Eine Person mit rosa Mütze und Brille schaut in die Kamera.

Streik, Parkplätze und die Frage, wer denn nun das Problem ist.

40 Millionen Euro Umsatzverlust durch den Streik im Nahverkehr heute und morgen. Nie werdet ihr erraten, wer hier sagt, dass sei:
„Eine dicke fette Kröte.“
Der Handelsverband Bayern!

Großartig!
Denn damit bestätigt der Teil der Unternehmen, die stets beklagen, dass mit jedem fallenden Pkw-Abstellplatz der Umsatz fällt, obwohl die Lebensqualität steigt:
Viele unserer Kund*innen kommen eben NICHT mit dem Auto.
Argumente gegen Radwege auf „seinen“ Flächen, gegen verkehrsberuhigte Zonen – einfach mal selbst vom Tisch gewischt.

Denn der Umsatz bricht zusammen, weil die BAHNEN nicht fahren.

Ein weiteres Detail:
Ich „laufe“ seit heute Morgen durch die Kommentarspalten dieser Nation und korrigiere auch viele hier auf LinkedIn, dass das Streikrecht nichts ist, was verhandelbar ist. Sie wollen dieses abschaffen. Ein solch wichtiges Grundrecht!
Das Problem sind nicht die Streikenden. Es sind die Arbeitsbedingungen, die so schlecht sind, dass Menschen ihr Grundrecht einsetzen müssen, um gehört zu werden. Tarifabschlüsse unterhalb des Inflationsausgleichs sind keine Wertschätzung. Das ist schleichende Lohnkürzung.

Dabei fällt mir etwas auf:
Der Streik im ÖPNV nervt ALLE – sogar die, die ihn augenscheinlich noch nicht mal nutzen. Die im Auto. Denn die stehen beim ÖPNV-Streik noch mehr im Stau, weil alle anderen auch Auto fahren müssen.

Und zum Handel zurück:
Die unbequeme Wahrheit steckt in den Zahlen, die seit Jahrzehnten vorliegen und konsequent ignoriert werden.
– Eine Analyse von 100+ Städten zeigte: Fußgängerzonen steigern den Einzelhandelsumsatz um bis zu 49%.
– In Brooklyn stiegen die Umsätze nach einer Umwandlung zur Fußgängerzone um 172% – verglichen mit 18% im Rest des Bezirks.
– Spanische Städte zeigen: Läden in Fußgängerzonen machen systematisch höhere Umsätze als in autodominierten Straßen.

Menschen, die zu Fuß oder per ÖPNV kommen, kaufen häufiger und flanieren länger. Wer mit dem Auto kommt, hat eine Liste – und fährt wieder.

Der Handel kämpft um jeden Autoparkplatz, ist dann abhängig vom ÖPNV-Streik – und wundert sich über beides.

Die Lehre aus diesem Wochenende könnte lauten:
Mehr Fußgängerzone, weniger Parkplatz.
Bessere Arbeitsbedingungen, weniger Streik.
Mehr Lebensqualität – für alle.

Volle Solidarität den Streikenden, die heute und morgen ihr Grundrecht dafür nutzen.

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