Screenshot vom Anfang des genannten Artikels. Text: Oma muss zum Arzt: Autonome Shuttles könnten helfen - wenn Kommunen ehrlich rechnen würden Autonomes Fahren wird als Revolution für den ländlichen Raum angepriesen. Doch ohne Kostentransparenz und kommunale Aufsicht droht ein schnelles Ende der Idee, warnt unsere Kolumnistin. Von Katja Diehl

Meine Kolumne bei t3n: Oma muss zum Arzt: Autonome Shuttles könnten helfen – wenn Kommunen ehrlich rechnen würden.

Autonomes Fahren wird als Revolution angepriesen, aber ohne klare Regeln ist es nur die nächste Stufe der Autoabhängigkeit. Deutschland hat keinen Plan für Mobilität. Dieser Plan würde diese Technologie in eine sinnvolle Verkehrspolitik einbeziehen. Stattdessen: Es gibt Wildwuchs, private Experimente und die Hoffnung, dass (problematische) Technologie-Giganten aus den USA oder China das Richtige tun.

Die deutsche Verkehrspolitik hat versagt.

Die Zahlen sind eindeutig: Der Verkehrssektor hat seine CO2-Emissionen seit 1990 nicht gesenkt. Heute macht er knapp 30 Prozent des gesamten deutschen CO2-Ausstoßes aus. Andere Sektoren reduzierten ihre Emissionen, nur der Verkehr ignoriert jedwede Enkeltauglichkeit – weil knapp 70 Prozent seiner Emissionen aus dem privaten Pkw stammen. Und jetzt soll ausgerechnet autonomes Fahren die Lösung sein? Ohne systemisches Denken droht hier eher eine weitere Katastrophe.

Zwei Grundlagen, die für autonomes Fahren unabdingbar sind.

Die Kommune ist verantwortlich.

Ähnlich wie heute bei Stadtbussen oder Straßenbahnen obliegt die Steuerung der Kommune. Die Grundversorgung darf nicht an Technologie-Firmen übergeben werden, die nur auf Gewinn aus sind. Was passiert, wenn ein Anbieter pleitegeht oder sich aus Gebieten zurückzieht, wo er nicht genug Gewinn macht? Nur die Kommune garantiert, dass der Service dort angeboten wird, wo er auch gebraucht wird. Hier geht es nicht um Kosten und Gewinne, sondern um Teilhabe und Gerechtigkeit. Und damit um große Chancen für suburbane und ländliche Regionen, sich aus der Autoabhängigkeit zu befreien, anstatt in die nächste hochproblematische Abhängigkeit zu geraten.

Ergänzung statt Konkurrenz.

Autonome Fahrzeuge sollen den ÖPNV ergänzen, nicht ersetzen. Das bedeutet, dass man Bus, Bahn und autonomes Fahrzeug einfach und ohne Probleme wechseln kann. Es soll kein paralleler Privatverkehr geben, der dem ÖPNV Fahrgäste abzieht. Stattdessen sollen intelligente Zubringerdienste zu Knotenpunkten eingerichtet werden. Wo ein Bus alle 10 Minuten fährt, braucht es kein autonomes Angebot. Wo es keine Bahnverbindung gibt oder bestimmte Zeiten nicht abgedeckt sind, können autonome Shuttles Lücken schließen.

Logistik: Potenzial in der Nacht.

Ein Feld, das oft übersehen wird, ist die Logistik. Nachts, wenn weniger Autos unterwegs sind, könnten autonome Lieferfahrzeuge Güter besser und leiser transportieren. Es gibt weniger gestresste Fahrer*innen im Schichtdienst, es entsteht tagsüber weniger Verkehr und geringere Emissionen durch optimierte Routen. Hier liegt echtes Potenzial, wenn es nicht privatwirtschaftlich zersplittert wird.

Carsharing neu gedacht.

Carsharing wird durch autonomes Fahren auf ein neues Level gehoben. Wenn das Auto zu dir kommt statt umgekehrt, ist es eine echte Alternative zum Zweit- oder Drittwagen. Familien können auf ein Auto verzichten, wenn sie bei Bedarf ein Auto bekommen. Sie müssen nicht selbst nach einem Parkplatz suchen, das Auto nicht selbst warten oder versichern.

Technologie braucht Politik.

Autonomes Fahren ist kein Selbstläufer zur Verkehrswende. Ohne klare Regeln wird es weiterhin Probleme mit dem Autoverkehr geben. Ähnlich wie ein elektrischer Antrieb viele Belastungen durch Autos nicht löst. Deutschland braucht endlich einen Plan für die Mobilität. Dieser Plan muss diese Technologie in ein Gesamtkonzept einbeziehen. Denn der Verkehrssektor hat seine Hausaufgaben nicht gemacht. Und das seit Jahrzehnten.

,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Dir gefällt, was ich tue?

Unterstütze mich gern! Du und ich: Wir sind ein Kollektiv!

Detailbeschreibung ausklappen

Ich freue mich sehr, wenn meine Arbeit dir Mehrwert bietet und du mich dabei unterstützen möchtest!

Um meine Projekte langfristig fortsetzen zu können, möchte ich mir ein Grundeinkommen sichern. Seit einiger Zeit habe ich ein unterstützendes Team um mich aufgebaut: Jemand kümmert sich um meine E-Mails, eine andere Person übernimmt meinen Instagram-Account, und ein weiterer Mensch mixt meinen Podcast ab. Auch mein Steuerberater und meine Rechnungsfee gehören dazu. Dieses Outsourcing entlastet mich enorm, bringt aber natürlich auch Kosten mit sich. Deshalb möchte ich im ersten Schritt diese Kosten decken und freue mich über jede Unterstützung.

Exklusive Inhalte und virtuelle Treffen

1 × wöchentlich schaue ich in den Rückspiegel: Wo stehen wir in der Mobilitätswende? Und gebe Abonnent:innen exklusive Inhalte.

Detailbeschreibung ausklappen

Für nur fünf Euro pro Monat erhältst du meinen wöchentlichen Steady-Newsletter. Es gibt auch weitere Pakete, die Gastzugänge oder größere Pakete für Unternehmen beinhalten, die bis zu 20 Zugänge für Mitarbeiter:innen oder Kolleg:innen bieten. Bei den größeren Paketen ist ein virtuelle