Oben pinker Hintergrund mit dem weißen Fettdruck-Text: „Über ein Drittel der Deutschen kann kein Auto fahren. Und trotzdem bauen wir unser Land nur für Autofahrer*innen." Unten ein Foto von Katja Diehl, die vor einem gelben, autoförmigen Fahrradständer steht. Sie trägt eine hellblaue Jacke, schwarzes Shirt, schwarze Jeans und weiße Sneaker. Unten links das Logo „she drives mobility" und die URL katja-diehl.de, unten rechts zwei goldene Pfeilsymbole nach links.

Die Mobilitätswende ist ein Gerechtigkeitsprojekt – und genau deswegen findet sie nicht statt.

Wusstest du schon?

Mehr als ein Drittel der Menschen in Deutschland kann kein Auto fahren.

  • 14 Millionen Kinder.
  • 13 Millionen Erwachsene ohne Führerschein.
  • 14 Millionen Menschen in Armut – von denen nicht mal die Hälfte ein Auto besitzt.
  • Über 6 Millionen Menschen über 80, die kaum noch fahren und statistisch mehr Wege zu Fuß zurücklegen als fast jede andere Gruppe.
  • Noch nicht mitgezählt: alle, die zwar einen Führerschein haben, aber aus gesundheitlichen, finanziellen oder persönlichen Gründen nicht mehr fahren können oder wollen.

Das ist keine Randnotiz. Das ist die Realität von Millionen Menschen in diesem Land – und unser Verkehrssystem tut so, als gäbe es sie nicht.

Das nennt man Ausschluss.

Wer behauptet, die Mobilitätswende sei ein „Luxusprojekt urbaner Eliten“, lügt – bewusst oder aus Bequemlichkeit. Denn das System, das er verteidigt, ist alles andere als gerecht. Es benachteiligt systematisch die Armen, bevorzugt die Reichen und wälzt die Kosten auf die Allgemeinheit ab. Die MiD 2023 belegt es schwarz auf weiß: Je höher das Einkommen, desto höher die Wahrscheinlichkeit eines Autos – und desto höher die verkehrsbedingten CO₂-Emissionen pro Kopf.

Die Reichen fahren. Die Armen atmen den Abgas ein.

Menschen mit niedrigem Einkommen wohnen öfter an Hauptverkehrsstraßen. Ihre Kinder spielen an Orten, an denen Lärm und Luftschadstoffe Normalzustand sind. Die, die am meisten zum Verkehrsproblem beitragen, können sich die ruhige Wohnlage leisten.

Und im ländlichen Raum wird es noch offensichtlicher. Das Auto ist dort nicht Ausdruck einer besonderen Vorliebe – es ist das Ergebnis eines jahrzehntelangen, politisch gewollten Rückzugs des öffentlichen Verkehrs aus der Fläche. Wer dort kein Auto hat oder nicht fahren kann, ist abgehängt. Von Arbeit. Von Ärzten. Von allem. Das hat einen Namen: Mobilitätsarmut. Und sie ist kein Schicksal – sie ist eine politische Entscheidung.

Was wir brauchen, ist keine Debatte mehr. Es ist Wille.

Flächendeckender, bezahlbarer ÖPNV – auch auf dem Land. Sichere Fuß- und Radwege überall. Ein Ende der Subventionen für Dienstwagen und Diesel, deren Milliarden endlich dorthin fließen, wo Mobilität als Grundrecht und nicht als Privileg verstanden wird.

Die Daten sind da. Die Argumente sind da. Was fehlt, ist der politische Mut, ein System anzufassen, das den Falschen nützt – und das genau deshalb so hartnäckig verteidigt wird.

Die Mobilitätswende ist kein Angriff auf soziale Gerechtigkeit. Sie ist die Voraussetzung dafür. Nicht trotz, sondern wegen der sozialen Frage.

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