Katja Diehl im Gespräch mit Karin Cordes‑Zabel und Frank Cordes

Karin Cordes‑Zabel, auch bekannt als „Zauberbärin“, sitzt im Rollstuhl und nutzt einen Sprachcomputer – sie dokumentiert gemeinsam mit ihrem Ehemann Frank Cordes ihre Erfahrungen als Reisende mit Behinderung. Gemeinsam klären sie öffentlich über Probleme beim Bahnfahren auf und engagieren sich für ein barrierefreies Schienennetz.

»Wir müssen ja den Aktivismus betreiben, in gewisser Weise, und sagen, hallo, hier sind wir und hier sind die Probleme, aber gleichzeitig müssen wir zur Bahn gehen und sagen, Mensch, können wir das ändern?«

Zusammenfassung

Frank und Karin Cordes setzen sich öffentlich für Barrierefreiheit im Bahnverkehr ein. Seit 2019 unternehmen sie regelmäßig Bahnreisen mit E-Rollstuhl und dokumentieren dabei Missstände wie defekte Hublifte, unbesetzte Servicezeiten und unzugängliche Toiletten. Trotz zahlreicher Rückschläge halten sie an der Bahn als Verkehrsmittel fest – nicht nur aus ökologischen Gründen, sondern auch, weil sie Reisen lieben. Ihre Erlebnisse teilen sie auf Social Media, erreichen damit inzwischen Hunderttausende und wurden dadurch zu wichtigen Stimmen in der Debatte um inklusive Mobilität. Dabei setzen sie nicht auf pauschale Kritik, sondern auf konstruktiven Aktivismus im Dialog mit der Deutschen Bahn. Ihr Ziel ist ein realistischer, schrittweiser Wandel: bessere Ausstattung, verlässlichere Planung und langfristig ein vollständig barrierefreies Verkehrssystem. Ihre Arbeit zeigt, wie gelebte Betroffenheit zu politischem Druck und tatsächlichen Veränderungen führen kann.

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