Katja Diehl im Gespräch mit Annika Brockschmidt

Annika Brockschmidt verbindet ihre Analyse von Macht, Privilegien und rechten Gegenbewegungen konsequent mit der Verkehrswende und macht sichtbar, dass Mobilität keine technische, sondern eine zutiefst politische und gesellschaftliche Frage ist. Mit dem Konzept einer intersektionalen Verkehrswende legt sie offen, wie Klimaschutz, Teilhabe und Demokratie zusammenhängen und warum Widerstand gegen Veränderungen im Verkehr oft Ausdruck verteidigter Privilegien ist.

»Mir geht es um die intersektionale Verkehrswende und so weiter und so fort.«

Zusammenfassung

Im Interview analysiert Annika Brockschmidt aktuelle gesellschaftliche Backlash-Dynamiken, insbesondere im Kontext von Pandemie, Klimapolitik und Mobilitätsdebatten. Sie beschreibt, wie Krisen Verschwörungsdenken, rechte Mobilisierung und vereinfachende Feindbilder begünstigen und wie dabei Narrative einer vermeintlich „goldenen Vergangenheit“ gegen notwendige gesellschaftliche Transformationen – etwa in der Verkehrswende – in Stellung gebracht werden. Brockschmidt macht deutlich, dass Widerstand gegen Maßnahmen wie autofreie Räume oder Klimaschutz weniger aus realen Verlusten als aus dem Gefühl schwindender Privilegien entsteht. Zentral ist für sie der intersektionale Blick: Verkehrswende, Klimapolitik und Demokratiefragen sind untrennbar mit Macht, Teilhabe und Sichtbarkeit marginalisierter Gruppen verbunden. Trotz massiver Anfeindungen sieht sie Hoffnung darin, dass der aktuelle Backlash gerade Ausdruck realer gesellschaftlicher Verschiebungen hin zu mehr Pluralität ist – und damit ein Zeichen dafür, dass Veränderung bereits stattfindet.

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