Nicht Social Media sind toxisch – Menschen sind es. Wollen wir die Zerstörung von Debattenkultur?

Ich habe mir noch nie viel Gedanken um das Wort „zerstört“ gemacht.
Woran denkst du zuerst, wenn du dieses Wort liest? An Dinge, an Rezo?

Ich beziehe das Wort Zerstörung oder das Verb zerstören tatsächlich nie auf Menschen. Rezo ist da die einzige Ausnahme, seine Zerstörung der CDU ist ja auch fast zu einem geflügelten Wort geworden. Der Duden wählt zur Erläuterung des Verbs zerstören den Satz: „die von dem Erdbeben hinterlassenen Zerstörungen“. Und damit so ziemlich genau das, was ich im Kopf habe, wenn ich „zerstört“ denke.

Weitere Quelle:

Wortbedeutung/Definition:
1) die Handlung, etwas zu zerstören (kaputt zu machen)
2) der Zustand einer Sache, die zerstört wurde
Synonyme:
1) Destruktion, Vernichtung, Zerschmetterung
2) Vernichtung
Gegensatzwörter:
1) Aufbau, Wiederaufbau, Kreation, Schaffung
Untergeordnete Begriffe:
1) Kulturgüterzerstörung, Selbstzerstörung
Anwendungsbeispiele:
1) Die Zerstörung der Natur durch die Industrie ist erschreckend.
2) „Nach dem ersten Weltkrieg begann man Anfang 1919 gemäß den Versailler Bestimmungen mit der Zerstörung der Koblenzer Festungswerke.“

Das hat jetzt wenig mit Verkehrswende zu tun – denkt ihr.

Meine Arbeit: für eine menschenzentrierte, kinderfreundliche, inklusive und vielleicht auch fröhliche Verkehrswende tätig sein. Gleichberechtigung im Verkehr. Wer Auto fahren will, soll das tun, jedoch die Privilegien dieses statistisch überwiegend stehenden Dings mit allen anderen teilen, die auf andere Weise unterwegs sind.

Es gibt tatsächlich kein Recht auf kostenlose Parkplätze, schon gar nicht im öffentlichen Raum, schon gar nicht im öffentlichen Raum vor deiner Haustür.
Es gibt kein Recht darauf, die Atemluft anderer zu vergiften.
Es gibt kein Recht darauf, mit dem Lärm der eigenen Fortbewegung andere krank zu machen.

Wir leben jedoch in einer Welt, die so tut, als ob es diese Rechte gibt – und als ob die Rückführung unserer Räume auf Lebensqualität für alle der Verlust von Freiheit für Autofahrende ist.

Woher, wenn es denn Freiheit sein soll, kommt denn diese? Kann Freiheit bedeuten, dass ich sie habe, diese Freiheit aber andere Menschen einengt, gefährdet, ggf. sogar tötet.

Immer wieder geschehen durch meine steigende Reichweite bei Twitter Dinge, die mich zutiefst verletzen. Sei es, dass Menschen mir eine bestimmte sexuelle Orientierung zuschreiben, ohne je mit mir gesprochen zu haben. Sei es, dass sie mir Dinge vorwerfen, die aufgrund meiner eigenen Historie übergriffig sind. Sei es, dass sie mich als psychisch krank und autohassend betiteln.

Vor ein paar Tagen war es dann so weit, dass ich erstmalig meinen Twitter-Account deaktiviert habe. Ulf Poschardt, Don Alphonso und viele weitere Springer-Journalismusdarsteller:innen haben sich hervorragend um mich gekümmert. Screenshots von einem Satz gemacht, den ich getweeted habe. Sie waren also nicht an Diskurs MIT mir interessiert, sondern an Diskurs ÜBER mich. Das übliche Verfahren, wir kennen es – und vor allem ich kenne es. Wer tiefer einsteigen möchte, kann sich mal über so genannte „non mentions“ informieren.

Es ist schlimm genug, dass ich mich an diese Art Hass von Menschen, die ich sogar geblockt habe auf Twitter, gewöhnt habe. Diese Menschen sind mir ziemlich egal. Nur die Tage, an denen sie sich an mir abreagieren, sind anstrengender als andere. Hier mal ein paar Beispiele. Ihr könnt euch gern Gedanken machen, was ich wohl geschrieben habe.

Der Satz, den ich Montag getweeted habe, lautete:

„Autoverkehr hat in Europa mehr zerstört als die Kriege, die es durchlitten hat.“

Nie im Leben wäre ich darauf gekommen, dass Menschen aus diesem Satz eine Holocaustrelativierung, Antisemitismus und den Tanz auf Gräbern der millionenfach grausam Ermordeten, der Toten auf den Kriegsschauplätzen und Vergangenheitsrelativierung herauslesen.

Warum?

Weil ich Tochter, Enkelin von Kriegsopfern und geflüchteten Menschen bin.

Es gehört nicht nur zu meiner DNA, sondern auch zum intrinsischen Anspruch meines Wirken, dass ich ein Teil der #NieWieder Denkenden bin, weil nahe Verwandte Grausames in Kriegen, in Gefangenschaft und unter undemokratischen Regimen erlebt haben. Meine Vorfahren, die ich zum Teil dankbar und demütig noch um mich wissen darf, haben mir von den Jahren nach dem Krieg und in der DDR berichtet. Und mir wird dann willentlich unterstellt, dass ich mit dem Wort „zerstören“ Menschen meine?

Ich schreibe aktuell ein Buch. Aktuell bin ich in der Recherche um die zerstörte Infrastruktur nicht durch die furchtbaren Bombenangriffe im 2. Weltkrieg, sondern um das, was danach kam. Die Zerstörung gesunder Stadt- und Landstrukturen durch die autozentrierte Stadt- und Landplanung eben genau nach den Kriegen.

Der Zweite Weltkrieg hat die deutschen Städte verwüstet, doch Experten meinen, dass der Wiederaufbau mehr Bausubstanz vernichtet hat als der verheerende Bombenkrieg.

Wusstet ihr, dass es erst seit Mitte der Siebziger Denkmalschutz gibt:

Eine nach dem Krieg jahrelang geduldete Abrisswut historischer Bausubstanz führte in den siebziger Jahren zu einer Gegenbewegung, die 1975 im Denkmalschutzjahr mündete. … Die Abrisswelle in den Altstädten und gründerzeitlichen Stadterweiterungen verlangsamte sich – was weniger ein Verdienst der Denkmalpflege war als vielmehr eines entschlossener Planer, Bürger und Politiker.


Wusstest, du…

Dass Hannover zugunsten der autogerechten Stadt einen so genannten „zweiten Abriss“ erfuhr?
Dass es das Ideal der autozentrierten Stadt als Planungsgrundlage gab?
Dass Städte für Stadtautobahnen in zwei Teile geschnitten wurden?
Dass Stadtkerne nicht wieder aufgebaut und Altstadtkerne, die die Kriege überlebt hatten, willentlich zerstört wurden?
Dass gesunde Nahversorgung eingestellt wurde, weil sie sich durch das Auto nicht mehr lohnte?
Dass Wege sich durch das Auto verlängert und funktionierende Landschaften dadurch dysfunktional wurden?
Auch in der Stadt wurden ganze Stadtviertel dem Autoverkehr geopfert.
Straßembahnen wurden eingestellt, ihre Infrastruktur abgebaut, Gleiches geschah mit dem Fernbahnsystem
Nach der Wende wurden 40 Prozent der Schienenstrecken in den ostdeutschen Ländern stillgelegt.
Es entstanden reine Schlafstädte an den Rändern von Metropolen, ohne jedwede Funktion außer der des Wohnens.

All das hätte mensch im Internet finden können.

Stattdessen?

Eine Hetzjagd gegen meine Person in völliger Selbstvergessenheit meiner bisherigen Arbeit, meiner Person, in völliger Dekontextualisierung dieses Satzes zu allem, was ich bisher getwittert, gebloggt, im Podcast gesagt habe. Menschen, die ich so gut kenne, dass ich ihre Telefonnummer habe und mit ihnen schon mehrfach teilweise über Stunden gesprochen oder sogar in Projekten zusammengearbeitet habe, schrieben mir nicht eine Nachricht: „Katja, was soll das mit dem Tweet?“ – nein. Sie bereiteten der Hetzmeute von rechts, der Springerpresse und anderen, die ich in diesen Kontexten bereits kennenlernen durfte, einen wunderschönen Spazierweg, feuerten an – sogar nach meiner Bitte um Entschuldigung – und NACH Deaktivieren meines Accounts.

OBWOHL ich nicht mehr auf Twitter weilte, wurde der Tweet immer wieder hochgejazzt.

Menschen, die mich nicht kennen, die seit den 13 Jahren bei Twitter und nach über 100.000 abgesetzten Tweets erstmalig und nur diesen einen Tweet von mir gelesen haben, bitte ich um Entschuldigung, da dieser ohne Kontext irritieren und missverständlich aufgenommen werden konnte. Aber auch dann hätte ich mich gefreut, wenn diese Diskussionen mit mir und nicht über mich stattfinden. Das Toxische an Twitter ist natürlich, dass ihr euch in eure Hinterräume zurückziehen könnt – aber wem bringt das etwas? Was geschieht im Sinne einer positiven gesellschaftlichen Entwicklung, die mir zumindest ein Anliegen ist?

Was geschieht außer der Zerstörung einer guten Debattenkultur?
Dem Verstummen von Stimmen, die die Vielfalt im Netz bedeuten.

41 Gedanken zu „Nicht Social Media sind toxisch – Menschen sind es. Wollen wir die Zerstörung von Debattenkultur?“

  1. Hallo Katja,
    Vorab: ich finde die Hetzjagd gegen dich und andere auch unterirdisch, zumal du dich für die Aussage entschuldigt hast.

    Gleichzeitig sei mir die Anmerkung erlaubt, dass Verkürzungen deinerseits nicht zu einer guten Debattenkultur beitragen.

    So schreibst du zum Beispiel, dass das Braunschweiger Schloss durch ein Einkaufszentrum ersetzt wurde. Das suggeriert, dass ein super schönes Schloss, das womöglich sogar den 2WK überstanden hatte, abgerissen und dort direkt ein EKZ errichtet wurde.

    In der von dir verlinkten Quelle steht aber, wie es wirklich war:
    „im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und schließlich 1960 vollständig abgetragen. Im Jahr 2006, 46 Jahre nach dem Abriss, wurde die Hauptfassade samt Schlossvolumen mit mehr als 600 Originalteilen anhand alter Pläne und historischer Fotos in ursprünglicher Größe und am historischen Platz weitgehend originalgetreu wiedererrichtet.“
    Dahinter befindet sich das EKZ – finde ich jetzt auch nicht toll, aber dennoch.

    Ebenso war der Vergleich Mord – Verkehrstote einfach unglücklich und schmerzhaft für Angehörige von Opfern beider Kategorien.

    Ich hoffe, du kämpfst weiterhin für deine Sache, achtest aber etwas mehr auf Sachlichkeit.

    Liebe Grüße

    1. Hallo Corinna!
      Ich bin nicht perfekt, das sollte mensch mir zugestehen. Ich habe Menschen an Autoverkehr verloren, ein Mitglied meiner Kernfamilie einen Freund durch Mord. Ein Verkehrstod traumatisiert 113 Menschen. Wir nehmen das so hin. Das macht mich wütend. Weil sehr viele Verkehrstode vermeidbar sind. Wir nehmen diese jedoch wahr, als sei es ein Naturgesetz. Unvermeidlich.

      Das mit dem Braunschweiger Schloß habe ich aufgrund des Bezugs zu meiner Geburtsstadt ausgewählt. Ich kenne die Geschichte darum – und auch die Diskussionen. Es ist eine Aufzählung verschiedener Beispiele. Viele wertvolle Baustruktur wurde nach den Kriegen nicht wieder aufgebaut und zum Teil sogar bewusst abgerissen.

      Natürlich kann ich auch mit diesem Blogartikel nichts Perfektes abliefern.

      Aber das, was mit mir geschehen ist aufgrund eines Tweets so hinzunehmen, wird mir nicht gelingen. Mit diesem Perfektionsanspruch an mich heranzutreten und mir eine generell verkürzte Argumentation zu attestieren, finde ich übergriffig.

      Deswegen stelle ich die Frage am Ende des Artikels:
      Wollen wir diesen Umgang?
      Mit Menschen wie mir, die was Gutes für alle gestalten wollen?
      Muss ICH perfekter sein als Jene, die den Status Quo wahren?

      Du merkst: Ich bleibe etwas ratlos damit zurück, dass zwei Tweets von mir genügen, dass meine gesamte Arbeit bei dir in Misskredit geraten kann.

      1. Hallo Katja,
        Es geht nicht um Perfektion und deine gesamte Arbeit ist auch nicht in Misskredit geraten. Schon gar nicht bei mir 🙂

        Menschen, die etwas ändern wollen, sind immer etwas angreifbarer, verletzlicher, als diejenigen, die mit dem Strom schwimmen.

        Veganer dürfen keine Veggie Wurst essen, weil die sieht ja aus wie Wurst (Ja, Sherlock), FFF Aktivistinnen dürfen nicht in den Urlaub fahren usw. Das ist lächerlich und die sog. Kritiker*innen wissen das auch.

        Als Mensch mit Reichweite und Einfluss trägst du aber auch dazu bei, *wie* wir kommunizieren und ich wollte dir einfach nur exemplarisch spiegeln, wie einiger deiner Aussagen auf mich als autofreie Person wirken. Dabei finde ich deine Arbeit aber immernoch gut und wichtig. Die Aussagen aber fand ich schwierig, weil verkürzt – ich kann diese Ambivalenz aushalten.

        Wäre daher schön, wieder auf Twitter von dir zu lesen.

        Liebe Grüße aus der Nähe von BS 😉
        Corinna

        1. Liebe Corinna – ich habe einen Blog, ich habe einen Podcast, ich schreibe für Medien – mich auf Twitter zu reduzieren ist letztlich auch verkürzt. Twitter hat 280 Zeichen, damit schreibt sich keine Doktorarbeit. Zumal ich mich grad nur an zwei Tweets erinnere, die in die von dir genannte Kategorie fallen. Nenne mir gern weitere Tweets, damit ich verstehe, was du im Kopf hast, wenn du von mehreren Aussagen schreibst.
          Ich habe mich entschuldigt und dann nochmal um Entschuldigung gebeten. Es hörte dennoch nicht auf. Mir immer und immer wieder zu sagen, dass der Vergleich gar nicht ging, hatte keinen Mehrwert mehr, sondern war ein bewusstes Draufhauen, weil halt alle draufhauen. Ich denk: Irgendwann sollte einfach mal gut sein oder?. Spätestens dann, wenn ich um Entschuldigung bitte. Danke für deinen Kommentar, ich meine es ernst: Schick mir gern Beispiele, wo ich diese Wirkung auf dich hatte.

        2. Hallo Katja,

          ich hatte kurz überlegt, dem letzten Kritiker auf der Seite noch zu antworten, ob er jemals gelesen hat, was diese lupenreinen liberalen so von sich geben, aber ich schreibe lieber dir.

          ich finde dein Engagement richtig und wichtig!

          Wir sehen uns auf der nächsten Kinder Fahrrad Demo 🙂

        3. Ich bat auf Twitter alle um Auskunft, was mit @kkklawitter passiert ist. Ich bekam keine Antwort. Schwach! Jetzt erst weiß ich, was los ist. Danke!
          @S4F_BerBb

        4. Beim Braunschweiger Schloss sollte man bei den Tatsachen bleiben: Es wurde 1960 abgerissen und durch einen Park ersetzt. Frühestens Ende der 90er Jahre mußte dieser dann einem Einkaufszentrum weichen.

          1. Das ist richtig, ich werde noch ein paar andere Beispiele nachreichen, die als Beleg dienen, dass wertvolle Gebäude abgerissen wurden. Das Beispiel aus Braunschweig ist unscharf, weil ich es aus meinem Gedächtnis genommen und den Artikel ergänzt habe. Ich wurde dort geboren und erinnerte mich an die Diskussionen. Corinna hat das auch schon angemarkert, dass die Fakten im verlinkten Artikel und nicht bei mir stehen. Ich nehme es erstmal raus. Danke 🙂

          2. Trotzdem schade, dass das das Einzige kommentarwürdige an meinem Artikel für Sie ist. Hätte mich gefreut, mehr zu lesen über die gesamten Vorkommnisse gegenüber meiner Person.

        5. Clemens Bergmann (Clemberg)

          Schade das sich immer mehr Menschen, die ich mit und wegen ihren Beiträgen schätzen gelernt hatte, Twitter verlassen. Ich muss zu meiner Schande gestehen das ich mich auch schon einige male zu fragwürdigen Kommentaren habe hinreißen lassen. Damit habe ich wohl auch meinen Beitrag zu dieser Atmosphäre der Häme, der Verleumdung und des Hasses geleistet, der dann Leute wie dich, von Twitter vertreibt. Ich, für meinen Teil, will mich zukünftig nicht mehr so verhalten und hoffe das auch viele Andere Nutzer darüber nachdenken. Vielleicht sehen wir uns ja irgendwann mal wieder auf Twitter. Es gibt noch immer viele tolle Menschen dort, die ich sehr vermissen würde.

          1. Lieber Clemens, genau das meine ich. Herzlichen Dank, dass du so reflektiert agierst. Auch ich blicke auf mein Verhalten immer wieder und stelle immer wieder Details fest, die ich noch verbessern muss und das dann auch tue. Wir schaffen das alles nur als Team. Die „anderen“ sind riesige Lobbys, Konzernen, Verbände, die sich nur hinter den Kulissen auseinandersetzen. Wir machen das so oft und uns dadurch schwach.

        6. Wenn du die Energie doch lieber gleich für einen vernünftigen Artikel zum Thema, statt in deine polarisierenden und unreflektierten Tweets – gesteckt hättest…

        7. Ich dachte bei Deinem Satz an die Stadt Kassel. In weiten Teilen hässlich ohne Ende.

          Danke für Deine unermüdliche Arbeit & ich bin gespannt auf Dein Buch!

        8. Liebe Katja,

          Quelle: Wikipedia.
          Verkehrstod

          Todesfälle im Straßenverkehr

          ‚Bereits die Summe der nationalen Erhebungen ergibt jährlich weltweit etwa 600.000 Todesfälle, also täglich im Durchschnitt circa 1.600 Tote. Die tatsächlichen Zahlen liegen jedoch wesentlich höher, da beispielsweise in einigen Staaten (speziell in Afrika) keine diesbezüglichen Statistiken geführt werden. Nach Erhebungen und Schätzungen von Weltbank und Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben weltweit jährlich etwa eine Million (Weltbank) bis 1,2 Millionen (WHO) Menschen an den Folgen von Verkehrsunfällen (Stand 2003).[2] 

          Die Zahl der Verkehrstoten liegt damit weit über den Opferzahlen von Krieg, Genozid oder Terrorismus. Die Anzahl der Verletzten wird auf jährlich etwa 40 Millionen geschätzt.‘

          Man kann den Vergleich kritisieren, ☝gleichzeitig machen WHO und Weltbank sich wohl ähnliche Gedanken zu dem Thema.

          Die Hetze im Netz bestimmter Menschen zeigen mir persönlich eher, dass der Diskurs zur Verkehrswende ein sehr emotional aufgeladener Konflikt ist.

          Das scheint vielleicht daran zu liegen, dass die emotionale Verknüpfung vom Auto zu künstlich erzeugten oder gewollten Bedürfnissen jahrzehntelang gepflegt wurden.
          Umso größer ist natürlich auch der Widerstand, diese Gewohnheiten wieder aufzugeben.
          Es wird so oder so eine Transformation geben. In allen Bereichen.

          Das spüren die Menschen. Statt konstruktiv für alle Beteiligten nach Lösungen zu suchen und sie entsprechend umzusetzen, wird die Energie im Bekämpfen derjenigen verbraucht, die sich für eine faire Verkehrswende und einen Klimaschutz einsetzen.

          Dazu gehörst auch Du.
          Und da die sog. Mittel und Ressourcen nicht fair verteilt sind, bläst Dir von den Finanz- und Ressourcenstarken, die für sich die Deutungshoheit dadurch für sich in selbsternannten Privilegien beanspruchen, mehr Wind ins Gesicht.
          Das ist manchmal schwer auszuhalten, wenn es zum Hurrikan wird.

          Dann hilft es, ins ruhige Auge des Hurrikans zu gehen und sich mal anzuschauen,was um einen herum so viel Wirbel macht.

          Es gibt soviele auf Twitter, die Solidarität bekundet haben.
          Das ist das Entscheidende.
          Mach‘ bitte weiter.
          Es wird noch ein langer Weg werden.
          Dazu braucht es auch Deine Energie.
          Tanke auf und komm‘ zurück.
          Du fehlst in der großen langen Fahrradkette als Verbindungsstück.
          Sonst geht’s nicht vorwärts.
          Solidarische Grüße
          von Emma

          1. Danke Emma, tut gut, von dir zu lesen. Selbstwirksamkeit bei diesen Themen der Veränderung zu spüren, ist manchmal tagelang unmöglich. Umso mehr appeliere ich an uns alle, dass wir uns mal loben und danke sagen. Denn nur wir können uns stark machen und halten.

          2. Hallo Emma,

            Vorsicht bei der Aussage mit der WHO und Weltbank. Hier wurde nur die Zahlen in der Quelle aufgeführt. Den Vergleich zu Kriegen etc. hat ein Wikipedia Nutzer selbst eingefügt. Eigentlich ist er auch hier unpassend und sollte angepasst werden. Ich setzte es mal auf die Diksussionsseite…

            LG Jan

        9. Hallo Katja,

          Danke für die Erklärung; im Nachhinein war es auf Twitter fast unmöglich zu rekonstruieren, was passiert ist.

          Die letzte Frage, die du hier stellst ist sehr wichtig; in anderer Form ist sie mir in den letzten Tagen mehrfach auf Twitter begegnet.

          Wir fordern mehr Fehlerkultur in Deutschland, aber gleichzeitig wird jedes Wort abgeklopft, eine Entschuldigung reicht nicht, es muss eine perfekte sein.

          Wenn dieser Umgang dazu führt, dass es keinen Diskurs mehr gibt und sich immer mehr Menschen zurückziehen, was bleibt auf dem Netzwerk als ein tägliches Herausschreien des eigenen Urteils über jemanden oder etwas ohne Resonanz.

          Mir fehlst du auf Twitter. Aber dafür weiss ich jetzt wo ich dich noch lesen kann.
          Meine Solidarität hast du!
          Ich wünsche Dir viel Kraft.

          1. Liebe Marina – danke. Es ist ja nicht das erste Mal, auch ich reflektiere gerade sehr, ob ich mich vielleicht schon zu stark an diesen Hass gewöhnt habe? Ich alleine kenne knapp zehn mir sehr inspirierende Personen, die nicht mehr auf Social Media arbeiten, davon einige, die nach nur einer Attacke gingen, weil es zuviel war. Ich verstehe das, ich bedauere es enorm und es macht mich wütend. Es scheint selbstverständlich zu sein, dass Menschen, die an einem guten Leben für alle arbeiten, solchen Hass ertragen müssen. Dieses Mal haben so viele von allen Seiten auf mich eingedroschen, wie in einem Rausch. Sogar Menschen, die mich persönlich kennen! Das war selbst mir zuviel. Danke für deinen Support!

        10. Liebe Katja,
          Lustigerweise hatte ich den Tweet gelesen und geliked, weil ich zunächst überhaupt keine andere Interpretationsmöglichkeit als den veränderten Stadtbildern durch Autobahnbau und fette Hauptstraßen gesehen habe (und nur das). Zweifel kam erst mit dem Blick in die Kommentare. Nun, klar, so verkürzt ist es n ziemlicher Hot take, aber der Grundaussage stimme ich trotzdem zu.
          Man kann sich jetzt im Nachhinein natürlich immer streiten und kluge Ratschläge geben, wie man auf Twitter am besten und unmissverständlichsten kommuniziert, aber ich glaube das ist unnötig, Sifftwitter findet immer irgendwas.
          Was mich viel eher beschäftigt: Diese blöde nonmention Kindergartenaktionen, denn a) kriegt man gottseidank meist keinen Dreck von dem Herrn Meyer und Konsorten in der TL zu Gesicht, so dass man irgendwie gegenreden könnte und b) wenn Sifftwitter tobt, bringt es wenig bis nichts, Dinge einzuordnen/richtig zu stellen/Kontext zu liefern. Meist wird man dann auch noch selbst Ziel von Attacken, Sifftwitter halt. So bleibt eigentlich wenig mehr als in der eigenen Bubble drauf aufmerksam zu machen.
          Wie kann Menschen wie dir in solchen Situationen am besten Unterstützung geben und Solidarität zeigen?
          Viele Grüße,
          Corinna (die aus der Teestube)

          1. Grüße an die Teestube 🙂 Ich selbst merke in diesen Situationen immer, was wir zu wenig tun – obwohl ich sagen muss, dass ich es immer weiter verbessere: Loben, Danken, „einfach mal so schreiben“ – stark machen in Zeiten, die nicht so erdrückend sind. Ein Bett aufstellen, in das Menschen wie ich fallen können, wenn es überbordend wird. Immer wieder mal posten oder eine DM schreiben: „habe heute in der und der Situation an dich gedacht. Gut, dass wir das gemeinsam verändern.“ Und fragen: Wie geht es dir?

        11. Liebe Katja,
          Es tut weh zu sehen, dass die allgemeine Niedertracht in den sozialen Medien jetzt auch dich dazu gebracht hat, deinen Account zu deaktivieren. Erst gestern habe ich bemerkt, dass „deine“ Spalte in meinem Tweetdeck nurnoch einen Ladekreisel zeigte. Keine Tweets mehr von dir. Die Suche nach deinem Account lieferte seltsame Fehlermeldungen, das Profil war noch sichtbar, aber eventuell nur im Cache. Meine Vermutung: technischer Fehler – kommt ja vor.
          Gerade habe ich dann deinen Newsletter gesehen, dann diesen Post, und es ist einfach nur traurig. Einerseits möchte ich dir zurufen „Komm zurück, du wirst gebraucht!“, aber andererseits auch „Tu dir das nicht an, es ist nicht wert, dass du dich kaputt machen lässt!“ Gib auf dich acht. Damit du uns allen als Stimme erhalten bleibst, aber vor allem für dich selbst.

          Liebe Grüße und viel Kraft
          Arne

        12. Frank Feil ist ein Ehrenmann.
          Habe den ganzen Quatsch hier nicht gelesen. Er polarisiert bewusst ab und an oder überspitzt, aber ein ganz feiner Dude!

          1. Schade, dass die Solidarität mit Ehrenmännern nicht ausreicht, um so einen Kommentar mit seinem echten Namen einzureichen!
            Zudem habe ich nichts über Frank Feil gesagt?

        13. Moin,
          Ich habe den ursprünglichen tweet anscheinend so verstanden wie er gemeint war, und staune dass Menschen so viel Energie verwenden um schlechte Laune auf Taotter zu verbreiten. Soetwas findet zum Glück außerhalb meiner Wahrnehmung statt, und ich überlege schon länger wie ich meinen Twitter-Konsum reduzieren kann. Aber manchmal lerne ich eben auch spannende Menschen kennen, so auch dich.
          Dieses Wochenende habe ich besonders viel an dich gedacht, weil wir durch den Bahnstreik zum Autofahren genötigt wurden. Die Folge: eine Woche Urlaub am Meer, ohne unsere Fahrräder. Das war anders geplant.
          Dass die Blechdosen hier alle rücksichtslos und mit einem Affenzahn herumgurken macht es auch nicht besser…
          Daher wünsche ich dir weiterhin viel Kraft für deine Ziele!

        14. Sorry, aber Menschen wie Ulf Poschardt und pauschal alle Journalisten der Springer-Medien als „Jouranlistendarsteller:innen“ zu betiteln (selbstverständlich wird auch die Beleidigung brav gegendert), zeugt jetzt auch nicht unbedingt von einer erwachsenen Diskussionskultur. Sie merken offenbar gar nicht mehr, wie sehr Sie in ihrer eigenen Blase aus „Aktivist:innen“ und „Autohasser_Innen“ gefangen sind, wenn selbst ein Chefredakteur einer angesehenen Tageszeitung und lupenreiner Liberaler wie Ulf Poschardt für Sie ein „völkischer Denker und Schreiber“ ist (so betitelten Sie ihn selbst auf ihrem Twitter-Account). Sie haben ihm mehr als einmal öffentlich „Menschenhass“ und „Brandstiftung“ vorgeworfen. Also bitte, worüber beschweren Sie sich jetzt eigentlich genau?

        15. Liebe Katja, hab Dich auf Twitter vermisst, mir Sorgen gemacht – und lese jetzt gerade nach, was passierte. Ich hätte Deinen Tweet nicht anders rezipiert als er wohl von Dir gemeint war (im Sinne von: Zerstörung von Infrastruktur und Lebensräumen) und komme ins Grübeln – bin ich nicht kritisch, nicht sensibel genug, warst Du zu kurz angebunden? Ehrlich gesagt: keine Ahnung, vielleicht beides. Wo ich aber sicher bin: Jede*r formulierte schon einmal unscharf (und die allermeisten bei deutlich weniger Ausgesprochenem als Du), wer Perfektionismus verlangt, wird niemals selbst seine Stimme erheben können – und wohin würde uns das führen… Ich habe Verständnis dafür, was Du ausdrücken wolltest, und noch größeren Respekt davor, wie besonnen Du im Anschluss reagiert hast. Ich hoffe, in diesem zermürbenden Social Media Geschrei bewahrst Du Dir weiterhin Deinen Katja-Kompass und Deine Stimme. Sie sind richtig und wichtig.

        16. Hallo Katja,

          gerade wollte ich dir einen Artikel über ein von einer Hecke zugewachsenes Auto schicken weil ich fand, dass das wunderbar in deine Tweets passt, da muss ich feststellen, dass Du deinen Account deaktiviert hast.

          Wir waren sicher nicht immer einer Meinung und manche deiner Tweets gingen mir etwas zu weit „anti Auto“, aber ich finde Du vertrittst eine wichtige Position und hast viele wertvolle Beiträge geschrieben. Ich finde es schade, dass es die Hetzer geschafft haben, dich vom Twitter zu vertreiben. Ich hoffe Du kommst irgendwann zurück!

          Grüße
          Mathias (oocx)

          PS: hier der LInk, den ich dir eigentlich zum Teilen schicken wollte: https://www.saechsische.de/dresden/lokales/posse-um-zugewachsenes-auto-in-dresden-5522118-plus.html?fbclid=IwAR18-JJT1OUfCaxDoYuJJeNIYB4-wMLNglrOM2hvaA2SZ9O1IILgyKLFwDw

          1. Lieber Mathias – danke für deine Rückmeldung. Ich weiß immer nicht so genau, ob ich schmunzeln oder die Stirn runzeln soll, weil mir SO viele Menschen spiegeln, dass sie mit mir nicht immer einer Meinung sind. Das erwarte ich 1. nicht und das würde ich 2. auch irritierend finden 🙂
            Wir sind auf dem Weg, eine sehr große Veränderung gestalten zu müssen, das geht nur im Team. Der Hass, der mir hier so unerbittlich entgegenschlägt, ist für mich inakzeptabel, da sind wir uns ja auch einig. Ich finde es stets interessant, dass Menschen, die gar nichts tun oder aber sogar gegen eine gute Zukunft arbeiten, weit weniger Häme und Abwertung erfahren als ich. Daher weiß ich es sehr zu schätzen, dass du mir geschrieben hast. Lieben DAnk dafür!

        17. Liebe Katja,

          nimm Dir die Zeit, die Du brauchst.
          Ich freue mich sehr darauf, demnächst Dein Buch in Händen halten und lesen zu dürfen. 🙂

          <3 aus Hannover!

          1. direkt mal durchgespielt – hammer Tipp!! danke!! Kennst du eine Möglichkeit, Twitter und Mastodon zu verbinden? Ich will weniger Anstrengung 😀

        18. Hallo Katja – wollte Dich nur wissen lassen, dass Du furchtbar fehlst in meiner Timeline. Und diejenigen, die hinter Deinem Rücken hetzen, sollen sich was schämen!

          Ganz liebe Grüße,
          Alexander

        19. Ich denke hier liegen zwei Probleme zu Grunde.

          Sie haben haben keinen relevanten Hintergrund in für das Thema Mobilität relevanten Bereichen wie Technologie, Stadtplanung oder Soziologie. Gleichzeitig möchten Sie Expertin im Bereich Mobilität sein. Daher konzentrieren Sie sich auf Effekthascherei und das schaukelt sich dann hoch.

          Sie stellen gern selbst alles und jeden bloß. Nachdem Sie nun einen geschichtsvergessenen, tendenziösen und antisemitischen Tweet absondern bekommen Sie Kontra und stellen sich nun selbst als Opfer dar.

          Wo immer möglich geben Sie Selbstreflexion vor, blenden aber diese Aspekte aus. Damit tun Sie Ihrem tatsächlich wichtigen Thema, der Mobilitätswende, keinen Gefallen!

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