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Zu Gast bei Deutschland Funk Nova – Es braucht mehr Gleichberechtigung auf der Straße

Katja Diehl ist Mobilitätsexpertin, Podcasterin und Autorin. Sie hat gerade ihr Buch „Autokorrektur – Mobilität für eine lebenswerte Welt“ veröffentlicht und möchte dazu beitragen, dass wir unsere Fortbewegungs-Gewohnheiten ändern. Sie spricht dabei von mehr Gleichberechtigung auf der Straße – Fahrräder und Fußgänger sollten ihrer Meinung nach die gleichen Rechte wie Autos bekommen.

Katja Diehl setzt sich für neue Verkehrskonzepte ein. Sie will dabei nicht völlig auf Autos verzichten, ist aber der Meinung, dass der sogenannte Individualverkehr im eigenen Pkw reduziert werden sollte. Die Mobilitätsexpertin findet, dass sich in Deutschland bisher nur sehr langsam etwas ändert. Mit Blick auf den VW-Dieselskandal sagt sie: „Mich macht das traurig, dass unsere Industrie ziemlich viel Energie reingesteckt hat, um – auf Deutsch gesagt – zu bescheißen, anstatt nach vorne zu entwickeln.“

„Ich glaube, dass der größte Part der Verkehrswende menschlich, kommunikativ – und überhaupt nicht technisch ist.“

Zitat aus dem Interview

Als Mobilitätsexpertin berät Katja Diehl Unternehmen und Politiker*innen, unter anderem die österreichische Klimaschutzministerin. Sie bekommt demnach auch mit, was in anderen Ländern passiert. In Österreich etwa wurde gerade ein Klimaticket eingeführt. Eine Art Flaterate für den ÖPNV. Damit können Österreicher*innen ein Jahr lang für rund 1.100 Euro den gesamten öffentlichen Verkehr nutzen – Busse, Straßenbahnen, Fernverkehrszüge. Ein ähnliches Ticket könnte sich Katja Diehl auch für Deutschland vorstellen.

Keine klar definierten Ziele in Deutschland

London hat sich das Ziel gesteckt, dass bis zum Jahr 2030 30 Prozent weniger Autos auf den Straßen fahren. „So ein Ziel kann man auch erreichen“, findet Katja Diehl, in Deutschland hingegen würden weniger greifbare Ziele angepeilt: „Bei uns heißt es, es sollen 15 Millionen Elektroautos werden. – Plus, die die wir schon haben? Bauen wir Bestand ab? Also ich glaube, so sehr wir sonst immer an Zahlen und Excel glauben, da verweigern wie das so ein bisschen, weil wir Angst haben, an diese deutsche DNA der Autoindustrie ranzugehen, die sicherlich wichtig ist, aber umgebaut werden muss.“

„Das ist natürlich eine Industrie, die unglaublich hofiert wird. Die einen unglaublich starken Lobbyismus hat und einen milliardenschweren Werbemarkt bestimmt.“

Zitat aus dem Interview

Katja Diehl spricht gerne – auch wenn es um den Straßenverkehr geht – über Gleichberechtigung. Ihrer Meinung nach müssten alle Verkehrsteilnehmenden gleiche Rechte haben. Und nicht, wie es derzeit ist, dass sich auf der Straße alle den Autos unterordnen müssen. Sie sagt auch: „Bei manchen Sachen aus der Vergangenheit merken wir jetzt einfach: ‚Wir sind hier in eine Sackgasse gekommen. Lasst uns mal wieder raus hier.'“

Solidarzuschlag für die Verkehrswende

Ihrer Meinung nach könnte auch ein Solidarzuschlag, den alle zahlen müssen, helfen, die Verkehrswende umzusetzen. Um weniger Autos auf den Straßen zu haben und dafür bessere Möglichkeiten zu schaffen, dass wir zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln schnell und sicher von A nach B kommen.

Wenn du mehr erfahren möchtest, was Katja Diehl über Mobilität in Deutschland denkt und welche Lösungsvorschläge sie hat, dann hör dir das gesamte Audio an.

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