Wenn eine der bekanntesten Moderatorinnen des Landes öffentlich sagt, sie fahre gerne zu schnell, nehme Strafen „billigend in Kauf“ – und eine große Autovermietung darunter „slay queen“ kommentiert, dann ist das kein lustiger Momenteffekt.
Das ist ein Symptom.
In Deutschland verharmlosen wir Rasen immer noch als Kavaliersdelikt.
Als kleine Regelübertretung, die man sich „leisten“ kann, solange man das Bußgeld bezahlt.
Wer schnell fährt und es „sportlich“ nimmt, gilt als cool, souverän, erfolgreich.
Die Realität ist: Zu hohe Geschwindigkeit ist eine der häufigsten Ursachen für tödliche Unfälle.
Es geht nicht um „mein Auto, meine Entscheidung“, sondern um Menschenleben, um Kinder auf dem Schulweg, um Radfahrende, ältere Menschen, alle, die sich Straßen nicht aussuchen können.
Wenn Prominente und Unternehmen Rasen öffentlich normalisieren – und sogar feiern –, tragen sie Verantwortung dafür, welchen Umgang mit Regeln und Risiken wir gesellschaftlich akzeptabel finden.
Wer Reichweite hat, hat Einfluss.
Wer Werbung macht, hat Verantwortung.
Ich wünsche mir:
Prominente, die sich bewusst sind, was sie mit solchen Aussagen verstärken.
Unternehmen, die nicht auf Kosten der Verkehrssicherheit Engagement-Fantasien bedienen.
Eine Öffentlichkeit, in der wir endlich aufhören, Geschwindigkeit mit Stärke zu verwechseln.
Rasen ist kein Lifestyle.
Rasen ist Gewalt mit Ansage.
Oder siehst du das anders?


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