Katja Diehl im Gespräch mit Tobi Rosswog

Tobi Rosswog ist ein engagierter Klima- und Verkehrswende-Aktivist, der seit 2022 mit kreativen Aktionen und dem Projekthaus Amsel 44 mitten im VW-Stammsitz in Wolfsburg den automobilen Konsens aufbricht und für die Konversion von Auto- zur Mobilitätsindustrie kämpft. Er vernetzt Arbeitswelten und Umweltbewegung, um soziale und ökologische Fragen zusammenzudenken und eine echte, gerechte Verkehrswende mitzugestalten.

»Ich finde dieses Argument auch immer wieder interessant, wenn es heißt, es ist doch, es ist unrealistisch, wo ich ganz klar erst mal entgegne, nein, es ist unrealistisch, so weiterzumachen wie bisher.«

Zusammenfassung

Tobi Rosswog erzählt im Interview, wie das Thema Mobilität ihn seit seiner Kindheit begleitet und wie er durch eigene Erfahrungen früh zu der Überzeugung kam, dass Mobilität ein Grundrecht sein müsse. Wolfsburg sei für ihn ein symbolischer Ort, da die Stadt aus der Autoindustrie entstanden ist und nun zum Ausgangspunkt für eine Verkehrswende werden könne. Mit kreativen Aktionen und Kampagnen will er den automobilen Konsens aufbrechen und neue Bilder möglich machen – etwa, dass VW künftig Straßenbahnen statt Autos baut. Er betont, dass E-Autos eine Scheinlösung seien, während eine echte Verkehrswende soziale und ökologische Fragen zusammenbringen müsse. Umbau und Konversion seien politisch machbar, wie die Geschichte von VW zeige. Seine Vision ist, dass Wolfsburg von der Autostadt zur Verkehrswendestadt wird: mit einer Straßenbahn, Beschäftigten, die an nachhaltiger Mobilität arbeiten, kürzeren Arbeitszeiten und Flächen, die heute noch riesige Parkplätze sind, künftig aber grüne Oasen werden.

2 Kommentare zu „Katja Diehl im Gespräch mit Tobi Rosswog“

  1. Weiß vielleicht jmd, was aus der Amsel geworden ist? Offenbar gibt es das Projekt nicht mehr?


    1. Tobi Rosswog, der hinter diesen Projekten u. a. steckt, macht diese immer genau zwei Jahre lang. Um ein „Ausfransen“ etc. zu verhindern. Die Amsel gibt es somit auch nicht mehr.


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