Nur 67 Prozent wissen, dass öffentliche Verkehrsmittel besser sind als Autos.

Die Klimabildungslücke: Medial und politisch gewollte Desinformation?

Gerade erschien die 6. Klimastudie der European Investment Bank (EIB), die sich diesmal auf „Definitionen und Ursachen des Klimawandels, seine Folgen und Lösungen“ konzentriert. Denn: „Im Kampf gegen den Klimawandel sind alle gefragt. Fundierte Entscheidungen kann aber nur treffen, wer genau weiß, um was es geht.“

Spannendes Detail:
Die über 50-Jährigen in Deutschland kennen sich bei den meisten Fragen zu den Ursachen der Klimakatastrophe, ihren Folgen und den Lösungen viel besser aus als Jüngere.

Nur 43 Prozent wissen, dass niedrigere Tempolimits auf Straßen helfen.

„Die Deutschen sind sich der Ursachen und Folgen des Klimawandels bewusst, könnten aber ihr Wissen über Lösungen verbessern. Ähnlich wie in den meisten EU-Ländern weiß ein Großteil NICHT, dass z. B. niedrigere Tempolimits auf Straßen (57 %) zur Bekämpfung des Klimawandels beitragen können.“

Wenn in „meinem Bereich“ der Mobilität also Wissenslücken klaffen, welche Bedeutung ein guter Nah- und Fernverkehr und niedrigere Höchstgeschwindigkeiten für das Klima haben (neben allen weiteren unzähligen positiven Effekten), wie will ich für solche Maßnahmen je Mehrheiten gewinnen?
Vor allem, wenn die Bundespolitik bei diesen beiden Details nicht dafür bekannt ist, sie als das darzustellen, was sie sind:
Unabdingbar.

Eine Studie der Universität Konstanz in Zusammenarbeit mit Das Progressive Zentrum bewies vor einem Jahr, dass schon wenig Information die Meinung der Bevölkerung ändert – und Mehrheiten für ökologischere und sozialere Varianten ermöglichen könnte.

Herausgegriffen haben sich die Studienautoren Adrian Rinscheid und Marius Busemeyer damals die Pendlerpauschale, ein fiskalisches Mittel, von dem vor allem Gutverdienende profitieren, da Menschen mit geringem Einkommen oft gar keine oder nur geringe Steuern zahlen und seltener den Pauschalbetrag für Werbungskosten übertreffen, den ohnehin alle absetzen können. Das bestehende Modell verstärkt somit soziale Ungleichheiten. Um bis zu 2.000 Euro könnten Gutverdiener:innen ihre Steuerlast drücken, schreiben die Autoren. Auch vorherige Untersuchungen zum Thema wiesen nach, dass sowohl die Pendeldistanz als auch die Steuerersparnis mit zunehmendem Einkommen tendenziell steigt. 2019 entgingen so Deutschland fünf Milliarden Euro Steuern. Zersiedelung, Luftverschmutzung, Lärm und Artensterben sind die Folge. Mit Abschaffung der Pendlerpauschale 2024 wären ab 2030 vier Millionen Tonnen CO₂ weniger möglich gewesen, da die Pendlerpauschale zu über 80 Prozent fürs Autofahren angewandt wird.

Diese negativen Folgen sind der Bevölkerung in großen Teilen unbekannt. Viele halten die Pendlerpauschale sogar für „sozial“. Die Fehleinschätzungen sind laut auf die Komplexität der Regelung zurückzuführen und auf die Kommunikation politischer Akteure, „für die Umweltschutz und Verringerung der Einkommensungleichheit keine Priorität haben“.

Wie steht es um Ihr Wissen?

Nur 50 Prozent wissen, dass seltener neue Kleidung kaufen hilft.
Nur 11 Prozent wissen, dass weniger Video-Streaming hilft.
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