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Zu Gast beim ADFC Osnabrück: Autokorrektur ist möglich?

Mit ihrem Buch „Autokorrektur“ stieg Katja Diehl von 0 auf 5 in die Spiegel Bestsellerliste ein. Die Verkehrsfachfrau studierte in der Hasestadt und war im Verkehrsbereich der Stadtwerke Osnabrück tätigt. Diehl kennt man auch vom Podcast „She Drive mobility“. Jetzt besucht sie wieder Osnabrück für eine Lesung aus ihrem Buch.

Der ADFC Osnabrück traf sich mit Katja Diehl auf dem Neumarkt und konnte der Autorin Fragen mitgeben.

Katja Diehl kennt Osnabrück aus der Studienzeit und ersten zehn Jobjahren. Auf dem Neumarkt trifft sie den ADFC Osnabrück zu Fragen zur Autokorrektur.
Foto Detlef Heese.

Rückkehr nach Osnabrück – Dein erster Eindruck?

Viel Kleines, nichts Großes ist passiert. Die „Wohnzimmer“ sind immer noch autodominiert und Menschen versuchen sich in Koexistenz am Neumarkt, am Domparkplatz und an den mehrspurigen Ein- und Ausfallstraßen. Bei meiner Lesung wurde dieser Eindruck bestätigt: Viele fahren mit Angst oder gar nicht mehr Fahrrad. Das ist für eine „Friedensstadt“ kein gutes Signal.

Wie gut müssen die Einfallstraßen, also die großen Radialen wie Hansastraße für den Radverkehr ausgebaut werden?

Für mich geht es hier nicht um Ausbau, sondern in erster Linie um Flächengerechtigkeit und glasklare Kommunikation der Veränderungen. Ich denke z. B., dass sich radfahrende Personen durchaus auch in Mischverkehren bewegen können, wenn das Tempo der Stadt auf 30 gesenkt und ein Überholverbot platziert werden würde. Es kann nicht sein, dass Menschen ohne Auto weiterhin schutzlos in den offenen Kampf geschickt werden, weil der Mut fehlt, den Helsinki hat: Keine Verkehrstoten als Ziel zu fordern und auch einzuhalten.

Wenn gebaut wird, dann aus exklusiver Autofläche Rad- oder überbreite Mischspuren, so dass auch unterschiedlich schnelle Radfahrer:innen sich gefahrlos überholen und die Spur ggf. sogar mit Bussen teilen können. Die Geschwindigkeit dieser „gesunden“ Mobilität muss attraktiv gestaltet werden durch andere Grünphasen und Bevorzugung.

Wie müssen wir mit dem Schwerlastverkehr in der Stadt umgehen?

Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich in der Hasestraße und schaue staunend zu, wie sogar mitten am Tag riesige Lkw sich durch die Straße quälen, für Stau und Enge sorgen. Lkw können nachts anliefern, am Tag haben sie nichts in der Stadt verloren. Obwohl es die ausgereifte Technik der Abbiegeassistenten bereits lange existiert, ist diese zudem keine Pflicht. Auch der nachträgliche Einbau wird nicht gefordert. Hier vermisse ich die angebliche Innovationskraft sowohl von Industrie als auch Politik. Lieferverkehr mit Hublösungen zu denken, Feinverteilung über Cargobikes und anderes zu denken halte ich für sinnvoller, auch im Sinne einer Lebensqualität in Osnabrück.

Was würde der Wall als Einbahnstraße bringen?

Ich finde so einen Ansatz sehr spannend! Gerade komme ich aus München zurück, wo Einbahnstraßen Teil der Verkehrsgestaltung sind und deutlich für Entspannung sorgen. Es entsteht eine Autospur Raum, die genutzt werden kann und die Enge im Stadtraum entzerrt.

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