Tag 1: NIUS veröffentlicht 6.000 Zeichen über mein Flauschi-Funding für eine BahnCard 100. Braune Gülle aus allen Rohren. Auf allen Plattformen. Morddrohungen, Gewaltfantasien – das volle Programm.
Tag 2: Menschen „von links“ steigen ein: Warum ich denn 1. Klasse fahren wolle? Ob das nicht dekadent sei? Sie sehen dies als validen Kritikpunkt. Spoiler: Ist es nicht.
Tag 3: NIUS legt nach – diesmal mit Video. Und auch „links“ drängt weiter auf mich ein, so dass ich mich gezwungen sehe, allein auf Bluesky an die 100 Accounts zu blocken, die übergriffig und abwertend formulierten. Nächster Vorwurf aus dieser Ecke: Intransparenz – „Luxusfinanzierung“ – „Unverhältnismäßig“
Die Ironie: Mein Crowdfunding ist komplett transparent, steuerlich sauber, öffentlich nachvollziehbar.
Was hier passiert, ist klassische Täter-Opfer-Umkehr.
Nicht die systematische Diffamierung ist das Problem. Nicht NIUS, das selbst mit 13,8 Millionen Euro Verlust (Wikipedia, 2023) am Tropf eines Milliardärs hängt. Nicht die Morddrohungen.
Sondern: eine freiberufliche Aktivistin, die transparent um 8.000 Euro bittet.
Zur „Luxus“-Debatte, die vor allem von links kommt:
Ich habe gesundheitliche Einschränkungen. Ich bin bis zu 150 Tage im Jahr unterwegs. Die 1. Klasse ist für mich Arbeitsmittel – wie für andere ein Büro oder Equipment.
Als SPIEGEL-Bestseller-Autorin sollte ich mir das doch leisten können – so von beiden Seiten der Ruf?
Realität: Nach Verlag, Agentur, Abgaben und Steuern bleibt nicht das, was viele denken.
Und jetzt der wichtigste Punkt:
Ich habe dieses ungerechte System nicht erschaffen.
Im Gegenteil – ich setze mich täglich dafür ein, dass es abgebaut wird.
Ich kämpfe für faire Bezahlung von Advocacy-Arbeit, für strukturelle Finanzierung zivilgesellschaftlicher Akteur*innen, für ein Gemeinnützigkeitsrecht, das politisches Engagement nicht bestraft.
Dass ich als Einzelne in diesem System überleben muss, während ich es gleichzeitig kritisiere und verändern will, ist kein Widerspruch. Es ist Realität.
Einige Reaktionen, die zeigen, worum es wirklich geht:
💬 „Wer von meinen Followern sich an der Kampagne beteiligt, wird geblockt. Wäre ich nicht in der Lage, meine Zeichnerei zu verschenken, müsste ich auch überlegen, wie ich sie finanziere.“
💬 „Wir leben in einer Gesellschaft, die auf Bürgergeldempfänger neidisch ist. Aber Milliardäre, Konzerne, Parteien? Die dürfen Millionen bekommen.“
💬 „Was mich nervt: 1) Es geht um einen geringen Betrag mit klarer Zweckbestimmung 2) Bei Schwurblern gehören Bettelbriefe zum Geschäft 3) NIUS ist komplett abhängig von Zuschüssen und erwirtschaftet praktisch nichts.“
Was ich daraus lerne:
Rechte Kräfte arbeiten strukturiert, systematisch, finanziell gut ausgestattet.
Linke Kräfte? Bekämpfen sich oft selbst.
Während NIUS Video 2 produziert, diskutieren wir über 1. Klasse.
Das ist kein Zufall. Das ist Strategie.
LobbyControl zeigt in ihrer aktuellen Studie: Hinter Diffamierungskampagnen stehen autoritäre UND Konzerninteressen. 81 von 100 Top-Lobbyakteuren haben wirtschaftliche Interessen, nur 7 sind NGOs. Das Ziel: Kritische Stimmen schwächen. Spalten. Zum Schweigen bringen.
Und manchmal helfen wir ihnen dabei – aus den eigenen Reihen.
Mein Fazit:
Ich werde weiterhin 1. Klasse fahren. Weil ich arbeiten muss. Weil ich gesundheitliche Einschränkungen habe. Weil es niemanden etwas angeht, wie ich meine Arbeitsmittel organisiere.
Ich werde weiterhin transparent sein. Ich werde weiterhin um Unterstützung bitten. Und ich werde weiterhin laut sein.
Meine Community entscheidet frei, ob sie mich unterstützt. Niemand wird gezwungen. Die Menschen spenden nicht aus Mitleid, sondern weil sie meine Arbeit wertschätzen und möglich machen wollen.
Das ist Solidarität. Nicht Luxusfinanzierung.
An alle, die sich solidarisch zeigen: Danke. Ihr seid der Beweis, dass Community nicht Spaltung, sondern Unterhaken bedeutet.
An alle, die von links kritisieren: Überlegt euch, wem ihr gerade helft.
Spoiler: Es ist nicht die Demokratie. Es ist nicht das gerechtere System, für das wir kämpfen.
Und während ihr meine BahnCard diskutiert, arbeite ich daran, dass künftige Generationen nicht mehr zwischen Existenz und Engagement wählen müssen.


Schreibe einen Kommentar zu Ich Antwort abbrechen