Katja Diehl im Gespräch mit Dr. Lorenz Wachinger

Seit Jahrzehnten in der Verkehrspolitik verwurzelt, fordert Wachinger eine realistische, klimaorientierte Steuerung der Verkehrswende: weg von symbolischen Subventionen, hin zu verlässlichem Betrieb, klaren Prioritäten und Preis-/Marktmechanismen (z. B. CO₂ je Person als Leitgröße) mit langfristig gesicherter Finanzierung bis hin zur PKW-Maut. Zugleich warnt er vor Planungsblockaden und falschen Anreizen (u. a. beim Deutschlandticket), nennt die Schweiz als Vorbild für leistungsfähigen, wirtschaftlich tragfähigen ÖV und plädiert für stabile, konsistente Strategien statt „Sowohl-als-auch“. 

»Für mich bedeutet das, dass ich kein Auto brauche.«

Zusammenfassung

Wachinger versteht Verkehrswende als Verlässlichkeit ohne Autozwang und kritisiert das Deutschlandticket als populistisches Projekt, das Anreize zerstört und dringend benötigtes Geld vom Ausbau abzieht. Er plädiert für klimapolitische Steuerung über Preise und messbare Größen wie CO₂ je Person, statt Sozial- und Klimaziele im selben Regelsystem zu vermengen. Wegen wegbrechender Mineralölsteuern hält er eine PKW-Maut für unumgänglich und fordert langfristig gesicherte Finanzierung, stabile Strategien und verlässlichen Betrieb – notfalls lieber das Angebot um 5 % reduzieren, damit es zuverlässig fährt. Als Gegenbeispiel zur „billig = gut“-Logik nennt er die Schweiz mit hoher Leistungsfähigkeit und wirtschaftlicher Tragfähigkeit des ÖV.

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