Verena Zeidler ist Mobilitätsforscherin und Verkehrsplanerin, die sich mit Leidenschaft für eine gerechte und zukunftsfähige Verkehrswende einsetzt. Ihr Fokus liegt darauf, Rad- und Fußverkehr sicher und attraktiv zu machen, Straßenräume lebenswerter zu gestalten und damit insbesondere Kindern und Jugendlichen eigenständige Mobilität zu ermöglichen.
»Und ja, ich glaube, das kann man nicht oft genug betonen, dass das eigentlich ein Grundrecht sein sollte, dass die [Kinder] eigenständig unterwegs sein können […] «
Zusammenfassung
Verena Zeidler beschreibt im Interview ihren Weg in die Mobilitätsforschung, der sie über Politikwissenschaften und Wirtschaftsingenieurwesen schließlich in die strategische Verkehrsplanung führte. Sie sieht große Blockaden auf Bundesebene, während Städte wie Karlsruhe oder Frankfurt bereits spürbare Veränderungen einleiten. Für sie ist entscheidend, dass Radverkehr nicht nur punktuell mit einzelnen Streifen gefördert wird, sondern durchgängige, sichere Netze entsteht. Besonders wichtig ist ihr, die Perspektive von Kindern und Jugendlichen einzubeziehen, da eigenständige Mobilität ein Grundrecht sei und zugleich die Aufenthaltsqualität von Straßenräumen verbessert werden müsse. Sie betont, dass echte Bürgerbeteiligung ein zentraler Hebel für Fortschritte ist, weil sie politischen Entscheidungen fachlich Rückhalt verleiht. Oft seien es nicht große Prestigeprojekte, sondern kleine, sichtbare Veränderungen wie Poller oder Markierungen, die eine starke Wirkung entfalten. Ihr Zukunftsbild ist geprägt von begrünten, lebenswerten Straßenräumen, in denen Kinder sicher unterwegs sein können, was sie auch als notwendige Anpassung an den Klimawandel versteht. Zugleich kritisiert sie fehlendes Personal in Kommunen, komplexe Förderprozesse und eine fehlende klare Linie auf Bundesebene. Insgesamt plädiert Zeidler für eine Abkehr von der autozentrierten Planung hin zu einer menschenorientierten Mobilität, die Sicherheit, Lebensqualität und Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt stellt.







Schreibe einen Kommentar