Katja Diehl im Gespräch mit Annika Brockschmidt

Annika Brockschmidt verbindet ihre Analyse von Macht, Privilegien und rechten Gegenbewegungen konsequent mit der Verkehrswende und macht sichtbar, dass Mobilität keine technische, sondern eine zutiefst politische und gesellschaftliche Frage ist. Mit dem Konzept einer intersektionalen Verkehrswende legt sie offen, wie Klimaschutz, Teilhabe und Demokratie zusammenhängen und warum Widerstand gegen Veränderungen im Verkehr oft Ausdruck verteidigter Privilegien ist.

»Mir geht es um die intersektionale Verkehrswende und so weiter und so fort.«

Zusammenfassung

Im Interview analysiert Annika Brockschmidt aktuelle gesellschaftliche Backlash-Dynamiken, insbesondere im Kontext von Pandemie, Klimapolitik und Mobilitätsdebatten. Sie beschreibt, wie Krisen Verschwörungsdenken, rechte Mobilisierung und vereinfachende Feindbilder begünstigen und wie dabei Narrative einer vermeintlich „goldenen Vergangenheit“ gegen notwendige gesellschaftliche Transformationen – etwa in der Verkehrswende – in Stellung gebracht werden. Brockschmidt macht deutlich, dass Widerstand gegen Maßnahmen wie autofreie Räume oder Klimaschutz weniger aus realen Verlusten als aus dem Gefühl schwindender Privilegien entsteht. Zentral ist für sie der intersektionale Blick: Verkehrswende, Klimapolitik und Demokratiefragen sind untrennbar mit Macht, Teilhabe und Sichtbarkeit marginalisierter Gruppen verbunden. Trotz massiver Anfeindungen sieht sie Hoffnung darin, dass der aktuelle Backlash gerade Ausdruck realer gesellschaftlicher Verschiebungen hin zu mehr Pluralität ist – und damit ein Zeichen dafür, dass Veränderung bereits stattfindet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

INTERVIEWS ZUR VERKEHRSWENDE

  • Katja Diehl im Gespräch mit François Bausch

    Katja Diehl im Gespräch mit François Bausch

    François Bausch gilt als einer der zentralen politischen Treiber der Verkehrswende in Luxemburg, der Mobilität konsequent als Systemfrage statt als Einzelmaßnahme versteht. Sein Ansatz zielt darauf ab, Menschen statt Fahrzeuge zu bewegen und dafür langfristig in ein vernetztes, leistungsfähiges und multimodales Verkehrssystem zu investieren.

  • Katja Diehl im Gespräch mit Tom Flood (englisch)

    Katja Diehl im Gespräch mit Tom Flood (englisch)

    Tom Flood is a Canadian communications strategist and father who became one of the best-known voices for safer, more human-centered streets after realizing how dangerous everyday school journeys can be for children. Through powerful visuals and storytelling, he works to reframe the debate around mobility and advocates for a transport transition that puts people—not cars—at…

  • Katja Diehl im Gespräch mit To Zero

    Katja Diehl im Gespräch mit To Zero

    TO ZERO macht Dieselbusse emissionsfrei – für ÖPNV und Reisebusbetreiber. Ich habe sie auf der Bus2Bus an ihrem Stand getroffen und bin mit CEO und Gründer Andreas Pfeffer ins Gespräch gekommen.

  • Katja Diehl im Gespräch mit Dilek Ruf

    Katja Diehl im Gespräch mit Dilek Ruf

    Dilek Ruf ist Architektin und Projektentwicklerin, die sich leidenschaftlich für eine nachhaltige, sozial durchmischte und lebenswerte Stadt einsetzt. Mit ihrem Fokus auf Bestandsumbau, neue Mobilitätskonzepte und ganzheitliche Stadtentwicklung treibt sie ein Umdenken weg von autozentrierter Planung hin zu menschenorientierten Räumen voran.

  • Katja Diehl im Gespräch mit Catharina Fischer

    Katja Diehl im Gespräch mit Catharina Fischer

    Catharina Fischer beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Frage, wie Tourismus nachhaltiger und zukunftsfähiger gestaltet werden kann – insbesondere durch eine bessere Verknüpfung von Tourismus, Mobilität und regionaler Entwicklung. In ihrer Arbeit setzt sie sich dafür ein, dass Tourismusakteur:innen Mobilität neu denken und gemeinsam mit Städten und Regionen Lösungen entwickeln, die sowohl Gästen als…

  • Katja im Gespräch mit Sebastian Hilger und Serkan Kaya

    Katja im Gespräch mit Sebastian Hilger und Serkan Kaya

    Sebastian Hilger nutzt seinen Film, um gesellschaftliche Konflikte rund um Themen wie Verkehrswende und öffentliche Debatten emotional erfahrbar zu machen und damit neue Zielgruppen für diese Auseinandersetzung zu sensibilisieren. Serkan Kaya zeigt aus der Perspektive seiner Rolle, wie stark Menschen, die sich etwa für Veränderungen wie eine nachhaltigere Mobilität einsetzen, unter öffentlichem Druck und digitalem…