Katja Diehl im Gespräch mit Wolfram Uerlich

Wolfram Uerlich ist Gründer von goFLUX und treibt die Verkehrswende pragmatisch voran, indem er Pendler-Fahrgemeinschaften systematisch mit dem ÖPNV verknüpft, um Angebot, Effizienz und Erreichbarkeit besonders im Stadt-Land-Pendlerverkehr zu erhöhen. Sein Credo: Fahrgemeinschaften als fester Bestandteil des Mobilitätsmixes – technologisch gematcht, organisatorisch gemanagt und über ÖPNV-Tickets finanziert – machen PKW zum Teil des ÖPNV und beschleunigen so den Wandel.

»Du kannst es nur schnell groß machen, wenn es politisch gewollt ist.«

Zusammenfassung

Uerlich schildert, wie er 2017 mit goFLUX startete und nach mehreren Jahren Lernkurve den Fokus von innerstädtischen Fahrten auf den Stadt-Land-Pendlerverkehr verlegte—seitdem wachsen die Fahrten stark. Das Modell funktioniert aus seiner Sicht, wenn drei Säulen zusammenkommen: sehr gutes Matching (Technologie), konsequentes Projektmanagement und eine Finanzierung, die Fahrgemeinschaften ins ÖPNV-Ticket integriert. Ergebnis sind mehr Angebot, niedrigere Personenkilometer-Kosten und oft deutliche Zeitgewinne für Nutzer:innen. Strategisch versteht er Fahrgemeinschaften als relevanten Bestandteil des Mobilitätsmixes und als Brücke zwischen PKW und ÖPNV; politischer Rückenwind sei entscheidend, um die Lösung schnell groß zu machen—ein Blick nach Frankreich mit staatlicher Förderung und Zertifikatehandel zeige das Potenzial. Insgesamt sieht er die Branche erst am Anfang eines gesellschaftlichen Wandels, den Verkehrsunternehmen zunehmend mittragen („PKW als Teil des ÖPNV“).

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