Eine Person hält mit ernstem Gesicht ein Schild, auf dem "Fahrrad - frei" steht. Dazu der Text: Poller retten Leben. Kiezblock-Studie zeigt: Verkehrsberuhigung wirkt – trotzdem wird sie blockiert.

Die Wissenschaft ist eindeutig. Die Senatorin ignoriert sie.

Eine neue Metastudie zeigt: Kiezblocks funktionieren.

Sie machen Wohnviertel sicherer, gesünder und lebenswerter. Und sie genießen breite Zustimmung in der Bevölkerung – weit mehr, als uns manche glauben machen wollen.

Während die Unfallzahlen in Berlin zwischen 2018 und 2024 berlinweit um 14 Prozentpunkte sanken, gingen sie innerhalb von Kiezblocks um 34 Prozent zurück. Die Unfälle werden nicht nur weniger – sie werden auch weniger schwer. Besonders für Menschen zu Fuß und auf dem Rad. Und nein: Der Kfz-Verkehr verlagert sich nicht einfach auf Nachbarstraßen. Stattdessen wechseln Menschen das Verkehrsmittel.

Das ist kein kleiner Effekt. Das ist genau das, was wir wollen.

Und trotzdem?

Senatorin Bonde (CDU) stoppte im Mai 2025 die Finanzierung der Kiezblocks. Mit der Begründung: Sicherheitsbedenken. Poller seien gefährlich.

Diese Begründung fußt nicht auf wissenschaftlicher Evidenz. Das wissen wir jetzt schwarz auf weiß. Was Bonde betreibt, ist kein Sicherheitspolitik – es ist Autopolitik. Und sie betreibt sie auf dem Rücken von Menschen, die jeden Tag in Wohnvierteln zu Schaden kommen. Auf dem Schulweg. Auf dem Weg zum Arzt. An zugeparkten Ecken, die längst entschärft sein könnten.

Von knapp 75 berlinweiten Initiativen sind 35 Kiezblocks beschlossen. Sie warten. Nicht auf Geld. Auf politischen Willen.

Das Muster kennen wir.

Studien aus Barcelona und London zeigen seit Jahren: Verkehrsberuhigung wirkt. Jetzt wissen wir es auch für Berlin. Und wie immer werden die Erkenntnisse nicht ignoriert, weil sie unklar sind – sondern weil sie unbequem sind für eine Verkehrspolitik, die das Auto noch immer als Standard betrachtet und alles andere als Ausnahme.

Das pauschale Poller-Bashing, das Berliner*innen fast täglich lesen, entspricht nicht der Realität in den Kiezen. Die Studie sagt es deutlich: Solche Debatten werden „häufig durch bewusste Fehlinformationen und emotional aufgeladene Narrative verstärkt.“

Bewusste Fehlinformationen. In einer Demokratie. Über Stadtplanung.

Was wirklich passiert in den Kiezen:

Die Verwaltung lernt mit jeder Umsetzung dazu. Im Winskiez wird das Gewerbe stärker in die Planung einbezogen. Am Lausitzer Platz fahren automatische Poller für Lieferverkehr herunter. Lösungen entstehen – wenn man sie entstehen lässt.

Über 60 Prozent der Befragten in den jeweiligen Kiezen unterstützen die Maßnahmen. Besonders dann, wenn nicht nur die Verkehrssicherheit verbessert, sondern auch die Gestaltung aufgewertet wird. Menschen wollen das. Berlin will das.

Im Herbst sind Wahlen. 🙂

Hast du auch immer mehr Sehnsucht nach faktenbasierter, zukunftszuversichtlicher Verkehrspolitik?

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