Ihr kennt das: Der Stand der Mobilitätsdebatte besteht meist aus Folien. Studien, Vorträge und Filmchen in den sozialen Medien. Und alle wissen, dass es anders laufen müsste, aber niemand macht den ersten Schritt. Nicht umsonst heißt mein wöchentlicher Newsletter „Mobilität&Mut“!
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Genau gegen diese Mutlosigkeit habe ich im Mai 2027 wieder etwas im Angebot:
Learn&Travel Luxemburg vom 2. bis 4. Mai. Drei Tage, an denen wir nicht über die Verkehrswende sprechen, sondern sie erleben.
Luxemburg ist für mich einer der spannendsten Orte Europas, wenn es um Mobilität geht. Ein kleines Land, das den ÖPNV landesweit gratis gemacht hat und sein Verkehrssystem konsequent umbaut. Was davon funktioniert und was nicht, lernen wir nicht am Bildschirm, sondern direkt vor Ort. Denn das ist die Erkenntnis, die ich aus all meinen Jahren als Mobilitätsexpertin mitnehme: Mobilität ist kein „One-Shot“-Projekt einzelner Infrastrukturmaßnahmen, sondern funktioniert nur als zusammenhängendes, multimodales Gesamtkonzept.
Und wer zeigt uns das? Nicht irgendein Berater, sondern François Bausch, der bis vor kurzem und über Jahre Verkehrsminister Luxemburgs war. Heute ist er Koordinator des Atlantikkorridors der transeuropäischen Netze. Er wird uns persönlich führen. Mit dabei ist auch Prof. Florian Hertweck, Architekt und Lehrender an der Universität Luxemburg. Er erforscht die sozial-ökologische Transformation von Stadt und Umland und berät die luxemburgische Regierung. Die beiden kennen sich nicht nur persönlich sehr gut, sondern auch jedes Detail hinter den Projekten, inklusive aller Irrwege. Denn mir ist wichtig: Wir zeigen nicht nur die Erfolgsgeschichten, sondern sprechen auch über Fehlschläge, falsche Entscheidungen und die Anstrengung, die es bedarf, etwas zum Besseren auch gegen Widerstände zu gestalten, denn gerade daraus lässt sich lernen.
Das Programm ist „open air“: Wir fahren mit der Tram zur multimodalen Haltestelle, nehmen die Standseilbahn zum Bahnhof und laufen durch die Altstadt zum Panoramic Lift. Von dort aus geht es über die historische Brücke mit dem Radweg unter dem Pont Adolphe. Am Nachmittag geht es mit dem Zug nach Esch/Belval. Aus einer ehemaligen Stahlindustrie wurde dort ein neuer Stadtteil mit Universität. Am letzten Tag wartet etwas auf uns, das mich als Stimme für den ländlichen Raum besonders freut: ein Vortrag des Ministeriums zum Fahrradkonzept und zur Busstrategie im ländlichen Raum sowie ein Blick hinter die Kulissen der zentralen Kommandostelle von Luxtram.
Das Angebot richtet sich an Menschen, die Verantwortung tragen oder gestalten, beispielsweise aus Kommunen, Verkehrsunternehmen, Verbänden und der Zivilgesellschaft sowie dem Fachjournalismus. Der Preis liegt bei 690 Euro zzgl. MwSt. und zzgl. Anreise und Unterkunft. Für Studierende und Auszubildende gibt es einen ermäßigten Preis von 490 Euro. Die Kosten für Reise- und Unfallversicherungen übernehmen die Teilnehmenden selbst.
Eine Delegation wie diese ist mehr als eine Exkursion: Sie ist ein Netzwerk aus Menschen, die zurückkommen und etwas verändern wollen, mit Zugang zu Entscheidungsträger:innen und Beispielen, die man weitererzählen kann. Das haben die zwei Delegationen, die ich schon gestalten durfte, bereits gezeigt. Ich freue mich riesig darauf, diese drei Tage mit euch zu verbringen.
Am Samstag organisiere ich für alle, die bereits früher anreisen werden, eine einstündige Stadtführung zu Fuß über die Nachhaltigkeit in Luxemburg, sowie eine Radtour, etwa zwei Stunden, durch eine Radinitiative, die vor Ort die Herausforderungen und Lösungen zeigen wird.


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