Es gibt Sätze, die man nicht mehr loswird. Einer davon ist dieser: Wir wissen, wie man Leben rettet. Wir tun es nur nicht.
2026 sind in Hamburg bereits drei Radfahrende im Straßenverkehr gestorben. Eines von ihnen war elf Jahre alt. In einer Stadt, in der mehr als 1,2 Millionen Menschen Rad fahren. Mehr als es zugelassene Pkw gibt. Das ist ein politischer Skandal.
Während die Zahl der Verkehrstoten in der EU seit Jahren sinkt, steigt sie in Deutschland weiter an. Nicht weil wir es nicht besser wüssten. Wissenschaftliche Studien, internationale Beispiele, klare Handlungsempfehlungen – alles liegt vor. Was fehlt, ist der politische Wille, sie umzusetzen.
Aktuell hat der Hamburger Senat im Koalitionsvertrag sogar ein Parkraummoratorium verankert – einen faktischen Baustopp für Fahrradinfrastruktur, damit Parkplätze erhalten bleiben. Das ist die Abwägung, die getroffen wurde: Parkplätze gegen Leben.
Was es bräuchte, ist keine Raketenwissenschaft. Die Petition benennt es: eine systematische Analyse der Gefahrenstellen und ein Maßnahmenprogramm, das diese Stellen in fehlerverzeihende Infrastruktur verwandelt. Konsequente Temporeduzierungen dort, wo Menschen zu Fuß und mit dem Rad unterwegs sind. Und die technische Ausrüstung von Lkw – denn Abbiegeunfälle sind vermeidbar. Klimaschutz und Mobilitätswende können nur gelingen, wenn Radfahren sicher ist. Wer Angst haben muss, auf dem Weg zur Arbeit überfahren zu werden, steigt nicht dauerhaft aufs Rad um. Sicherheit ist Voraussetzung für Veränderung zum Besseren.
Ich habe die Petition Hamburg Stoppt das Töten unterzeichnet – weil ich nicht bereit bin, das Sterben auf unseren Straßen als schicksalhaft hinzunehmen. Und weil Zivilgesellschaft genau dann gefragt ist, wenn Politik versagt.
Wenn du in Hamburg lebst, arbeitest oder einfach glaubst, dass kein Mensch beim Radfahren sterben sollte: Unterzeichne jetzt.


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