Zwei Elstern auf einem Fensterbrett, davor Porträts von Raùl und Katja und der Text: Wir brauchen mal eure Hilfe!

#KatjasKolumne: Warum Barrierefreiheit bei neuer Mobilität so oft vergessen wird – Suche nach Vorbildern.

Ladesäulen, Carsharing, Leihräder – überall entstehen gerade neue und vor allem oft völlig neu aufgebaute Angebote für die Mobilitätswende. Nur an die Menschen, für die genau diese Angebote den Unterschied zwischen Teilhabe und Ausschluss machen, wird dabei erstaunlich selten von Anfang an gedacht.

Im Inklusionsbarometer Mobilität der Aktion Mensch, für das 1.000 Menschen mit und 500 Menschen ohne Behinderung befragt wurden, geben 26 Prozent der Menschen mit Behinderung an, dass ihnen Reisezeiten im Alltag zu hoch sind, weil Wege umständlicher und Umstiege komplizierter werden. Fast doppelt so viele Menschen mit Behinderung wie ohne – 29 zu 16 Prozent – fühlen sich unterwegs in bestimmten Situationen unsicher, allein gelassen. Gleichzeitig wünschen sich laut derselben Studie zwei Drittel der Menschen in Deutschland eine klimafreundlichere Mobilität. Beides zusammengedacht heißt: Die Verkehrswende, die wir wollen, wird nur dann gerecht, wenn Barrierefreiheit von der ersten Planungsskizze an mitgedacht wird – und nicht als teure Nachrüstung endet oder als Versprechen auf die Zukunft, und doch wieder ausbleibt.

INSERT_STEADY_NEWSLETTER_SIGNUP_HERE

Damit es nicht bei der Kritik bleibt, wollen wir zeigen, dass es auch anders geht. Und suchen nach den Vorbildern, die wir sichtbar machen wollen.

Ladesäulen, die man auch im Rollstuhl bedienen kann

Seit 2023 gibt es mit der DIN SPEC 91504 erstmals eine deutsche Norm speziell für barrierefreie Ladeinfrastruktur. Sie schreibt unter anderem vor, dass vor einer Ladesäule eine Bewegungsfläche von mindestens 1,50 mal 1,50 Metern für Rangiervorgänge frei bleiben muss, dass der Weg dorthin stufenlos, erschütterungsarm und mit höchstens drei Prozent Längsneigung befahrbar sein muss, und dass Bedienelemente wie Kartenleser und Bildschirme so gestaltet sein müssen, dass sie auch im Sitzen nutzbar sind. Habt ihr solche bei euch?

Carsharing, das Rollstuhlfahrer:innen wirklich mitdenkt

stadtmobil Rhein-Neckar hat in Heidelberg und Mannheim mehrere Fahrzeuge in seine reguläre Carsharing-Flotte aufgenommen, die mit automatischen Rampen und Sicherungssystemen für Rollstühle ausgestattet sind. Gebucht werden sie ganz normal über die App wie jedes andere Fahrzeug auch, mit Videoanleitung zum sicheren Verladen. Kein Sonderangebot am Rand, sondern Teil des normalen Angebots – genau das macht diese Beispiele so wertvoll.

Dir gefällt was ich tue?
1 × wöchentlich schaue ich in den Rückspiegel: Wo stehen wir in der Mobilitätswende? Und gebe Abonnent:innen exklusive Inhalte mit meinen Steady-Paketen:
INSERT_STEADY_CHECKOUT_HERE

Züge, die es anders – sprich: besser – bauen

Ein Blick in die Schweiz zeigt, was ein verbindlicher rechtlicher Rahmen bewirken kann. Das Schweizer Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) verpflichtete die SBB, bis Ende 2023 auf jeder Fernverkehrsstrecke mindestens einen Zug pro Stunde und Richtung mit niveaugleichem Einstieg anzubieten. Neue Regionalzüge wie der FLIRT und angepasste Fernverkehrswagen werden entsprechend ausgerüstet, während ältere, nicht mehr barrierefreie Wagen sukzessive aus dem Verkehr gezogen werden. Auch bei den Bahnhöfen ging es messbar voran – neue Bauwerke und Umbauten folgen strikt dem Standard der stufenlosen Zugänglichkeit.

Leihräder, auf denen auch mitfahren kann, wer nicht gut balancieren kann

Der gemeinnützige Verein Lucas Bewegung verleiht in seinem inklusiven Fahrradprogramm kostenlos vier speziell entwickelte Fahrzeuge: ein Paralleltandem mit Elektromotor, bei dem zwei Personen nebeneinandersitzen, ein Rollstuhlfahrrad, das Rollstuhlfahrer:innen per Rampe und Winde mit an Bord nimmt, sowie ein Sesseldreirad für Erwachsene und eine kleinere Version für Kinder ab vier Jahren oder kleinwüchsige Menschen. Je nach Fähigkeiten können die Mitfahrenden aktiv mittreten oder sich einfach mitnehmen lassen. Genau solche Angebote braucht es, damit gemeinsame Radtouren für alle möglich werden.

Und jetzt seid ihr dran!

Wir wollen in einem eigenen Beitrag zeigen, dass barrierefreie Mobilität an manche Orten in Deutschland und Europa bereits umgesetzt ist und diese sichtbar machen. Deshalb unsere Bitte an euch:

Schreibt uns eure Funde in die Kommentare oder per Nachricht, und teilt diesen Aufruf gern großzügig, damit wir richtig viele gute Beispiele zusammenbekommen. Denn am Ende wollen wir nicht nur zeigen, wo überall noch Dunkelheit herrscht – sondern vor allem, wo längst schon Licht ist.

#FediverseFirst #KatjasKolumne diesmal mit Support von Raùl Krauthausen: Wo sind sie, die barrierefreien Lösungen in der "neuen Mobilität" von Carsharing bis autonomes Fahren?

21. August 2026, 12:50 1 Boosts 13 Favoriten

Quellen:

,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Dir gefällt, was ich tue?

Unterstütze mich gern! Du und ich: Wir sind ein Kollektiv!

Detailbeschreibung ausklappen

Ich freue mich sehr, wenn meine Arbeit dir Mehrwert bietet und du mich dabei unterstützen möchtest!

Um meine Projekte langfristig fortsetzen zu können, möchte ich mir ein Grundeinkommen sichern. Seit einiger Zeit habe ich ein unterstützendes Team um mich aufgebaut: Jemand kümmert sich um meine E-Mails, eine andere Person übernimmt meinen Instagram-Account, und ein weiterer Mensch mixt meinen Podcast ab. Auch mein Steuerberater und meine Rechnungsfee gehören dazu. Dieses Outsourcing entlastet mich enorm, bringt aber natürlich auch Kosten mit sich. Deshalb möchte ich im ersten Schritt diese Kosten decken und freue mich über jede Unterstützung.

Exklusive Inhalte und virtuelle Treffen

1 × wöchentlich schaue ich in den Rückspiegel: Wo stehen wir in der Mobilitätswende? Und gebe Abonnent:innen exklusive Inhalte.

Detailbeschreibung ausklappen

Für nur fünf Euro pro Monat erhältst du meinen wöchentlichen Steady-Newsletter. Es gibt auch weitere Pakete, die Gastzugänge oder größere Pakete für Unternehmen beinhalten, die bis zu 20 Zugänge für Mitarbeiter:innen oder Kolleg:innen bieten. Bei den größeren Paketen ist ein virtuelle