Sven Altenburg leitet bei Prognos den Bereich Mobilität und Transport und beschäftigt sich mit den großen Zukunftsfragen rund um Verkehr, autonome Systeme und Stadtentwicklung. In seiner Arbeit setzt er sich dafür ein, die Verkehrswende politisch und gesellschaftlich so zu gestalten, dass Mobilität nachhaltiger, gerechter und lebenswerter wird, statt in technologischen Hypes stecken zu bleiben.
»Mir ist ganz wichtig, aber wenn wir von einer Massendurchdringung autonomes Fahren sprechen, sprechen wir nicht von dem Verkehrssystem, das wir kennen. Das Verkehrssystem sieht dann anders aus und zwar ganz signifikant anders.«
Zusammenfassung
Sven Altenburg, Leiter des Bereichs Mobilität und Transport bei Prognos, blickt auf das Thema autonomes Fahren mit einer nüchternen Distanz. Er schildert, dass der große Hype längst abgeebbt ist, weil die Technologie noch weit von der Alltagstauglichkeit entfernt sei. Autonomes Fahren könne das Verkehrssystem grundlegend verändern, aber genau darin sieht er die entscheidende Frage: Wollen wir diese Veränderungen wirklich und welche Folgen hat das für die Gestaltung unserer Städte? Altenburg betont, dass autonome Fahrzeuge vor allem dort eingesetzt werden, wo Profit winkt, weniger dort, wo der gesellschaftliche Nutzen am größten wäre. Er warnt davor, dass unreguliertes autonomes Fahren zu mehr Verkehr, Leerfahrten und sogar neuen Problemen führen könnte. Gleichzeitig sieht er Chancen in klaren Regularien, Mindestbesetzungsquoten und der Stärkung von ÖPNV und Sharing-Angeboten. Für ihn ist die Verkehrswende letztlich eine politische Aufgabe: Städte und Gesellschaft müssen entscheiden, wie der öffentliche Raum genutzt wird, ob Parkplätze, Spuren und Tempo 30 neu verteilt werden und wie Mobilität als Teil lebenswerter Städte gesichert werden kann.







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