Sharepic mit einem Porträt von mir lächelnd auf der Bühne und dem Text: Sicherheit im ÖPNV ist mehr als nur "Kriminalstatistik".

Zu Gast auf dem Sicherheitskongress in Wuppertal: Keynote zu den Facetten subjektiver Sicherheit.

🚍 Sicherheit entscheidet über die Verkehrswende.
‼️ Subjektive Sicherheit hat viele Facetten, die oft übersehen werden.

⁉️ Wie sicher ist eigentlich eine Autofahrt im Vergleich zum ÖPNV – und warum verdrängen wir beim Auto so viele Gefahren, gerade für Dritte?
⁉️ Kann Technik gesellschaftliche Probleme lösen?
⁉️ Ist Gewalt männlich und Angst weiblich?
⁉️ Wie sichern wir die Unversehrtheit von Zugbegleitpersonal?
⁉️ Ist erhöhte Gewalt im ÖPNV Realität – oder auch ein Produkt von Politik, die Unsicherheit schürt?
⁉️ Spiegelt die Debatte um Sicherheit im ÖPNV nicht den Zustand unserer Gesellschaft wider?


All diese Fragen gingen mir gestern in Wuppertal durch den Kopf – beim Sicherheitskongress NRW.

In einer Pause las ich, dass die Finanzierung des Deutschlandtickets erneut infrage steht und der Preis wieder steigen soll. Das ist absurd: Gerade dieses Ticket ermöglichte Umstiege vom Auto auf die Bahn – mit positiven Klimaeffekten. Statt Verunsicherung braucht es hier Verlässlichkeit.

Denn echte Wahlfreiheit entsteht nur, wenn Mobilität niemanden zurücklässt.

Genau das ist in unserem autozentrierten System aber Realität: Ganze Regionen sind nur bewohnbar für Menschen mit Führerschein und Auto. Das ist nicht Freiheit, sondern Abhängigkeit.

Dort, wo Menschen eine Wahl haben, führt mangelndes Sicherheitsgefühl dazu, dass sie das Auto nehmen. Dieses bietet vermeintlich Schutz und Privatsphäre – auch weil die Gefahren des Autofahrens verdrängt werden.

👉 Punkte, die nicht zu unterschätzen ist: Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit.
Wenn 74 % der Züge in einem Gebiet unpünktlich sind und 17 % ausfallen (wie Oliver Wittke selbstkritisch einräumte), dann ist das ebenfalls ein massiver UN-Sicherheitsaspekt.

Sicherheit ist so viel mehr als Kriminalstatistik. Sie umfasst:
✅ Respekt im Miteinander
✅ Barrierefreiheit für alle – und ja! Auch das Deutschlandticket ist „sicherer“ als Tarifdschungel durchforsten zu müssen!
✅ Schutz für Kinder, Frauen und vulnerable Gruppen
✅ verständliche und faire Tarife (Deutschlandticket)
✅ technische Lösungen wie Notrufeinrichtungen oder Videoüberwachung
Fahrgäste mit Zivilcourage
✅ Empathie statt Aggression – auch wenn es manchmal nicht so angenehm ist, mit anderen auf engem Raum zu reisen

🔎 Eine Zahl: 73 % der Menschen würden eher Bus fahren, wenn es an Haltestellen Videoüberwachung gäbe.

📣 Mein Appell:
„Wissen macht sicher. Deswegen ist mehr erklärende Kommunikation zu den vielen Sicherheitsaspekten und -maßnahmen wichtig und nötig.“
Denn Fahrgäste „fragen“ nicht nach Sicherheit, wenn sie diese nicht spüren, steigen sie aus – so sie eine Wahl haben. Umso wichtiger ist es, zu zeigen, wie sicher der ÖPNV ist.

Nur wenn wir Sicherheit ganzheitlich denken – objektiv und subjektiv, technisch und sozial – wird der ÖPNV das Rückgrat einer gerechten Mobilität.

Was lässt euch „sicher“ fühlen?

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2 Antworten zu „Zu Gast auf dem Sicherheitskongress in Wuppertal: Keynote zu den Facetten subjektiver Sicherheit.“

  1. Avatar von Spürmeise
    Spürmeise

    Ihre Frage „Wie sicher ist eigentlich eine Autofahrt im Vergleich zum ÖPNV“ finde ich interessant. Die Mehrzahl meiner Arbeitskollegen fahren nur Auto (und nie Fahrrad oder ÖPNV), weil sie letztere Alternativen sehr unsicher empfinden (allerdings letztendlich wohl doch nur, weil sie es sich nicht von „Grünen“ „Ökofaschisten“ vorschreiben lassen wollen).

    Ehrlich gesagt habe ich aber auch nicht den Eindruck, dass eine Autofahrt _innerorts_ mit irgendwelchen körperlichen Risiken für die Autoinsassen verbunden sein könnte. Auf dem Fahrrad hat man aber definitiv keine Knautschzone. Die sekundären Risiken als ÖPNV-Benutzer sind auch nicht gerade null. Umgekehrt ist es schon extrem selten, dass ein innerorts fahrendes Auto etwa in Metallzinken eines Baggers oder Traktors gerät (wo die „panzerartigen“ Schutzssysteme für innerorts zu fahrende Geschwindigkeiten der PKW nicht greifen).

    Der zweite Teil Ihrer Frage, die potentielle Schädigung Dritter, interessiert die typischerweise nicht-altruistisch veranlagten Leute eigentlich gar nicht.


    1. Danke, dass Sie meine Gedanken weiter geführt haben. Sehr hilfreich!


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