Ein Mensch mit weißem Shirt und großer Brille schaut vor einer grünen Wand in die Kamera.

Liebe Ursula! Ich schreibe dir heute, weil Friedrich Merz dir ja schon geschrieben hat.

Mit seiner Wunschliste. Oder besser: mit der Wunschliste der deutschen Autoindustrie.

Verbrenner nach 2035? Gerne! E-Fuels schönrechnen? Aber klar! CO2-Ziele strecken? Unbedingt! Strafzahlungen vermeiden? Selbstverständlich!

Die Autoindustrie ist zufrieden. Sehr zufrieden sogar.

Aber weißt du, Ursula, wer nicht zufrieden ist?

Die jungen Menschen, die mit den Folgen der Klimakrise leben müssen.

Die Familien, die sich kein Auto leisten können und auf funktionierenden ÖPNV angewiesen sind.

Die Menschen in Städten, die unter Lärm, Abgasen und zugeparkten Straßen leiden.

Die Beschäftigten in der Autoindustrie, die seit Jahren hören, dass „alles gut wird“ – während ihre Jobs wegrationalisiert werden, weil die Konzerne den Wandel verschlafen haben.

Ursula, hier ist meine Wunschliste:

→ Halte am Verbrenner-Aus 2035 fest. Ohne Schlupflöcher.

→ Investiere massiv in europäische Bahn-Infrastruktur statt in Autobahn-Fantasien.

→ Fördere echte E-Mobilität – aber sozial gerecht: Gebrauchtwagen, Lastenräder, ÖPNV-Tickets. Nicht 68.000-Euro-SUVs für Gutverdienende.

→ Mach Mobilität zum Grundrecht: bezahlbar, barrierefrei, klimafreundlich.

→ Höre auf die Wissenschaft, nicht auf Lobbyverbände.

Friedrich schreibt dir im Namen der Konzerne.

Ich schreibe dir im Namen derer, die eine lebenswerte Zukunft wollen.

Die Frage ist: Wem hörst du zu?

Deine Katja

P.S.: Die Autoindustrie wird sich nicht bei dir bedanken, wenn in zehn Jahren die chinesischen Hersteller den europäischen Markt dominieren – weil wir zu lange an gestern festgehalten haben statt in morgen zu investieren.

9 Antworten zu „Liebe Ursula! Ich schreibe dir heute, weil Friedrich Merz dir ja schon geschrieben hat.“

  1. Avatar von Helmut Dirks
    Helmut Dirks

    „Klimaschutz ist nur noch ein Minderheitenthema.“
    Ich habe gestern unsere Bürgermeisterin (von der CDU) getroffen und ihr noch einmal meinen Wunsch nach (mehr) Klimaschutz Ausdruck verliehen.
    Sie entgegnete, dass das ein Minderheitenthema sei und sie aber die Interessen der Mehrheit wahrnehmen müsste.
    Die Ignoranz der Politik ist kaum noch auszuhalten!


    1. Es IST ein Minderheitenthema, weil bestimmten Minderheiten schon jetzt unfassbar leiden, durch uns. Aber das wird schnell auch in unserer Mitte passieren.


    2. Vielleicht sollten Gegenkandidat:innen bewusst auf diese Karte setzen und ihre Kampagne aufbauen auf dem „Minderheitenthema Klimaschutz“. Das Ergebnis könnte überraschen.


  2. Avatar von Kurt Reuter
    Kurt Reuter

    Liebe Ursula,

    wir möchten nicht zurück in die 50er Jahre. Dies hat dein Parteikollege Friedrich Merz offenbar falsch verstanden. Wir müssen an heute und vor allem an Morgen denken und dürfen genau heute die junge Generation der Zukunft nicht im Stich lassen.
    Deshalb triff bitte heute Entscheidungen die auch morgen noch richtig sind.

    Ich setze mein Vertrauen in deine Entscheidungen.

    Gruß
    K. Reuter


    1. superschöne Ergänzung – ich danke dir Kurt!


  3. Avatar von Harald Matschke
    Harald Matschke

    Klasse – hoffentlich hilft’s
    ❣️


    1. Danke für das Feedback Harald!


  4. Es ist KEIN Minderheitenthema! Siehe Volksabstimmung in Hamburg. Die Politiker lügen, dass sich die Stahlträger biegen, um ihre verlorenen Posten zu verteidigen. Das ist erbärmlich, es ist bemitleidens- und verachtenswert.


    1. Ich hoffe sehr, dass ich 2026 auf stabilere finanzielle Beine komme. Leider verdienen die Fossillobbyist*innen massiv an allem, während wir, die wir was verändern wollen, immer weniger finanzielle Wertschätzung erhalten…. 🙁


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