Björn Bender beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit der Frage, wie Mobilität besser, vernetzter und nachhaltiger werden kann – von seinen Stationen bei DB und SBB bis heute als CEO von Rail Europe. Mit seinem Fokus auf einen leichter zugänglichen europäischen Bahnverkehr, mehr Wettbewerb und besseren grenzüberschreitende Verbindungen will er dazu beitragen, dass die Bahn für mehr Menschen zur attraktiven Alternative zu Auto und Flugzeug wird.
»Jetzt hat jeder verstanden, wenn wir da nicht investieren, dann werden wir abgehängt. Und nicht nur bahntechnisch, sondern leider auch volkswirtschaftlich.«
Zusammenfassung
Björn Bender beschreibt die europäische Bahnbranche an einem „Wendepunkt“: Die politischen Ziele und Investitionen in den Schienenverkehr seien so ambitioniert wie nie, gleichzeitig klaffe zwischen Anspruch und Realität noch eine enorme Lücke. Europas Bahnmarkt habe weiterhin nur einen Anteil von rund 7 Prozent am Personenverkehr – das Problem sei deshalb weniger die Nachfrage als die Umsetzung. Besonders Deutschland habe über Jahrzehnte Infrastruktur vernachlässigt und müsse nun massiv investieren, um nicht auch volkswirtschaftlich abgehängt zu werden. Als positive Beispiele nennt Bender Spanien, Italien, Österreich und Frankreich, wo der Ausbau von Hochgeschwindigkeitsstrecken und Wettbewerb auf der Schiene teilweise zu einem deutlichen Shift von Straße und Flugzeug zur Bahn geführt habe. Wettbewerb sieht er dabei ausdrücklich nicht als Gefahr für die Deutsche Bahn, sondern als Möglichkeit, neue Kundengruppen für die Bahn zu gewinnen. Gleichzeitig müsse Europa seine national zersplitterten Bahnsysteme – bei Infrastruktur, Tickets, Daten und Regulierung – stärker miteinander verbinden. Besonders optimistisch macht Bender, dass die europäische Ebene inzwischen nicht mehr nur Konzepte entwickle, sondern diese tatsächlich technisch umsetze.






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