Unglaublich – aber wahr. Mein Baby hat Geburtstag. Zehn Folgen #SheDrivesMobility gibt es seit diesem Sonntag. Angefangen hat es mit einer Idee im letzten Jahr, dann habe ich mir die Ausrüstung gekauft – und diese erstmal eine ziemlich lange Weile liegen gelassen. Mir dann aber für das Jahr 2019 vorgenommen, jeden Monat mindestens einmal meine Komfortzone zu verlassen – dazu gehört nach Webseite, Blog und Keynote dann auch der Podcast. Der mir seitdem viel Freude macht, weil ich enorm tollen Frauen begegnet sind, die mich sehr inspirieren und mir die Power geben, den manchmal sehr massiven Krach in den sozialen Medien, der mir entgegen schallt, durchzustehen. Folge zehn gestalte ich mit Brigitte Strathmann, die von Seiten der Stadt Osnabrück das Projekt MOBILE ZUKUNFT leitet. Gemeinsam mit ihrem Kollegen der Stadtwerke Osnabrück, Joachim Kossow, bringt sie hier viele Dinge im Kleinen und Großen voran.

Wachstum versus Nachhaltigkeit

Brigitte studierte bei Prof. Monheim, der bis heute noch sehr aktiv für gute Stadträume tätig ist, Raumplanung – und hat damit einen wieder neuen Zugang zu Mobilität, im Vergleich zu den bisherigen Interviews, die sich Technik, Transportmitteln, Antrieben und Digitalisierung widmeten, hat Brigitte vor allem den Menschen im Blick. Denn ihm sollte die Stadt “gehören”, an seinen Bedürfnissen muss sich messen lassen, ob die Mobilität vor Ort nachhaltig ist.  Sie hält es mit Jan Gehl: “Der Mensch ist die größte Attraktion der Stadt.”

Tandemprojekte sorgen für Begegnung und Austausch

Das Besondere am Projekt ist dabei nicht nur die Doppelspitze, die die beiden großen Player in Sachen städtischer Mobilität vereint, sondern auch die Struktur der einzelnen Projekte. Denn an diesen sind jeweils ein Mensch aus der Politik mit einem Fachmann oder einer Fachfrau von Stadt und/oder Stadtwerken beteiligt. So widmen sich diese Teams z. B. der Citylogistik mit Lastenrädern, dem betrieblichen Mobilitätsmanagement bei Arbeitgebern, Park and Ride (was es zuvor, kaum zu glauben, in Osnabrück nicht gab) und Mobilitätsstationen. Größtes Highlight bisher: Die Elektrifizierung bestimmter Buslinien, teilweise bis in den umgebenden Landkreis Osnabrück hinein.

Stadtraum ist Begegnung

Für Brigitte bemisst sich die Lebensqualität in der Stadt an den Möglichkeiten zum Verweilen. Restaurants, Plätze, leiser Raum und Natur. Momentan findet ihr im Stadtraum zuviel auf einmal statt, in zu engem Raum – was durch Infrastruktur auch zu gefährlichen Situationen führen kann. Das Büro ist mitten an einer Kreuzung, die zeigt, wieviel Platz gerade dem Auto gehört und wieviel Schleifen Fußgänger:innen und Radfahrende drehen müssen, um ihre Wege gehen zu können. Denn alles wurde um das Auto herum gebaut.

Ich finde: Eine total spannende Folge für alle, die mal etwas mehr über die Theorie hinter der Praxis erfahren wollen. Denn die braucht es, um erfolgreich Stadt neu zu denken.

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