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Zu Gast bei MDR Wissen – „Meine Challenge“: Autos raus aus der Stadt!

Ein Leben ohne eigenes Auto scheint für viele Menschen unvorstellbar. Max will herausfinden, welche Vorteile es hätte, wenn es in der Stadt tatsächlich weniger Autos gäbe und ob wir dann trotzdem gut mobil sein könnten.

Flexibel von A nach B kommen, die Zeit effizient nutzen und sein Hab und Gut möglichst praktisch transportieren – das stellen sich wohl die meisten unter Mobilität vor. In der Realität stehen wir aber in Staus, blasen CO2 und Abgase in die Umwelt und kommen im städtischen Verkehr nur schlecht voran. Verkehrswissenschaftler und Mobilitätsexpertinnen untersuchen deshalb, wie sich die Mobilität in Städten in den kommenden Jahren verändern sollte. Welche Schritte dabei notwendig wären, um künftig weniger Autos auf den Straßen zu haben, könnt ihr hier nachlesen.

„Jede und jeder sollte das Recht haben, ein Leben ohne ein eigenes Auto führen zu können“, fordert Katja Diehl in ihrem Buch „Autokorrektur – Mobilität für eine lebenswerte Welt“ (S. Fischer Verlag, 2022). Darin plädiert die Mobilitätsexpertin für eine inklusive und klimagerechte Verkehrswende und weist den Weg zu einer gerechten und fairen Mobilität der Zukunft, die den Menschen ins Zentrum stellt und unsere Welt lebenswerter macht. Denn in Diehls Vorstellung der Zukunft können die Menschen Auto fahren, so sie es denn wollen. Sie müssen es aber nicht mehr – denn es gibt attraktive Alternativen.

Autos brauchen Platz. Viel Platz. 100 Quadratmeter des öffentlichen Raums nimmt ein Auto durchschnittlich ein. Im Vergleich dazu braucht ein Bus 20, ein Fahrrad zehn und ein Fußgänger zwei Quadratmeter. Diese Zahlen stammen aus einer Untersuchung des Tiefbauamtes der Stadt Zürich, bei der die Spurbreite der Fahrbahn, die Durchschnittsgeschwindigkeit und die Anzahl der Passagiere ins Verhältnis gesetzt wurden und so der mittlere Flächenverbrauch pro beförderter Person berechnet wurde. Die Untersuchung findet ihr hier.

Laut dem Mobilitätsmonitor 2021 von der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) können sich 75 Prozent der Deutschen nicht vorstellen, auf das eigene Auto zu verzichten. Weitere Untersuchungsergebnisse zum Mobilitätsverhalten und -einstellungen in Deutschland findet ihr hier.

Das eigene Auto vor der Haustür mag für jede einzelne Person praktisch, unkompliziert und bequem sein, doch aus gesellschaftlicher Perspektive zahlen wir dafür einen hohen Preis. Wir alle, egal ob wir ein Auto besitzen oder nicht. „Im Prinzip verursacht jedes in Deutschland zugelassene Auto 2.000 Euro an Kosten pro Jahr, die weder der Verursacher, der Fahrende oder der Besitzer bezahlt“, sagt Verkehrsökologe Udo Becker. Die Studie der TU Dresden zu externen Kosten der Auto-Nutzung in Deutschland findet ihr hier.

Gut 40 Prozent der Pkw in Deutschland werden an einem durchschnittlichen Tag gar nicht genutzt. Und die mittlere Betriebszeit pro Fahrzeug und Tag liegt bei gerade einmal ca. 45 Minuten. Diese und weitere Kennzahlen findet ihr im Ergebnisbericht „Mobilität in Deutschland“ des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Führen mehr Radwege tatsächlich auch zu mehr Radverkehr? Eine Studie des Berliner Klimaforschungsinstituts MCC (Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change) untersuchte mit Daten aus 106 europäischen Städten diesen Wirkungszusammenhang anhand der während der Corona-Pandemie angelegten Pop-up-Radwege, bei denen eine Fahrspur der Straße oder ein Parkstreifen provisorisch umgewidmet werden. Fazit: Die Pop-up-Radwege bewirkten für sich genommen im Zeitraum März bis Juli 2020 zwischen 11 und 48 Prozent zusätzlichen Radverkehr. Mehr Infos zur Studie findet ihr hier.

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