#UnplugBigTech Part 5: Eigene Nextcloud statt Google Drive & Co.

In Teil 4 der Serie #UnplugBigTech haben wir E-Mail vom Werbe-Ökosystem entkoppelt. Das war wichtig, weil an E-Mail fast alles hängt: Logins, Passwort-Resets, Verträge, Tickets und Behördenpost.

Als Nächstes geht es um die Cloud. Denn auch hier sammeln sich viele private Daten: Dateien, Fotos, Backups, Kontakte, Kalender und Notizen. Wer dafür Google Drive, Dropbox & Co. nutzt, gibt all diese Daten an Konzerne weiter – und zahlt dafür noch mit seiner Privatsphäre.

Kommerzielle Cloud-Dienste funktionieren nach einem einfachen Prinzip: Du bist nicht der Kunde, sondern das Produkt. Jede hochgeladene Datei, jeder Kontakt, jede Notiz wird analysiert, um dich mit Werbung zu profilieren oder an Datenhändler weiterverkauft.

Besonders problematisch:

  • Dauerhafte Datenweitergabe: Selbst gelöschte Dateien bleiben oft in den Systemen gespeichert
  • Zugriff durch Dritte: Behörden können Daten anfordern, oft ohne dein Wissen
  • Kompatibilitätsfallen: Dateiformate ändern sich, Plattformen verschwinden
  • Abhängigkeit: Du bist für den Zugriff auf deine Daten von einer externen Firma abhängig

Nextcloud ist Open-Source-Software, die du selbst hosten kannst – auf deinem eigenen Server, bei einem vertrauenswürdigen Anbieter oder sogar auf deinem Heim-PC. Das bedeutet:

✅ Vollständige Kontrolle über deine Daten
✅ Transparenz durch offenen Quellcode
✅ Keine Werbung oder Datenverkauf
✅ Flexibilität durch Anpassbarkeit
✅ Datenschutzkonform nach DSGVO

Mit Nextcloud hast du nicht nur einfachen Dateispeicher, sondern ein vollwertiges Produktivitäts-Ökosystem:

  • Kollaboration: Gemeinsames Bearbeiten von Dokumenten in Echtzeit
  • Synchronisation: Automatische Abgleich aller Geräte
  • Kalender & Kontakte: Synchronisation mit Handy und Desktop
  • Passwortsafe: Zentrale Verwaltung aller Zugänge
  • Videokonferenzen: Eigener Jitsi-Server für sicheres Chatten
  • Notizen: Ähnlich wie Google Keep, aber privat

Viele denken, eine eigene Cloud sei kompliziert. Dabei gibt es einfache Lösungen:

  • Managed Nextcloud: Anbieter wie Strato oder Hetzner hosten für dich
  • Appliances: Fertige Geräte wie den Nextcloud Box
  • Heimserver: Kleine Computer mit Nextcloud vorinstalliert
  • Cloud-Server: VPS bei Hostern mit One-Click-Installation

Datenhoheit ist kein Luxus, sondern Grundvoraussetzung für digitale Selbstbestimmung. Nextcloud zeigt, dass eine leistungsfähige Cloud ohne Datenkraken möglich ist – und das sogar mit mehr Funktionen als die Konkurrenz.

Im nächsten Teil der Serie #UnplugBigTech geht es um Messenger-Alternativen. Bis dahin: Überlege, welche Daten du vielleicht lieber selbst kontrollieren möchtest.

Dieser Text ist Teil der Serie #UnplugBigTech – entstanden in Zusammenarbeit mit Mike Kuketz. Die umfängliche technische Anleitung und Tipps für Fortgeschrittene findest du auf kuketz-blog.de.

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