**Alt Text:** Sharepic auf dunkelblauem Hintergrund. Links: Katja Diehl in weißem Blazer und gemusterter Bluse, lächelt in die Kamera. Oben in Weiß und Rosa der Kolumnentitel: „Oma muss zum Arzt: Autonome Shuttles könnten helfen – wenn Kommunen ehrlich rechnen würden." Rechts daneben in gelber und mintgrüner Schrift: „Neue t3n-Kolumne über Verdrängung. Von Kosten des Autoverkehrs." Unten rechts das Logo von She Drives Mobility und www.katja-diehl.de.

Oma muss zum Arzt! Autonome Shuttles könnten helfen – wenn Kommunen ehrlich rechnen würden.

Der ländliche Raum wartet auf Erlösung. Und wer kommt? Das autonome Fahrzeug. Als Heilsversprechen, als Technologierevolution, als Antwort auf alles, was der ÖPNV nicht lösen konnte.

Ich bin skeptisch. Nicht, weil ich Technologie ablehne. Sondern weil ich die Fehler kenne, die wir beim Auto gemacht haben – und weil ich sehe, wie wir dabei sind, sie zu wiederholen.

Ohne systemisches Denken ist es die nächste Stufe der Autoabhängigkeit – nur ohne Lenkrad.

Was autonomes Fahren braucht: zwei Grundbedingungen.

Erstens: Die Kommune muss verantwortlich bleiben. Was passiert, wenn ein Anbieter pleitegeht oder sich aus Regionen zurückzieht, in denen er nicht genug verdient? Die Oma, die zum Arzt muss, hat dann wieder keine Verbindung. Grundversorgung ist keine Frage der Profitabilität. Sie ist eine Frage der Gerechtigkeit.

Zweitens: Ergänzung statt Konkurrenz. Autonome Fahrzeuge sollen den ÖPNV ergänzen, nicht kannibalisieren. Intelligente Zubringerdienste zu Knotenpunkten, nahtloser Wechsel zwischen Verkehrsmitteln – und keine parallelen Privatangebote, die dem öffentlichen Verkehr Fahrgäste entziehen.

Zwei Felder, die dabei oft übersehen werden.
Logistik in der Nacht: weniger Lärm, weniger Emissionen, weniger gestresste Fahrer*innen – wenn es nicht privatwirtschaftlich zersplittert bleibt. Und Carsharing neu gedacht: Wenn das Auto zu dir kommt, ist es eine echte Alternative zum Zweit- oder Drittwagen.

Technologie ist kein Plan.

Autonomes Fahren kann ein Baustein einer gerechten Mobilität sein – aber nur, wenn Kommunen die Steuerung behalten, Kosten transparent sind und die Technologie in ein Gesamtsystem eingebettet wird. Ein autonomes Fahrzeug löst nicht die Probleme, die das Auto als System verursacht.
Was es braucht, ist politischer Wille. Und ehrliche Rechnungen.

Der Text in voller Länge erschien zuerst im Rahmen meiner Kolumne beim t3n Magazin – was sind deine Gedanken!?

,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Dir gefällt, was ich tue?

Unterstütze mich gern! Du und ich: Wir sind ein Kollektiv!

Detailbeschreibung ausklappen

Ich freue mich sehr, wenn meine Arbeit dir Mehrwert bietet und du mich dabei unterstützen möchtest!

Um meine Projekte langfristig fortsetzen zu können, möchte ich mir ein Grundeinkommen sichern. Seit einiger Zeit habe ich ein unterstützendes Team um mich aufgebaut: Jemand kümmert sich um meine E-Mails, eine andere Person übernimmt meinen Instagram-Account, und ein weiterer Mensch mixt meinen Podcast ab. Auch mein Steuerberater und meine Rechnungsfee gehören dazu. Dieses Outsourcing entlastet mich enorm, bringt aber natürlich auch Kosten mit sich. Deshalb möchte ich im ersten Schritt diese Kosten decken und freue mich über jede Unterstützung.

Exklusive Inhalte und virtuelle Treffen

1 × wöchentlich schaue ich in den Rückspiegel: Wo stehen wir in der Mobilitätswende? Und gebe Abonnent:innen exklusive Inhalte.

Detailbeschreibung ausklappen

Für nur fünf Euro pro Monat erhältst du meinen wöchentlichen Steady-Newsletter. Es gibt auch weitere Pakete, die Gastzugänge oder größere Pakete für Unternehmen beinhalten, die bis zu 20 Zugänge für Mitarbeiter:innen oder Kolleg:innen bieten. Bei den größeren Paketen ist ein virtuelle