Am Samstag musste Waymo seinen Robotaxi-Service in San Francisco komplett einstellen. Ein Stromausfall hatte zuvor ein Drittel der Stadt lahmgelegt. Die „autonomen” Fahrzeuge blockierten den Verkehr, während die Notfalldienste dringend freie Straßen benötigten.
125.000 Haushalte waren ohne Strom. Autonome Fahrzeuge ohne Plan!!
Was uns das zeigt:
1️⃣. Technologie ist nicht neutral – und schon gar nicht per se resilient. Systeme, die bei einem simplen Stromausfall kollabieren, sind keine Lösung für urbane Mobilität. Sie sind ein zusätzliches Problem.
2️⃣. Wer zahlt den Preis? Nicht die Tech-Bros in ihren klimatisierten Büros. Sondern die Rettungsdienste, die nicht zu den Menschen in Not durchkommen.
3️⃣. Die Disruptions-Illusion: Seit Jahrzehnten wird uns erzählt, autonome Fahrzeuge seien die „Zukunft der Mobilität”. Effizienter. Sicherer. Besser.
Die Realität sieht jedoch anders aus: Bei der ersten kleinen aber ernsthaften Herausforderung – einem Stromausfall – versagen sie spektakulär.
4️⃣. Falsche Lösung am falschen Ort: Autonome Fahrzeuge können im ländlichen Raum Sinn machen – als Teil des öffentlichen Verkehrs, in öffentlicher Hand, dort wo ÖPNV-Dichte schwer zu erreichen ist.
AAber in Städten? Dort kannibalisieren private Robotaxis bestehende Nahverkehrssysteme, blockieren Rad- und Fußwege und verschärfen das Verkehrschaos, anstatt es zu lösen.
Wir brauchen weniger Fahrzeuge in Städten – keine neuen Tech-Spielzeuge, für die öffentlicher Raum privatisiert werden muss und die auf Profit statt für Menschen optimiert sind.
Was hat in der Krise funktioniert?
Fahrräder. Zu Fuß gehen. Und vermutlich auch der ÖPNV mit menschlichen Fahrer:innen, die in außergewöhnlichen Situationen auch mal improvisieren können.
Mein Fazit
Wir brauchen:
🚀 Robuste, öffentliche, menschenzentrierte Mobilität in Städten
🚀 Autonome Systeme als Teil des öffentlichen Verkehrs – dort, wo sie Sinn machen, also im ländlichen Raum
🚀 Keine Kannibalisierung von Bus, Bahn, Rad- und Fußverkehr durch private Profitinteressen
Waymo hat „temporär ausgesetzt”. Die Frage ist: Warum setzen wir überhaupt auf Systeme in privater Hand, die so fragil sind und den urbanen Raum für so wenige monopolisieren?


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