbeit und Mobilität verknüpft sind. So kann ich in Zügen wunderbar arbeiten, an den Bahnhöfen selbst fehlt es Pendler:innen jedoch an diesem Komfort. Hier setzt Meike mit ihrem Team an – mit Arbeitsplätzen im Bahnhof, ohne Vertragsbindung, minutengenau abgerechnet, oder auch als Tages- oder Dauermietung für Unternehmen. Was in Berlin beginnt, soll mittelfristig an allen größeren Bahnhöfen und in Mittelzentren Deutschlands entstehen. Denn: Corona hat das Arbeitsverhalten vor allem der Menschen im Büro verändert. Wir sollten nach der Pandemie nicht wieder „back to normal“ gehen, sondern Wege entweder vermeiden (durch Videokonferenz) oder verlagern – vom Auto oder Flieger auf die Schiene zum Beispiel.

Viele Menschen, die im Homeoffice arbeiten, werden also einen weiteren Arbeitsort in der Nähe ihrer Wohnungen brauchen. Einen Schreibtisch, den man bei Bedarf nutzen kann. Oder einen Ort, um Kolleg:innen zu treffen. Oder auch, um eine Kollegin zu treffen, ohne zu fliegen, aber dennoch abends wieder zuhause sein zu können. Hier sind die Co-Workings-Spaces an Bahnhöfen ideal, um Wege zu verkürzen.

Damit wirde der Bahnhof der Zukunft noch mehr zum Multifunktionsgebäude. Die Mobilitätsdrehscheibe, an der verschiedene Verkehrsträger aufeinander treffen, waren immer Orte der Begegnung. In normalen Zeiten steigen an Deutschlands Bahnhöfen täglich 21 Millionen Menschen ein, aus oder um. everyworks bietet einen ruhigen Arbeitsplatz zum konzentrierten Arbeiten am zentralsten Ort der Stadt, direkt am Bahnhof. Egal ob flexibler Einzelarbeitsplatz oder Meeting Room, die Buchung erfolgt ganz einfach on-demand per App.

Ein Bahnhof kann auch Logistik-Hub sein. Aus diesem Grund hat das Team von Meike das Pilotprojekt die „Hamburg Box“ gestartet. Diese Paketboxen an rund 20 Hamburger Bahnhöfen und Haltestellen von Altona bis Wandsbek werden von allen Paketdienstleistern genutzt, Menschen können sich ihre Waren direkt in die Box bestellen. So bündeln sich die Auslieferungen, Verkehre zur Warenlieferung werden reduziert.

Ziel von Smart City | DB ist es, den Lebensalltag von Reisenden und Stadtbewohnern durch intelligente und umweltfreundliche Angebote zu vereinfachen, die sich flexibel und individuell in ihren Alltag integrieren lassen. Das Produktportfolio zeigt eine sinnhafte Vernetzung von Verkehrsinfrastruktur, Mobilität und Logistik. Durch ihr synergetisches Zusammenspiel ergänzen die Produkte bestehende Infrastrukturen und dienen insbesondere zur Überbrückung der ersten und letzten Meile. Smart Cities bei der Deutschen Bahn bedeutet: Entwicklung neuer Konzepte für innerstädtische Mobilität [Fahrrad, On-demand Busse], Logistik [CargoBikes, SmartLocker] und Bahnhöfe [Erhöhung der Aufenthaltsqualität, Entwicklung neuer Konzepte z.B. Coworking].

She Drives Mobility #59 – Reallabor Hamburg: 200 Projekte für zukunftsgerechte Mobilität

Zentrales Ziel des Projektes RealLabHH ist die Erstellung von Handlungsempfehlungen für die umwelt- und klimagerechte Umgestaltung des Mobilitätssystems. Alle Informationen rund um dieses umfängliche Praxis- und Forschungsprojekt findet ihr auf https://reallab-hamburg.de/ Unter dem Button „Mitmachen“ ist jede:r aus Hamburg und der Metropolregion aufgefordert, seine Sichtweise einzubringen. Die Mitmachphase ist gerade gestartet – im Video erfahrt ihr mehr über die Möglichkeiten der Bürger:innenbeteiligung.

Worüber wir ansonsten sprechen?

Henrik Falk schildert aus der Sicht des Mobilitätspraktikers und -gestalters:
• Warum ist Digitalisierung im Verkehrssektor ein wichtiges Thema?
• Warum ein Reallabor für digitale Mobilität? Warum braucht es ein solches Format zu diesem Thema?
• Welche Projekte sind Teil davon und wie sind diese miteinander verknüpft?
• Welchen Bezug hat das zur Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität?

• Wie und wo können die Hamburger:innen das Reallabor selbst erleben?

Dr. Mandy Dotzauer entwickelt mit ihrem Team die dazu passende Dialogstrategie, so genannte Mobilitätswerkstätten und die Online-Beteiligung:
• Welche Rolle spielt Partizipation für die Transformation der Mobilitätswelt?
• Welche Rolle spielt sie im Reallabor?
• Wie können sich die Hamburger:innen daran beteiligen?
• Wie gehen die Menschen mit neuen Technologien in ihrem Mobilitätsalltag um?

Im Reallabor Hamburg wird die digitale Mobilität von morgen in Hamburg erprobt. Die zentrale Frage lautet: Wie kann die Digitalisierung das Verkehrssystem nachhaltiger, sicherer, komfortabler und zuverlässiger gestalten?

Um wichtige Erkenntnisse darüber zu liefern, welche Ansätze sich in der Praxis bewähren, steht dabei die gesellschaftliche Debatte zu digitalen Mobilitätsservices im Zentrum. Auf dem ITS-Weltkongress 2021 werden die Ergebnisse und Demonstratoren des Reallabors im Stadtgebiet und im Umland von Hamburg präsentiert (wenn er denn wie geplant stattfinden kann).

Die Teilprojekte des Reallabors und die zu beantwortenden Fragen dabei sind:
• Mobilitätsplattform: „Führt eine bedarfsgerechte und effiziente Vollintegration aller Mobilitätsangebote in einer App zur erhöhten Nutzung von umwelt- und klimafreundlicher Mobilität?“
• Dateninteraktion und Souveränität: „Wie kann eine nahtlose Integration aller Mobilitätsoptionen in einer Anwendung gelingen, um neue, bessere Reisekonzepte für BürgerInnen zu schaffen?“
• Mobilitätsbudget “Welchen Einfluss hat ein arbeitgeberfinanziertes Mobilitätsbudgets auf das Mobilitätsverhalten von Angestellten?“
• Autonomes Fahren: „Führen fahrerlose On-Demand-Shuttles auf der „ersten und letzten Meile“ in einem vernetzten Gesamtsystem zur größeren Akzeptanz von ÖPNV?“
• On-Demand im ländlichen Raum: „Wie können On-Demand-Shuttles in ländlichen Regionen dazu beitragen, dass Einwohner die Nutzung des eigenen Pkw reduzieren und ihre Mobilitätsbedarfe trotzdem gedeckt werden?“
• Warenmobilität Mikrodepot: „Gelingt durch die zentrale Bündelung von Warenlieferungen und eine emissionsfreie Feinverteilung eine Reduzierung von Lieferverkehren?“
• Vernetzte Vulnerable Road Users: „Wie bewegen sich vernetzte Verkehrsteilnehmer:innen, insbesondere Vulnerable Road User wie Fußgänger:innen, Fahrrad- und Scooter-Fahrer:innen sicher und effizient im Straßenverkehr?“
• Digitales Andreaskreuz: „Wie kann die Digitalisierung der Bahnübergänge und der Zustandsinformationen umgesetzt werden?“
• Dialogstrategie: „Wie müssen wir einen Dialogprozess gestalten, um gesellschaftlich akzeptierte Mobilitätslösungen für die Zukunft Hamburgs zu finden?“
• Servicedesign und Simulation: „Wie lassen sich die Ergebnisse auf andere Stadtteile, Städte und Regionen übertragen?“

Klima vor 8 fordert Primetime für´s Klima

25. April 2021. Diese Woche war endlich Premiere!
Die erste Folge von Klima vor 8 ging bei YouTube online und widmete sich der Bedeutung der Moore. Mit unfassbar großer Resonanz stellte dieser Moment das große Highlight monatelanger Arbeit dar.
Ich habe mich mit Pressesprecherin Friederike darüber unterhalten, wie es zur Idee von Klima vor 8 kam, wer hinter diesem Projekt steckt und was Ziel des Engagements ist.

„Von der immer weiter fortschreitenden Klimakrise sind immer mehr Menschen direkt betroffen. Seit gut einem Jahr können wir beobachten, wie schnell die Sender der ARD auf die COVID-19 Pandemie reagieren. Nachrichten zur aktuellen Entwicklung finden täglich Platz zur besten Sendezeit, vor und in der Tagesschau sowie in weiteren Sondersendungen. Damit leistet die ARD einen entscheidenden Beitrag zur Aufklärung der Bevölkerung und somit auch zur Bewältigung dieser Krise. Die Pandemie wurde von Beginn an als Krise begriffen.

Ganz anders stellt sich das im Fall der Klimakrise dar, einer existenziellen Krise für die menschliche Zivilisation. Während wir die Auswirkungen der Erderhitzung immer deutlicher auch in Deutschland spüren, finden Berichterstattung, Einordnung und Aufklärung zu diesem Thema in den Fernsehprogrammen nur unzureichend statt. Anders als im Falle der Pandemie fehlt eine regelmäßige Berichterstattung zur besten Sendezeit.

Wirtschaftliche Themen bekommen viel Aufmerksamkeit und die besten Sendeplätze. So berichtet die ARD mit ‚Börse vor Acht‘ seit zwei Jahrzehnten über Neuigkeiten aus der Welt der Börsen. Ist es nicht längst an der Zeit, ebenso umfassend über eine existenzielle Krise aufzuklären, die alle Menschen betrifft? Wir sind der festen Überzeugung, dass ein kurzes und qualitativ hochwertiges Sendeformat zur Klimakrise dringend nötig ist.
Ein Format wie KLIMA° vor acht könnte genau das leisten.“

Abonniert die Kanäle von Klima vor 8, wöchentlich kommen nun neue Folgen über bestimmte Schwerpunkte.

She Drives Mobility #55 – über kinderfreundliche Mobilität und Lebensqualität in Städten mit dem VCD

Wie vermeiden wir, dass das 1/5 von Kindern, das jetzt schon wegen mangelnder Bewegung übergewichtig ist, noch größer wird? Und wir bringen wir bewegungsarme Kinder durch „muskelbetriebene Mobilität“ wieder zurück in ein gesundes Leben?

Ein weiterer Teilbereich der Fragen kam von „Stadtmenschen“. Ich möchte in einer Umgebung leben, die Lebensqualität und Ruhe und gute Luft hat. In der Stadt scheine ich darauf kein Recht zu haben? Was kann ich tun, damit wir hierfür in meinem Viertel mehr Aufmerksamkeit bekommen und vielleicht sogar eine Nachbarschaft in Bewegung setzen?

Ich habe mir Tanja und Anika eingeladen, um genau diese Fragen aufzunehmen und Anregungen zu sammeln, was Jede:r von uns tun kann – und sei es einfach, eine Baumscheibe zu bepflanzen. Das Projekt https://www.strasse-zurueckerobern.de zeigt, wie groß so ein Parkplatz ist.

Manches Kinderzimmer ist nicht so groß – und kostet 400 Euro oder mehr. Insgesamt findet ihr unter „Straße zurückerobern“ viele Tipps, die euch an die Hand nehmen.

Nicht alles muss neu erfunden, sondern schlicht gut kopiert werden! Hier findet ihr Hinweise zur Kindermobilität: https://www.vcd.org/mobilitaetsbildung. Ich freue mich, wenn viele von euch sich ermutigt fühlen, Kindern eine echte Mobilität und Freiheit zu schaffen.

Denn, so sagt es Anika passend, die anfängliche Bequemlichkeit von Eltern ist verständlich, sie wird aber zur „Unbequemlichkeit“, wenn die Kindern ihre eigenen Hobbies entwickeln. Sie entlastet es als Mutter sehr, dass ihre Kinder mit dem Rad in Berlin unterwegs sind – und nicht geshuttelt werden müssen.

She Drives Mobility #54 – Marcel Philipp: Vom Oberbürgermeister zum Mobility-CEO von Aachen

Wir sprechen über das Scheitern der Campusbahn, die Möglichkeiten von Mobility Hubs in Städten und das Parkhaus als Zentrum vernetzter Multimodalität. Beginnend mit Aachen will Philipp vor allem auch sein kommunales Know How einbringen, um Verkehr klimagerechter abzubilden. „Es pendeln täglich 60.000 Menschen mit dem Auto nach Aachen, mein Ziel ist es, dass mindestens 20.000 von ihnen vor der Stadt umsteigen und Aachen von Verkehr entlasten.“ Welche Rolle der Citymover dabei spielt und warum die Heimat von Streetscooter und Co. dabei für ihn idealer Standort ist, das erfahrt ihr in unserem Talk.

She Drives Mobility #53: Herr Heimlich, wie sieht der Automobilclub Europa die Mobilität der Zukunft?

Stefan Heimlich und ich sind uns bei Twitter begegnet – und bei allem Diskurs, den ich natürlich mit einem „Autoclub“ haben muss, fiel mir im Gegensatz zu anderen Clubs dieser Art angenehm auf, dass da nicht nur der PKW propagiert wird. Man merkt Stefan Heimlich an, dass er lange für den öffentlichen Verkehr tätig war …

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