Gelbes Sharepic. Text: 3.600 Tote durch Verkehrslärm. Ein Mann klagt erfolgreich gegen Geburtsschreie.

Ein Mann klagt. Ein Geburtshaus in Trier verliert seinen wichtigsten Raum.

Der Grund: Die Schreie der Frauen, die dort Kinder zur Welt bringen, sind ihm zu laut. Das Gericht gibt ihm Recht.

Und jetzt lasst uns über Lärm reden, der nie vor Gericht landet:

Laut WHO ist Verkehrslärm das zweitgrößte Umwelt-Gesundheitsrisiko in Europa. Millionen Menschen sind täglich Pegeln ausgesetzt, die das Herzinfarktrisiko messbar erhöhen. Bereits eine einzige Nacht mit Straßenverkehrslärm schädigt Herz und Blutgefäße. Jedes Jahr sterben in Europa rund 3.600 Menschen an lärmbedingten Herzerkrankungen. Täglich. Flächendeckend. Vollständig normalisiert.

Dagegen ist ein Geburtsschrei nichts. Punktuell. Selten. Ein Zeichen von Leben, das einem einzelnen Mann zu viel ist.

Es ist ein Spiegel unserer gesellschaftlichen Prioritäten:

Wessen Lärm als selbstverständlich gilt.

Wessen Körper schützenswert ist.

Und wessen Schmerz am Ende schweigen muss.

An alle, die im Gesundheitswesen, in der Stadtplanung oder in der Politik arbeiten: Lasst uns endlich an die Wurzel gehen. Männerorientiertes Denken und Handeln.

Wie findest du solche „Einzelfälle“?

2 Kommentare zu „Ein Mann klagt. Ein Geburtshaus in Trier verliert seinen wichtigsten Raum.“

  1. Avatar von Oliver Schmitt
    Oliver Schmitt

    Ich kann das nicht glauben. Ich möchte gerne aufwachen aus diesem Alptraum. Wie gefühllos, um nicht zu sagen „gestört“, kann jemand sein, der Kläger und das Gericht?
    Und umgekehrt der mangelnde Lärmschutz, gerade beim Straßenverkehr. Obwohl mich die 30er Zone am mittleren Ring in München schwer nervt, verstehe ich dass es nicht anders geht, das Zusammenleben.


    1. Die größte Freiheit, die grad nicht gegeben wird, ist die Freiheit der „Anderslenkenden“. Seit Jahrzehnten leiden Menschen vor allem in Städten unter Lärm, Abgasen, Platzmangel, der durch Automobilität entsteht. Vor allem Jene, die nicht mal ein Auto haben oder fahren.


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