Die Absage des Pop-up-Bades für Schwarze Kinder und Jugendliche an der Volksbühne Berlin ist hoffentlich für uns alle der endgültige Beweis: Nicht die AfD ist das Problem.
Die weiße Mehrheitsgesellschaft ist es. Mit ihrem Alltagsrassismus, ihrer Behindertenfeindlichkeit, ihrem Hass auf wohnungslose und arme Menschen.
Natürlich war es nicht nur der Post einer CDU-Politikerin mitten im Berliner Wahlkampf, der dieses Feuer der Menschenfeindlichkeit entfacht hat.
Er hat nur gezeigt, wie knochentrocken das Fundament aus Mitmenschlichkeit und bedingungsloser Empathie geworden ist, auf dem unsere Gesellschaft steht.

Meine Arbeit an einer sozial gerechten Verkehrswende ist radikal intersektional. Weil ich mich bemühe, alle mitzudenken. Weil ich Lernende bin, die ihre eigenen internalisierten -isms reflektiert, und dabei sicher nicht perfekt ist.
Und schon das genügt, um Hass und Morddrohungen auf sich zu ziehen.
Es ist an uns, in jeder Situation gegen Rassismus und andere -isms aufzustehen.
Es wäre an uns gewesen, am Volksbad mit lautem Protest Präsenz zu zeigen.
Es wäre an uns, auf Demos von Menschen mit Behinderung für ihre bedrohten Grundrechte Präsenz zu zeigen.
Stattdessen strömen wir auf Demos gegen die AfD. Und belassen es oft dabei.
Ein echter Ally zu sein ist mehr.
Es braucht vor allem bedingungslose Solidarität, die es Betroffenen und Retraumatisierten in diesen Momenten erlaubt, sich zurückzuziehen.


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