Heizpilze – Symbol des Kampfes Klima versus Wirtschaft

Und ja: Ihr könnt jede einzelne Maßnahme, die klimarelevant im positiven Sinne ist, kleinreden, verhandelbar machen, sie im Effekt mit anderen Maßnahmen setzen – bis hin zur Diskussion, ob wir Atomkraftwerke länger laufen lassen sollten.Das nennt sich jedoch #Whataboutism.

Zunächst aber ein paar Fakten zu den Heizpilzen, denn ich glaube, vielen von euch ist nicht klar, worüber wir sprechen.Schon mit Einführung des Rauchverbotes gab es das Phänomen, dass Gastronom:innen um ihre Existenz fürchteten, wenn sie nicht den aus den Innenräumen verbannten Nikotinkonsument:innen wohltemperierte Aufenthaltsbereiche schaffen.Schon damals wurden Fakten als diskutabel erachtet, die eindeutig nachgewiesene Klimazerstörung dieser Pilze zu akzeptieren.Für die Wirtschaft.

Und damit folgenden Handel einzugehen:Die Leistung der elektrischenTerrassenheizstrahler liegt im Mittel bei 124 W/m².Zum Vergleich: Die spezifischeHeizlast eines Niedrigenergiehauses kann bei nur 50 W/m² liegen, die eines Passivhauses bein ur 10 W/m².6/xBetreibt man einen Gas-Terrassenheizstrahlereine Stunde lang, so reicht das aus, um einen gleich großen Raum im Mittel sechsmal so lange zu beheizen wie die im Freien befindliche Fläche. Quelle: Umweltbundesamt

“Die Leute versuchen, an allen Ecken und Enden Kohlendioxid zu sparen, und dann gehen sie hin und heizen die Straße.”

“Bei einer Betriebsdauer von 36 Stunden/Woche setzt ein einziger Strahler bis zu vier Tonnen Kohlendioxid im Jahr frei.”

Quelle:

Doch das ist (ja, der für mich relevante, aber) nicht einzige Aspekt. Was erhoffen wir uns von diesen Dingern? Rückkehr zur Normalität? Die werden wir damit nicht erreichen, sondern bestehende (Flächen-)Ungerechtigkeiten verstärken.
Wie ich darauf komme, erkläre ich gern.

Ad hoc Heizpilze aufstellen, das können nur Restaurants etc., die eine Außengastro haben. Hier unterstelle ich, dass es genehmigte bauliche Maßnahmen vor oder durch Corona gab, damit Menschen sich dort hinsetzen und verweilen können.10/xDiese Maßnahmen können sich vor allem Ketten und gut laufende Gastros leisten. Kleinere Anbieter werden das aufgrund der im Sommer angefallenen Einnahmenschwächung wohl nicht so einfach leisten können. Wir stärken also die Starken.
Um coronakonform für den Winter Bereiche zu schaffen, in denen sich Gäste aufhalten und konsumieren können, bedarf es Platz. Meiner Auffassung nach darf ja nicht dichtgedrängt in Massen irgendwo gestanden oder gesessen werden. Der Mindestabstand ist einzuhalten, da ja keine Masken getragen werden.

Woher wird der Platz kommen, den wir für Aufstellung der Pilze benötigen? Von Fußgänger:innen und allen anderen, für die der Gehweg gedacht ist. Denn an das Auto werden wir nicht rigoros rangehen. Wir werden keine Parkplätze in großer Zahl wegnehmen. Somit wird sich ein Konflikt verschärfen, der es Menschen auf Gehwegen eh schwer macht, die notwendigen Abstände einzuhalten. Wie kommen zu Fuß Gehende an diesen Orten vorbei? Wenn sie 1,50 Meter Abstand halten wollen?

Ich glaube: Die Nachfrage in den Kneipen etc. war auch schon während des Sommers rückgängig. Die Menschen sind verunsichert, sind in Parks ausgewichen und werden im Winter auch bei Aufstellen von Heizpilzen noch nicht so weit sein, wieder im üblichen Maße auszugehen.15/154. Angeschaffte Heizpilze werden nicht mehr verschwinden. Das Verwenden dieses Hilfsmittels, das letztlich nur den Komfort erhöht, den gute Kleidung und Decken bereits bieten, wird als unabdingbar empfunden werden.Kompromisse auf Kosten des Klimas sind indiskutabel.

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