2022 gab es sowohl den Tankrabatt als auch das 9-Euro-Ticket. Damals dachte ich: Jetzt kippt etwas. Millionen Menschen haben erlebt, wie es ist, wenn Bus und Bahn einfach und bezahlbar sind.
Vier Jahre später sitze ich wieder vor einem Mikrofon. Die Frage ist wieder der Tankrabatt.
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Seit dem 1. Oktober sind Benzin und Diesel bis zum Jahresende um bis zu 17 Cent pro Liter billiger. Das kostet Bund und Länder fast 2,5 Milliarden Euro. Gleichzeitig steigt der Preis für das Deutschlandticket im Januar auf 66,80 Euro, also über 800 Euro im Jahr. Für den Sprit war Geld da. Für Busse und Bahnen jedoch nicht.
Nicht nur mit Journalist*innen spreche ich gerade über drei Dinge:
1. „Auf dem Land geht es nicht anders.“
Ich höre diesen Satz ständig und nehme ihn ernst. Mobilität ist eine tiefe Routine. Wir ändern sie meist nur, wenn sich unser Leben ändert, beispielsweise wenn ein Kind kommt oder ein Umzug ansteht. Aber ich wünsche mir, dass der Mann auf dem Land nicht nur sagt: „Es geht nicht anders“, sondern auch: „Ich will, dass es anders geht.“ Diesen Anspruch darf er an die Politik stellen.
2. Die Autoindustrie und die Arbeitsplätze.
Ja, an ihr hängen viele Jobs. Routiniert und ohne Steuerungseffekte fließen viel politisches Engagement und Geld in diese Branche, die dennoch seit Jahren nicht aus ihrer „Krise“ kommt. Angela Merkel hat uns eine Million E-Autos bis 2020 versprochen. Das hat nicht geklappt. Wie auch, wenn man keine klaren Rahmenbedingungen setzt, immer „technologieoffen” bleibt und weiterhin Milliarden in die Subventionierung fossiler Autos steckt? Warum sollte dann irgendjemand sein Mobilitätsverhalten ändern?
3. Der Verkehr bleibt das Sorgenkind beim Klima.
Die Emissionen im Verkehr steigen, weil immer zu viele Neuwagen (DIENSTWAGEN!) mit Verbrennungsmotor verkauft und subventioniert werden.
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Worüber würde ich eigentlich gern sprechen?
‼️ Zum Beispiel darüber, dass diejenigen, die emissionsarm unterwegs sind, endlich auch mal einen Rabatt bekommen. Ticketrabatt statt Tankrabatt.
‼️ Über eine Mobilitätsgarantie für jedes Dorf.
‼️ Über Busfahrer:innen und Lokführer:innen, deren Jobs genauso zählen wie die am Autoband.
‼️ Über Bahnhöfe, an denen sich Frauen nachts sicher fühlen.
‼️ Über Barrierefreiheit, die kein Nice-to-have ist.
‼️ Über Straßenraum, der Kindern gehört und nicht parkenden Autos.
‼️ Und darüber, dass Mobilität Daseinsvorsorge ist und kein Luxusgut.
Ich habe nicht vor, in vier Jahren wieder über den Tankrabatt zu reden. Lasst uns die Gespräche führen, die uns weiterbringen! Ich bin bereit. Wer ist dabei?
Das gesamte Gespräch findet ihr in der Mediathek von Phoenix.


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