Jedes Carsharing-Auto in Bremen ersetzt 18,8 private Pkw. Gelber Text auf grauem Grund. Foto einer Person, die vor einer Häuserfassade an einem Radständer lehnt, der wie ein Auto geformt ist.

Bremen zeigt (schon wieder), wie Verkehrswende geht: Ein Carsharing-Auto ersetzt 18,8 Privatwagen.

Während die Bundesregierung drei Milliarden Euro in E-Auto-Prämien steckt und Bahnprojekte absagt, zeigt Bremen, wie echte Mobilitätswende aussieht: mit Carsharing. Die neue Evaluation liefert Zahlen, die aufhorchen lassen – und die zeigen, wo das Geld wirklich wirkt.

Jedes Carsharing-Auto in Bremen ersetzt mittlerweile 18,8 private Pkw.

18,8 Autos. Das bedeutet: Durch die Carsharing-Fahrzeuge parken über 11.000 private Pkw weniger auf Bremens Straßen. Über 31.000 Bremer:innen nutzen Carsharing – zwei Drittel dieser Haushalte sind komplett pkw-frei.

Zum Vergleich: Bei Nicht-Carsharing-Haushalten sind es weniger als ein Viertel.

Mehr als nur weniger Autos

Die Studie, für die über 28.000 Carsharing-Nutzende und 6.500 Haushalte ohne Carsharing befragt wurden, zeigt: Es geht nicht nur um Zahlen, sondern um ein grundlegend anderes Mobilitätsverhalten.

Carsharing-Nutzende:

  • Legen weniger Wege mit dem Auto zurück
  • Gehen häufiger zu Fuß (80% vs. 74% bei Nicht-Nutzenden)
  • Fahren mehr Rad (85% vs. 66%)
  • Nutzen öffentliche Verkehrsmittel intensiver
  • Kaufen häufiger lokal ein statt große Einkaufszentren anzusteuern!!!

Das ist gelebte Verkehrswende: Nicht Verzicht, sondern intelligente Mobilität. Das Auto dann, wenn man es braucht – nicht als Dauerbelastung vor der Tür.

Was Bremen richtig macht

mobil.punkte im öffentlichen Raum: Carsharing-Stationen in Wohnortnähe, kombiniert mit Fahrradparken, Lastenrad-Sharing und Ladeinfrastruktur. Kurze Wege zur Station sind ein entscheidender Erfolgsfaktor – das bestätigen die Nutzenden.

Vielfältiges Angebot: Über 650 Fahrzeuge an 160+ festen Stationen plus stationsungebundenes Angebot. Vom Kompaktwagen bis zum XL-Transporter, 12 verschiedene Fahrzeugtypen. 11% der Carsharing-Flotte sind bereits elektrifiziert – im Vergleich zu nur 3,4% der privaten Pkw in Bremen.

93% Zufriedenheit: Unkomplizierte Buchung, Verfügbarkeit, keine Parkplatzsuche. Das Angebot funktioniert.

Auch für Unternehmen eine Alternative

Besonders interessant: Rund 60% der befragten Unternehmen verfügen über kein eigenes geschäftlich genutztes Fahrzeug. Mehr als ein Drittel hat wegen Carsharing auf Neu- und Ersatzanschaffungen verzichtet.

Solo-Selbständige, Kleinbetriebe aus Kunst, Gesundheit, Bau und Immobilien profitieren von der Flexibilität und reduzierten Kosten. Carsharing statt Firmenflotte – das ist nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll.

Das Potenzial ist riesig

Zwei Drittel der Bremer:innen sind grundsätzlich von der Idee des Carsharings überzeugt. Beinahe ein Drittel der Nicht-Nutzenden kann sich vorstellen, künftig Carsharing zu nutzen.

Das zeigt: Es gibt Raum für Wachstum. Und es zeigt, dass Menschen bereit sind für andere Mobilitätsformen – wenn die Angebote stimmen.

Was das für die Verkehrswende bedeutet

Bremen beweist: Verkehrswende funktioniert nicht primär über individuelle Kaufanreize für E-Autos, sondern über geteilte Mobilität, gute Infrastruktur und echte Alternativen.

Ein Rechenbeispiel:

Würde man die drei Milliarden in Carsharing-Infrastruktur investieren statt in Kaufprämien, könnte man ein flächendeckendes System aufbauen, das nicht 800.000 neue Autos auf die Straße bringt, sondern Hunderttausende überflüssig macht.

Die Lehren aus Bremen

  1. Carsharing reduziert den Autobesitz massiv – ein Auto ersetzt 18,8 private Pkw
  2. Carsharing verändert Mobilitätsverhalten – mehr zu Fuß, mehr Rad, mehr ÖPNV
  3. Infrastruktur im öffentlichen Raum ist entscheidend – mobil.punkte in Wohnortnähe
  4. Hohe Zufriedenheit und Wachstumspotenzial – das Modell funktioniert
  5. Auch für Unternehmen attraktiv – Firmenflotten werden überflüssig

Fazit

Während die Bundesregierung Milliarden in Kaufprämien steckt, die primär die Mittelschicht subventionieren und 800.000 zusätzliche Autos auf die Straße bringen, zeigt Bremen einen anderen Weg: weniger Autos, mehr Lebensqualität, echte Verkehrswende.

Die Bremer Carsharing-Evaluation ist ein Lehrstück dafür, wo öffentliches Geld wirklich wirkt. Nicht im individuellen Besitz, sondern in geteilter Mobilität. Nicht in der Förderung von Neukäufen, sondern im Aufbau von Infrastruktur, die allen zugänglich ist.

Die vollständige Studie „Evaluation Carsharing in Bremen 2025“ gibt es hier: https://mobilpunkt-bremen.de/app/uploads/2026/01/Bremen-Carsharing-Evaluation-2025.pdf

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