„Wir müssen immer Partei ergreifen. Neutralität hilft dem Unterdrücker, niemals dem Opfer. Schweigen ermutigt den Peiniger, niemals den Gequälten. Wo immer Männer oder Frauen wegen ihrer Rasse, Religion oder politischen Ansichten verfolgt werden, muss dieser Ort – zu diesem Zeitpunkt – das Zentrum des Universums werden.“
Elie Wiesel
Ich bin erschüttert, wie viele Menschen mit dem, was wir Reichweite nennen, schweigen.
Wie viele Menschen aus meinem Bekanntenkreis mir sagen, dass sie „schlechte Laune“ von der Politik bekommen und daher gar nicht mehr diese konsumieren. Das sie genervt sind, wenn ich „immer wieder“ „davon“ anfange, was „falsch läuft“.
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Das ist das Privileg der Privilegierten:
(Noch) nicht betroffen und nicht schon gezwungen zu sein, sich sehr genau zu informieren, weil Politiker*innen auch im Bundestag Menschenleben mit verschiedenen Preiskategorien versehen.
Behinderte kämpfen aktuell um ihre Menschenrechte, Queere um ihre Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit, aus der sie zunehmend verdrängt werden. Nicht, weil sie nicht mehr da wären, sondern weil sie es kaum noch wagen, öffentlich zu zeigen, wen sie lieben.
In einer Zeit, in der sogar die Grünen meinen, dass es wichtig sei, jungen AfD-Wählern ein neues Männerbild anzubieten, nimmt auch diesen allen den Raum, die keine jungen männlichen AfD-Wähler sind.
Die Betroffenen von Hass sind für mich keine Anonymen, es sind Freund*innen, gute Bekannte – schlicht: Menschen, die ein Recht auf ein gutes Leben haben, das ihnen schon jetzt, mitten unter uns, verwehrt wird.
Ja! Viele Promis fahren zu Demos gegen rechts und CSDs, aber auch nur, als seien dies Events. Sie geben Betroffenen keinen Raum für ihre Botschaften, sondern nehmen diesen, während er eh immer kleiner wird.
Es ist RICHTIG, vor Ort zu sein. Es ist FALSCH, dass die Nachricht nur ist: Ich war dabei.
Ich selbst habe nicht mehr die Gesundheit, vor Ort sein zu können.
Aber in einer Zeit, in der Antifaschismus unter einer braunen Staubdecke von Ausreden liegt, dass es in der Demokratie nunmal „Kompromisse“ braucht, werde ich täglich um diese Demokratie kämpfen, auch wenn ich sie selbst nicht als perfekt erachte.
Ich hoffe, du hakst dich unter und wirst laut für all Jene, die keine Stimme haben.
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