In Teil 4 der Serie #UnplugBigTech haben wir E-Mail vom Werbe-Ökosystem entkoppelt. Das war wichtig, weil an E-Mail fast alles hängt: Logins, Passwort-Resets, Verträge, Tickets und Behördenpost.
Als Nächstes geht es um die Cloud. Denn auch hier sammeln sich viele private Daten: Dateien, Fotos, Backups, Kontakte, Kalender und Notizen. Wer dafür Google Drive, Dropbox & Co. nutzt, gibt all diese Daten an Konzerne weiter – und zahlt dafür noch mit seiner Privatsphäre.
Kommerzielle Cloud-Dienste funktionieren nach einem einfachen Prinzip: Du bist nicht der Kunde, sondern das Produkt. Jede hochgeladene Datei, jeder Kontakt, jede Notiz wird analysiert, um dich mit Werbung zu profilieren oder an Datenhändler weiterverkauft.
Besonders problematisch:
- Dauerhafte Datenweitergabe: Selbst gelöschte Dateien bleiben oft in den Systemen gespeichert
- Zugriff durch Dritte: Behörden können Daten anfordern, oft ohne dein Wissen
- Kompatibilitätsfallen: Dateiformate ändern sich, Plattformen verschwinden
- Abhängigkeit: Du bist für den Zugriff auf deine Daten von einer externen Firma abhängig
Nextcloud ist Open-Source-Software, die du selbst hosten kannst – auf deinem eigenen Server, bei einem vertrauenswürdigen Anbieter oder sogar auf deinem Heim-PC. Das bedeutet:
✅ Vollständige Kontrolle über deine Daten
✅ Transparenz durch offenen Quellcode
✅ Keine Werbung oder Datenverkauf
✅ Flexibilität durch Anpassbarkeit
✅ Datenschutzkonform nach DSGVO
Mit Nextcloud hast du nicht nur einfachen Dateispeicher, sondern ein vollwertiges Produktivitäts-Ökosystem:
- Kollaboration: Gemeinsames Bearbeiten von Dokumenten in Echtzeit
- Synchronisation: Automatische Abgleich aller Geräte
- Kalender & Kontakte: Synchronisation mit Handy und Desktop
- Passwortsafe: Zentrale Verwaltung aller Zugänge
- Videokonferenzen: Eigener Jitsi-Server für sicheres Chatten
- Notizen: Ähnlich wie Google Keep, aber privat
Viele denken, eine eigene Cloud sei kompliziert. Dabei gibt es einfache Lösungen:
- Managed Nextcloud: Anbieter wie Strato oder Hetzner hosten für dich
- Appliances: Fertige Geräte wie den Nextcloud Box
- Heimserver: Kleine Computer mit Nextcloud vorinstalliert
- Cloud-Server: VPS bei Hostern mit One-Click-Installation
Datenhoheit ist kein Luxus, sondern Grundvoraussetzung für digitale Selbstbestimmung. Nextcloud zeigt, dass eine leistungsfähige Cloud ohne Datenkraken möglich ist – und das sogar mit mehr Funktionen als die Konkurrenz.
Im nächsten Teil der Serie #UnplugBigTech geht es um Messenger-Alternativen. Bis dahin: Überlege, welche Daten du vielleicht lieber selbst kontrollieren möchtest.
Dieser Text ist Teil der Serie #UnplugBigTech – entstanden in Zusammenarbeit mit Mike Kuketz. Die umfängliche technische Anleitung und Tipps für Fortgeschrittene findest du auf kuketz-blog.de.





















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