Ich habe einen neuen Job und arbeite jetzt als Gastprofessorin bei Hochschule der Bildenden Künste Saar!
In „Wissenschaftskommunikation in der Informationsgesellschaft: Trends, Formate & Strategien“, das ich gemeinsam mit Prof. Dr. phil. Christian Bauer gestalte, beschäftigen wir uns mit einer entscheidenden Frage:
Wie kann gesichertes Wissen kommuniziert werden, wenn Fake News, Deep Fakes und KI-generierte Bilder und Texte immer überzeugender werden?
Denn dass immer mehr Informationen verfügbar sind und immer mehr Menschen erreichen, bedeutet nicht automatisch, dass mehr Menschen wissen. Gesichertes Wissen ist im Zeitalter der Aufmerksamkeitsökonomie zur Seltenheit geworden.
Wissenschaftskommunikation stärkt deshalb das Rückgrat der Demokratie, denn sie stellt einer demokratischen Gesellschaft die Informationen zur Verfügung, die ihre Mitglieder benötigen, um wohlinformierte Entscheidungen zu treffen.
Und sie hat in einer offenen Gesellschaft noch eine zweite Funktion, die mir besonders am Herzen liegt:
Sie kommuniziert Utopien einer besseren Zukunft.
Wir untersuchen deshalb mit den Studierenden:
Wie und wann funktioniert die Kommunikation wissenschaftlicher Tatsachen? Welche Bildsprachen und medialen Vermittlungsangebote sind sinnvoll? Woran unterscheidet man verständigungsorientierte von strategischer Kommunikation? Und wie setzt man Kommunikationstechniken verantwortungsbewusst ein, ohne in Manipulation zu kippen?
Warum das zusammenpasst?
Die HBKsaar schreibt in ihrer Pressemitteilung, dass Gestaltung stets im Zusammenhang mit gesellschaftlicher Verantwortung zu verstehen ist. Genau deshalb bin ich gern dort. Denn was ich seit Jahren sage, gilt für die Verkehrswende genauso wie für Kunst und Design: Systemisches Denken schlägt Silodenken. Die Fragen, die uns beschäftigen, kennen keine Disziplingrenzen. Ob ein Stellplatz umgerüstet wird, ein Lichtkunstprojekt einen Bahnhof neu erleben lässt oder eine Sound-Installation Daten hörbar macht: Immer geht es um die gleiche Frage: Wie gestalten wir eine Gesellschaft, in der alle Menschen leben können, ohne dass andere ausgeschlossen werden?
Ich freue mich auf ein Semester voller Grenzgänge, auf Studierende, die mich herausfordern, und auf die Kolleg:innen, deren Arbeiten ich hier zum ersten Mal aus der Nähe erleben darf. Und ich freue mich darauf, zu zeigen, dass Kommunikation kein Nebenprodukt von Expertise ist, sondern ihr Rückgrat.
Die HBKsaar hat für dieses Semester sieben Gäste eingeladen: Künstler:innen, Designer:innen und Theoretiker:innen, die sich selbstverständlich in mehreren Disziplinen bewegen. Die Bandbreite reicht von Lichtkunst und Sound Art über Malerei und Produktdesign bis zu Fragen gesellschaftlicher Transformation. Diese Offenheit prägt die Lehre an der HBKsaar und eröffnet den Studierenden Zugänge zu Fragestellungen, die sich in keinem Fachbriefkasten abholen lassen.
Mit dabei sind: Julia Gruner (Bildnerische Grundlagen), die die Grenzen der Malerei und Farbe als Material erforscht. Detlef Hartung (Licht und Intermedia), der gemeinsam mit Georg Trenz Architektur und Landschaft durch typografische Projektionen neu erfahrbar macht. Martin Hennecke (Sound Art) bringt Klangkunst, Datenkunst und Künstliche Intelligenz zusammen. Martha Schwindling (Produktdesign) verbindet Gestaltung mit öffentlichem Raum und Wissensvermittlung. Martina Tritthart (Intermedia) untersucht Wahrnehmung, Licht und Raum. Franziska Windisch (Sound Art) setzt in ihren Performances Klänge, Bewegungen und Sprache miteinander in Beziehung.


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