Danke Jan Rosenow für die als Open Access zur Verfügung gestellte Studie zum „Heizungshammer“.
Es mag etwas vermessen klingen, aber diese Mechanismen wirken bis in das Persönliche von Menschen wie mir – verhindern Aufträge und Buchungen, wenn das Framing erstmal steht. Ich bin Dank Bild „Deutschlands Autohasserin Nummer 1“. So wurde vor Jahren getitelt. Und weitere Framings aus dem Journalismusdarstellerverein Axel-Springer-Verlag folgten. Kontinuierlich. Härter dann das Geraune durch Millionärsplattformen wie Ni-Us und rechtsdrallige Medienimitatoren.
Jetzt ist es sozusagen amtlich, und damit für die Genannten wahrscheinlich „gelogen“, weil sie stets wissenschaftsfern agieren.
Ein einziges, unterkomplexes Wort aus der BILD hat eine wichtige Transformation zerstört. Funfact: Die Basis von dieser kam von der Union. Aber das spielte keine Rolle, denn es ging darum, die Ampel zu beenden.
Im Februar 2023 leakt die BILD einen Entwurf zum Gebäudeenergiegesetz und tauft ihn so knackig wie falsch: „Heizungshammer“. Innerhalb eines Jahres steht dieses Wort in über 1.100 Artikeln. Das eigentliche Gesetz wird bis zur Unkenntlichkeit verwässert.
Die Zahlen der Studie sind schockierend:
„Hammer“ allein in der BILD über 250-mal. „Heizungsverbot“ – obwohl es so nie gab – in 800 weiteren Artikeln. Robert Habeck wird 839-mal namentlich genannt, oft mehr als zweimal pro Artikel. Die Berichterstattung lebte von Personalisierung, ökonomischem Schreckensszenario-Narrativ und dem Vorwurf, alles sei nur ideologisch getrieben. Was im Entwurf tatsächlich stand – und der war weit moderater als die Schlagzeilen – war nicht von Interesse. Denn um Inhalte ging es hier nicht.
Nur eine Handvoll Medien, vor allem Nischenformate wie klimareporter° oder Volksverpetzer (bewerft ihr diese schon mit Geld), haben sich den Originaltext wirklich angesehen. Der Rest hat erstmal vor allem die Propaganda ohne journalistischen Mehrwert weitergebrüllt.
Die politischen Folgen? Katastrophal:
Die 65-%-Erneuerbare-Pflicht wurde verwässert. Effizienzstandards für Neubauten wurden gestrichen. Deutschland hat seine langjährige Unterstützung für Mindeststandards in der EU-Gebäuderichtlinie fallen lassen. Und dieses Frühjahr schafft die Regierung dann auch noch 65%-Pflicht ab.
Was mich daran wirklich wütend macht: Das Gesetz ist nicht an seinen Inhalten gescheitert, sondern daran gescheitert, dass eine Medienkampagne die Deutungshoheit hatte, bevor die Politik überhaupt reagieren konnte. Framing first, Fakten least.
Das ist eine Blaupause. Jedes Land, das fossile Heizungen ausphasen will, sollte diese Studie lesen. Klimagesetze können technisch absolut richtig sein und trotzdem politisch scheitern. Wenn das falsche und bewusst spaltende emotionale Framing zuerst da ist.
Das passende Bild stammt mal wieder von Guido Kühn.
Was sind deine Ideen gegen diese kommunikative Zerstörungswut?


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