Cover des Magazins Objektiv. Trump läuft Öl aus der Nase.

Wirtschaftliche und individuelle Verantwortung in Zeiten demokratischer Krisen

Die slowenische Zeitung Dnevnik (ja, dort wo Melania Trump geboren wurde) hat mit ihrem aktuellen Cover eine klare Sprache gewählt:

Donald Trump mit Venezuela-Flagge und Öl aus der Nase

Wir alle sehen, welche Ähnlichkeit zu einem Faschisten aus der Vergangenheit da geschaffen wird.

Provokant? Ja.

Ignorierbar? Keinesfalls.

Großartig? Ich denke ja. Denn hier beginnt, was ich schon lange vermisse: Haltung

Spätestens nachdem ICE eine dreifache Mutter exekutierte, ist für mich das Überprüfen unseres demokratischen Rückgrats unumgänglich.

Wir stehen vor der Frage, wie wir als Unternehmen, Organisationen und Einzelpersonen mit Regierungen umgehen, deren Handeln demokratische Grundwerte untergräbt. Die Menschen hinrichten lassen, die Staatsbürger sind.

Politische Haltung zeigt sich eben nicht nur in Statements, sondern vor allem in wirtschaftlichen Entscheidungen.

Konkret:

Sollten Sportverbände Großveranstaltungen in Ländern austragen, deren Regierungen systematisch Rechtsstaatlichkeit abbauen?

Soll die Fußballnationalmannschaft in einem Land spielen, in der parallel der Faschismus um sich greift? Imperialistisch immer mehr Länder unterworfen werden sollen?

Sollten Unternehmen Konferenzen und Geschäftsreisen in solche Länder kritisch überprüfen?

Welche Verantwortung tragen wir als Zivilgesellschaft, wenn wir durch Teilnahme und Konsum autoritäre Systeme legitimieren?

Der Punkt ist nicht Boykott um des Boykotts willen. Der Punkt ist: Wirtschaftliche Macht ist politische Macht. Und wenn wir Demokratie als Grundlage unseres Handelns verstehen, müssen wir bereit sein, auch wirtschaftliche Konsequenzen zu ziehen.

Faschisten verstehen nur eine Sprache: Gewalt, Geld und Macht.

Die WM 2026 in den USA ist dafür ein Testfall. Die Frage ist nicht, ob wir „gegen die USA“ sind – sondern ob wir für demokratische Werte einstehen, auch wenn es unbequem wird.

Was denkt ihr? Wie weit geht unternehmerische und gesellschaftliche Verantwortung in solchen Situationen?

Fliegt ihr noch in die USA?

4 Antworten zu „Wirtschaftliche und individuelle Verantwortung in Zeiten demokratischer Krisen“

  1. Avatar von Helmut Dirks
    Helmut Dirks

    Wir boykottieren amerikanische Produkte, bestellen nicht bei AMAZON und werden nicht nach Amerika fliegen. Ich überlege mein Betriebssystem und das Office-Paket von meinem privaten Laptop auszutauschen.


    1. dann wird dir meine Artikelserie, die ich bald mit Mike Kuketz mache, sehr gefallen Helmut 🙂


  2. Avatar von Alexandra Seywald
    Alexandra Seywald

    Liebe Katja.
    Ich danke Dir für Deine Fragen, die mir helfen.
    Forschung und ausländische Studierende werden von den USA selbst schon blockiert.
    Fußball WM 2026. Wirtschaftsunternehmen.
    „Fliegst ihr noch in die USA?“
    Welche Brücken, welche Verbindungen bleiben, wie lernen wir einander „echt“, von Mensch zu Mensch, kennen, wenn wir uns nicht besuchen und austauschen? Am Gymnasium meiner Kinder gibt es einen Austausch mit Jesper/ USA.
    Es gibt auch die andere Hälfte amerikanischer Menschen. Die würde ich nicht alleine lassen wollen. Obwohl ich selbst noch nie in den USA war und keine persönlichen Verbindungen dorthin habe.

    Mir gefällt die Schreibe, die mal durch die Netzwerke ging: der gefakte offene Brief der mexikanischen Staatschefin Sheinbaum an Trump, in welchem selbstbewußt die Freiheit behauptet wird, im Nullkommanix auf amerikanische Waren, amerikanische Kunst etc. verzichten zu können. Der Rest der Welt, um die 7 Milliarden Menschen, könnten leicht auf die USA verzichten. Umgekehrt würde das schwierig werden. So die Prophezeiung.

    Die Sanktionen gegen Rußland wegen des Ukrainekriegs, die Unterbindung von kulturellem Austausch – wie unterstützen wir die Menschen in Rußland, die für Freiheit und Frieden arbeiten? Wie kann man mit ihnen in Verbindung kommen oder bleiben, wenn dem offiziell ein Riegel vorgeschoben wird?

    Fragen.

    Herzliche Grüße!
    Alexandra Seywald


    1. Danke für deine Gedanken Alexandra. Die ersten Amerikaner*innen stellen sich ins Netz und rufen selbst zum Boykott ihrer Nation auf.
      Sie haben Angst, wie viele Todesopfer es noch geben wird. Schon jetzt ist das erste Jahr ein unfassbar blutiges: 2025 was ICE’s deadliest year in two decades. Here are the 32 people who died in custody. https://www.theguardian.com/us-news/ng-interactive/2026/jan/04/ice-2025-deaths-timeline
      Es muss jeder Mensch für sich selbst entscheiden, wie er sich zu einem Land, das sich zunehmend zu einer faschistischen Autokratie entwickelt, stellen will. Die Entscheidung in den USA wird vielen abgenommen, sie werden grundlos deportiert und getötet. Ich habe grad diese Folge „Eine Stunde History“ gehört, es ist entsetzlich, nach dem, was erreicht wurde, so schnell den Rassismus in den USA zurückkehren zu sehen. https://www.ardaudiothek.de/episode/urn:ard:episode:853340d2b37c2250/


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