Es muss spürbar sein, dass Fliegen ein Privileg ist.

Zu Gast in der taz: Privilegien dürfen teurer werden, wenn es der Allgemeinheit dient.

Die neue Studie von Greenpeace zeigt, dass nur die Hälfte aller Flüge innerhalb Europas billiger sind als Zugreisen – selbst in Deutschland sind Tickets für Inlands- oder Auslandsreisen in der Regel teurer als Flüge.

Ausnahmen? Reisen nach Polen, Tschechien, Österreich oder Belgien.

Die taz hat mich zu diesem wenig überraschenden Ergebnis befragt.

Oder sagen wir es noch deutlicher, entsprechend der Tatsache, dass der Verkehrssektor NICHTS zur Dekarbonisierung beiträgt:

Es ist ein Skandal – denn Fliegen ist die klimaschädlichste Form der Mobilität, die von einer Minderheit genutzt wird, aber allen schadet.

👉 90 % der Menschen weltweit werden in ihrem Leben nie fliegen.

Dennoch tragen sie die Folgen: extremes Wetter, Hitze, Dürren.

Gut zu wissen: Es geht nicht nur um das viel diskutierte CO2 – nur ein Drittel der Klimaauswirkungen von Flügen stammt von diesem Klimakiller. Zwei Drittel (!) werden durch sogenannte Nicht-CO₂-Effekte verursacht, wie zum Beispiel Kondensstreifen in einer Höhe von 10–15 km – wo die Atmosphäre am empfindlichsten ist.

Billigfluggesellschaften wie Ryanair, Wizz Air, Vueling und easyJet dominieren den europäischen Luftraum mit Ticketpreisen, die oft niedriger sind als die Flughafen- und Ticketgebühren. Diese Preise sind nur möglich, weil Flugbenzin nicht besteuert wird und internationale Flugtickets von der Mehrwertsteuer befreit sind. Bahnbetreiber hingegen zahlen oft die volle Mehrwertsteuer, steigende Energiekosten und hohe Trassengebühren.

Und was tun die deutschen Politiker?

Unser Bundesverkehrsminister will „den Luftverkehr wieder voranbringen”, indem er Steuern, Gebühren und Abgaben senkt. Dabei genießt der Flugverkehr bereits übermäßige Steuerprivilegien, während der Schienenverkehr keinerlei Subventionen erhält.

„Die Flugverkehrszahlen steigen überall deutlich – wir haben das Niveau vor Corona noch nicht erreicht. Das Wachstum wird also woanders generiert. Es gibt nicht weniger Flüge, sie starten und landen nur nicht mehr in Deutschland. Das darf nicht passieren. Wir müssen Deutschland als Standort für den Luftverkehr attraktiver machen.“

Patrick Schnieder, Bundesverkehrsminister

Stimmt es, dass der deutsche Luftverkehr stagniert?

Nein. Das belegen Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Demnach sind im vergangenen Jahr 93,4 Millionen Menschen in Deutschland in ein Flugzeug gestiegen – deutlich mehr als 2023.

Herwig Schuster, Verkehrsexperte, Greenpeace Mittel- und Osteuropa„Auch wenn sich die Klimakrise verschärft, begünstigt das europäische Steuersystem weiterhin die umweltschädlichste Art des Reisens. Es ist absurd, dass ein Flug von Barcelona nach London nur 15 Euro kostet, während die Zugfahrt auf derselben Strecke bis zu 26 Mal teurer ist. Der Flugverkehr genießt unfaire Steuerprivilegien, während die Zugreisenden die Zeche zahlen müssen. Diese Preise spiegeln keinen funktionierenden Markt wider – sie spiegeln ein manipuliertes System wider.“

Meine Vorschläge in einem Interview mit der taz:
👍 Bahntickets ohne Mehrwertsteuer. Bahnfahren muss billiger und attraktiver werden!
👍 Einkommens- und emissionsabhängige Steuer auf Flugtickets. Fliegen ist ein Privileg, kein Grundrecht. Wer es nutzt, muss dafür bezahlen – sozial gerecht und klimafreundlich.
👍 Streichung der Subventionen für Regionalflughäfen. Viele sind keine relevanten Drehkreuze und verschlingen Millionen. Das ist nicht mehr zeitgemäß. Die Frage ist nicht, ob wir diese Ungerechtigkeit korrigieren, sondern wie schnell.

👉 Wie sehen Sie den Status quo?

👉 Welche Ideen haben Sie, um klimafreundliche Mobilität endlich zur einfachsten, günstigsten und angenehmsten Art der Fortbewegung zu machen?

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