Theo Jansen ist ein beharrlicher Vordenker der kommunalen Verkehrswende, der Mobilität konsequent als gesellschaftlichen Transformationsprozess und nicht als reines Infrastrukturthema versteht. Mit dem Aufbau und der langjährigen Prägung des Zukunftsnetz Mobilität NRW hat er Verwaltung, Politik und Praxis zusammengebracht, um nachhaltige Mobilität strukturell zu verankern und mehrheitsfähig zu machen.
»Die Mobilitätswende ist kein Problem von fehlenden Mobilitätsplanungsinstrumenten. Und es ist auch kein Thema, sondern es ist in erster Linie ein Thema von Transformation. Es muss sich was verändern.«
Zusammenfassung
Im Interview schildert Theo Jansen, wie er über persönliche Alltagsmobilitätserfahrungen und seine Arbeit in kommunalen Strukturen zur Mobilitätswende kam. Er betont, dass Mobilitätswende kein einzelnes Infrastrukturprojekt sei, sondern ein systemischer Transformationsprozess, der klare politische Zielbilder, ausreichende Ressourcen und ein sauberes Rollenverständnis zwischen Politik und Verwaltung erfordert. Fortschritt scheitere weniger am fehlenden Fachwissen als an institutionellen Rahmenbedingungen, politischen Vorgaben und personellen Engpässen. Als zentral hebt Jansen die Bedeutung von Visionsarbeit, interdisziplinären Ansätzen und Kommunikation hervor, um Veränderung zu ermöglichen und Akteure mitzunehmen. Er warnt vor parteipolitischer Vereinnahmung und beschreibt „pluralistische Ignoranz“ als zentrales Hindernis, da Mobilitätswende oft als nicht mehrheitsfähig wahrgenommen werde, obwohl viele Menschen sie unterstützten. Abschließend formuliert er eine Vision von Mobilität, die einfach funktioniert, Spaß macht und stärker auf Fußverkehr, Radverkehr, ÖPNV und Sharing-Systeme setzt.






Schreibe einen Kommentar