On-demand-Verkehre mobilisieren Menschen mit Einschränkungen

Rund um den Mobilitätswandel gibt es aktuell viele Ideen für neue Produkte und Angebote. Das Personenbeförderungsgesetz wird novelliert, um der Innovation die Tür zu öffnen. Eine Bevölkerungsgruppe, die von neuen Angeboten profitieren kann, umfasst deutlich mehr als zwei Millionen Menschen: Mobilitätseingeschränkte Personen. Verkehrsunternehmen ermöglichen viel, um auch diesen Fahrgästen ein Angebot im Rahmen der Daseinsvorsorge zu bieten. Dennoch hat dieses Engagement in der Praxis oft Grenzen, aus praktischen oder finanziellen Gründen. Im On-Demand-Verkehr liegt eine enorme Chance, sehr schnell mehr Barrierefreiheit im Nahverkehr umzusetzen — durch entsprechend ausgestattete Fahrzeuge. Diese ad hoc zu integrieren, gelingt mit den Softwarelösungen von door2door. Und bringt damit “Mobility as a Service” auch gesellschaftlich auf ein neues Qualitätslevel.

On-Demand-Verkehr als Chance schnell mehr Barrierefreiheit im Nahverkehr umzusetzen.
Test der Barrierefreiheit durch Fahrzeuge

“Ich bin überzeugt, dass durch unsere partnerschaftliche Kooperation mit Verkehrsunternehmen Menschen, die aktuell aufgrund von Einschränkungen bei ihrer individuellen Mobilität auf ein Auto angewiesen sind, wieder Nutzer des Nahverkehrs werden können”, sagt Tom Kirschbaum, CEO und Gründer von door2door. “ÖPNV-Unternehmen sind qua ihrer DNA auf die Lösung von Mobilität für alle Zielgruppen spezialisiert und können durch uns schnell weitere kundenzentrierte Angebote integrieren.” So teste door2door aktuell, welche Anforderungen erfüllt sein müssen, um Rollstuhlfahrern die Buchung und Fahrt in einem On-Demand-Shuttle zu ermöglichen.

Gemeinsam testen und lernen ist die Devise.

“Rollstuhlfahrer, die auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind, leiden oft unter ungeeigneter Infrastruktur an Haltestellen und Bahnhöfen. Spezielle Fahrdienste wiederum brauchen häufig sehr langen Planungsvorlauf und existieren nur sehr sporadisch. Das ist inakzeptabel. Intelligente und effiziente Angebote bieten die Chance für Teilhabe an digitalen Mobilitätsdienstleistungen — etwa indem besondere Fahrzeuge zum Einsatz kommen oder der Algorithmus bei Buchung durch einen Rollstuhlfahrer zusätzliche Zeiten zum herkömmlichen Einstieg berücksichtigt”, erläutert Kirschbaum. Der öffentlichen Hand wird es so möglich, ihr bestehendes Angebot auch für diese Nutzer bedarfsgerecht zu ergänzen und in Echtzeit zu steuern. Wichtiger Punkt ist zudem, dass gerade bei älteren Haltestellen Barrierefreiheit oftmals nur durch umständliche und kostenintensive Umbauten machbar ist. Diese werden durch On-Demand-Verkehre mit speziellen Fahrzeugen ad hoc obsolet.

Barrierefreiheit kann nur klappen, wenn Technologie und Fahrzeug sensibilisiert sind.
“Barrierefreiheit” im ländlichen Raum

Aber auch eine weitere “Barriere” kann schnell aufgelöst werden: Verkehre im ländlichen Raum sind momentan als Alternative zum Auto wenig attraktiv. Im Gegenteil: Dort ist ein “Teufelskreis” entstanden, der immer weniger Menschen Busse nutzen lässt. Damit lohnt es sich auch wirtschaftlich immer weniger, der Versorgungspflicht durch feste Fahrpläne nachzukommen. Es wird in der Folge noch mehr auf den PKW gesetzt. Mit On-Demand Lösungen kann diese Entwicklung durchbrechen und das Angebot auf ein ganz neues Level heben. Das wird derzeit z. B. in Freyung getestet. Mehrere Stunden täglich fahren dort kleine Busse auf Anforderung per App oder Telefon zum Kunden und bringen ihn an sein Ziel im Betriebsgebiet. “Der Fahrgast muss noch nicht mal genau wissen, wo er steht, das erkennt die App. Damit ist eine von vielen Hemmschwellen abgebaut, die der Nutzung von Nahverkehr momentan noch bestehen”, hebt Kirschbaum hervor.

Den Kunden im Fokus — nicht den Fahrplan
Nachfrageorientierte Mobilität wird so in jeder Stadt, aber eben auch in jedem Landkreis und jeder Gemeinde möglich. Dies hat enorme Bedeutung auch für die Attraktivierung von Gemeinden als Wohnort, sogar Pendelverkehre können durch Nahverkehrsangebote abgebildet werden, die bedarfsorientiert und ohne festen Fahrplan fahren. “Uns ist es wichtig, dass Städte und Gemeinden mit ihren Verkehrsunternehmen Besitzer des Mobilitäts-Ökosystems bleiben. In unsere Software-Plattform sind jedwede Angebote integrierbar, so dass die öffentliche Hand die Hoheit über diese Entscheidung bei maximaler Flexibilität behält”, fasst Kirschbaum die Vorteile zusammen.

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